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Torben Blech nach seinem Olympia-Drama
"Ich will mit vollem Elan wieder angreifen!"

Stabhochspringer Torben Blech aus Gosenbach will nach seinem großen Pech in der Qualifikation der Olympischen Spiele in Tokio rasch wieder angreifen und setzt sich die Teilnahme an Olympia 2024 in Paris als Ziel.
  • Stabhochspringer Torben Blech aus Gosenbach will nach seinem großen Pech in der Qualifikation der Olympischen Spiele in Tokio rasch wieder angreifen und setzt sich die Teilnahme an Olympia 2024 in Paris als Ziel.
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  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Tokio/Gosenbach. „Das Ergebnis ist natürlich frustrierend. Aber ich werde versuchen, das schnellstmöglich zu verarbeiten und dann wieder mit vollem Elan anzugreifen!“ Torben Blech hat zwar sein großes sportliches Ziel, die Finalteilnahme bei den Olympischen Spielen in Tokio, verpasst, richtete aber am Sonntagnachmittag deutscher Zeit als echte Kämpfernatur gleich wieder den Blick nach vorn.
Der 26-jährige Stabhochspringer aus Gosenbach war in der Nacht zum Samstag in der Qualifikation mit einer Höhe von 5,30 Metern gescheitert, zwei beim Einspringen erlittene Verletzungen am Knie und an der Hand hatten den Siegerländer spürbar aus dem körperlichen Gleichgewicht gebracht.

krup Tokio/Gosenbach. „Das Ergebnis ist natürlich frustrierend. Aber ich werde versuchen, das schnellstmöglich zu verarbeiten und dann wieder mit vollem Elan anzugreifen!“ Torben Blech hat zwar sein großes sportliches Ziel, die Finalteilnahme bei den Olympischen Spielen in Tokio, verpasst, richtete aber am Sonntagnachmittag deutscher Zeit als echte Kämpfernatur gleich wieder den Blick nach vorn.
Der 26-jährige Stabhochspringer aus Gosenbach war in der Nacht zum Samstag in der Qualifikation mit einer Höhe von 5,30 Metern gescheitert, zwei beim Einspringen erlittene Verletzungen am Knie und an der Hand hatten den Siegerländer spürbar aus dem körperlichen Gleichgewicht gebracht. Die treuen Leichtathletik-Fans aus dem Heimat, die für das bisherige Karriere-Highlight „ihres“ Torben entweder wach geblieben waren oder sich den Wecker auf 2.40 Uhr gestellt hatten, litten vor den Fernsehbildschirmen zweifellos mit ihm.

"Als ob du gegen eine Wand läufst..."

„Beim Einspringen bin ich viel zu dicht an die Matte heran gekommen, dann hast du keine Chance mehr. Das ist, als ob du voll gegen eine Wand läufst. Das Knie ist direkt gegen den Stab geknallt, den du dann auch nicht mehr halten kannst“, schilderte Blech die bitteren Momente am Vormittag in Tokio.
Schmerzhafte Nebenerscheinung dieses Malheurs: An der Hand bildeten sich an Mittel- und Ringfinger Brandblasen, die Torben Blech in seinem ganzen Sprung- und Ablaufrhythmus zusätzlich deutlich behinderten. Die 5,30 Meter, die der Gosenbacher für seinen ersten Wertungssprung auflegen ließ, meisterte er zwar noch problemlos, doch schon nach der Landung zeigten seine Körpersprache und sein schmerzverzerrtes Gesicht, dass da etwas „im Busch“ war. Der für Bayer Leverkusen springende Blech suchte den ständigen Kontakt zu seiner Trainerin Christine Adams und zu Patrick Pfingsten, dem Mannschaftsarzt der Mehrkämpfer. „Ihn kenne ich schon länger, seit meiner Zeit als Zehnkämpfer“, erläuterte Blech.

Doch all der gute Rat konnte letztlich nicht helfen: „Mental war ich schon bereit, denn zu meinen Zehnkampf-Zeiten hat mir öfters einiges weh getan, aber ich habe mich trotzdem da durchgekämpft. Doch der Körper setzt nun mal seine Signale, an diesem Tag ging einfach nicht mehr...“
Dabei hatte sich der aus der CVJM Siegen SG hervor gegangene Leichtathlet vor Beginn der Qualifikation durchaus gut gefühlt, wie er gestern im Gespräch mit der SZ einräumte: „Ich war voller Vorfreude und hatte Feuer im Fuß.“ Doch das Pech beim Einspringen bremste den Siegerländer Lokalmatador aus, ehe die Latte auf Final-Niveau gelegt wurde – nach drei Fehlversuchen über 5,50 Meter war die Qualifikation für Torben Blech beendet und der Traum vom Finale der besten Zwölf geplatzt.

"Drücke unseren Jungs fest die Daumen"

Dieses erreichten hingegen sein Leverkusener Vereinskamerad Bo Kanda Lita Baehre mit einer Höhe von 5,75 m und Oleg Zernikel vom ASV Landau (5,65 m). Bereits am Montag um 9 Uhr fliegt Torben Blech aus Japan zurück Richtung Heimat, das Stabhochsprung-Finale wird er sich am Dienstag daheim vor dem Fernseher anschauen. „Da wird sicherlich auch eine Portion Wehmut dabei sein, das ist ja klar. Aber ich drücke unseren beiden Jungs ganz fest die Daumen.“

Torben Blech, amtierender Deutscher Meister in der Halle, wird sich indes in Ruhe auskurieren und dann den Blick nach vorn richten – auf die nächsten Olympischen Spiele vom 26. Juli bis zum 11. August 2024 in Paris. „Am Sonntagfrüh haben wir eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Das Knie ist zwar dick angeschwollen, aber es gibt wohl keine strukturellen Schäden, das ist schon mal gut. Es ist eher eine sehr starke Prellung. Die Blasen an der Hand brennen wie Sau, aber auch das wird vorbei gehen.“ Nach Olympia ist vor Olympia, und so spürt der Gosenbacher schon wieder das nötige Feuer in sich: „Ich bin ja noch ein Neuling in dieser Disziplin und habe mich erst vor zweidreiviertel Jahren voll auf den Stabhochsprung fokussiert. Hätte mir damals jemand prophezeit, dass ich knapp drei Jahre später bei Olympia starte, hätte ich das vermutlich mit sehr großen Augen registriert. Diese rasend schnelle Entwicklung vergessen viele, und deshalb bin ich auch extrem stolz auf das, was ich in so kurzer Zeit erreicht habe“, sagt der Siegerländer, der über die Stationen CVJM Siegen SG und LG Kindelsberg Kreuztal im Jahr 2015 zu Bayer Leverkusen kam.

Am Sonntag schaute sich Blech das olympische Tennis-Finale an und erlebte den Triumph von Alexander Zverev gegen Karen Khachanov in einer kleinen deutschen Kolonie live im Stadion mit.
„Das war dann noch mal etwas Tolles für mich, mein persönliches olympisches Highlight“, schwärmte Torben Blech, der zurück in der Heimat und nach auskurierter Verletzung gleich wieder an seinen Schwächen arbeiten will: „Es sind nur ein, zwei Kleinigkeiten, die im Moment nicht so passen, aber die können durchaus 30 Zentimeter ausmachen. Da hat man schon gemerkt, dass mich die Corona-Erkrankung zu Beginn des Jahres zurückgeworfen hat, denn die Form von der Deutschen Hallenmeisterschaft habe ich über den Sommer leider nicht mehr erreichen können. Gelingt es mir aber, die besagten Kleinigkeiten in den Griff zu kriegen, kann es mit den übersprungenen Höhen auch recht schnell wieder deutlich nach oben gehen! Wichtig wird sein, schnell wieder eine gewisse Routine zu entwickeln.“ Zu wünschen wäre es dem sympathischen und absolut bodenständigen „Höhenjäger“ allemal.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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