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Mammutprogramm für TuS Ferndorf
In 80 Tagen durch die 2. Bundesliga

Gesprächsbedarf, wie hier zwischen Trainer Robert Andersson und Thomas Rink (r.), gibt es beim TuS Ferndorf derzeit vor allem abseits des Feldes.
  • Gesprächsbedarf, wie hier zwischen Trainer Robert Andersson und Thomas Rink (r.), gibt es beim TuS Ferndorf derzeit vor allem abseits des Feldes.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

geo Ferndorf. Nachdem es im deutschen Profisport seit vergangenen Herbst lange Zeit relativ unproblematisch lief, schlägt die „dritte Welle“ der Corona-Pandemie in diesen Tagen massiv auch auf die „großen Ligen“ durch, die sich in ihrer selbst gewählten „Blase“ aufgrund intensiver Testungen relativ sicher wähnten. Positive Fälle in der Handball-Bundesliga beim TBV Lemgo Lippe und dem TSV Hannover-Burgdorf zogen jedoch in dieser Woche erneute Spielabsagen nach sich. Und am Donnerstag erwischte es ausgerechnet auch die deutsche Fußball-Nationalelf.

Für den TuS Ferndorf sind diese sich geradezu überschlagenden Meldungen nur eine Bestätigung eigener leidvoller Erfahrungen – Trost spenden können sie indes kaum. Denn die Lage des heimischen Handball-Zweitligisten ist unverändert ernst.

geo Ferndorf. Nachdem es im deutschen Profisport seit vergangenen Herbst lange Zeit relativ unproblematisch lief, schlägt die „dritte Welle“ der Corona-Pandemie in diesen Tagen massiv auch auf die „großen Ligen“ durch, die sich in ihrer selbst gewählten „Blase“ aufgrund intensiver Testungen relativ sicher wähnten. Positive Fälle in der Handball-Bundesliga beim TBV Lemgo Lippe und dem TSV Hannover-Burgdorf zogen jedoch in dieser Woche erneute Spielabsagen nach sich. Und am Donnerstag erwischte es ausgerechnet auch die deutsche Fußball-Nationalelf.

Für den TuS Ferndorf sind diese sich geradezu überschlagenden Meldungen nur eine Bestätigung eigener leidvoller Erfahrungen – Trost spenden können sie indes kaum. Denn die Lage des heimischen Handball-Zweitligisten ist unverändert ernst. Dem Traditionsverein aus dem Siegerländer Norden droht sogar der Super-GAU!

Austragung der Spiele nächste Woche auf der Kippe

Auf einer Video-Pressekonferenz informierten die Verantwortlichen am Donnerstag über die aktuelle Lage:
1. Das am Samstag anstehende Match gegen Bayer Dormagen wurde offiziell ebenfalls abgesagt.
2. Die sportärztlichen Untersuchungen von acht Spielern mit Corona und mit Symptomen können erst zwei Wochen nach dem Abklingen der Symptome, also nach Ostern, beginnen.
3. Damit ist auch die Austragung der beiden Spiele in der kommenden Woche beim TuS Fürstenfeldbruck (31. März) und gegen den Wilhelmshavener HV (3. April) mehr als unwahrscheinlich geworden.
4. Wenn alles gut geht und die betroffenen Spieler aus medizinischer Sicht grünes Licht zum Wiedereinstieg ins Training bekämen, wäre ein Re-Start des TuS frühestens am 9. April mit dem Auswärtsmatch beim ASV Hamm-Westfalen und dessen Gernsdorfer Trainer Michael Lerscht möglich.
5. Mit diesem Spiel und dann noch 18 weiteren Partien verbleiben den Ferndorfern nur 80 Tage zur Bewältigung des noch gewaltigen Saison-Pensums.

Ferndorf legt Entwurf vor

In Absprache mit Michael Wäschenbach (Geschäftsleitung Spielorganisation der HBL) wird der TuS Ferndorf der HBL jetzt einen Entwurf vorlegen, wie man all diese Spiele im Kalender unterbringen will. Rein theoretisch kann das klappen mit permanent „Englischen Wochen“ bzw. dem Ausnutzen zweier Abstellungsphasen zwecks EM-Qualifikation der Nationalmannschaft Ende April sowie Lehrgängen und Turnier der U-20/21-Nationalmannschaft nach Fronleichnam. Außerdem ist zum Beispiel daran gedacht worden, die beiden offenen Spiele gegen den VfL Lübeck-Schwartau rund um den Monatswechsel April/Mai an einem Ort binnen 72 Stunden auszutragen.

Diese Überlegungen sind aber angesichts der immer größer werdenden Terminnöte im Profisport nicht mehr als das: Überlegungen. Dirk Stenger, Geschäftsführer der TuS Ferndorf GmbH: „Wir werden einen solchen Entwurf der HBL vorlegen. Jedem muss aber klar sein, dass dann nichts, aber auch überhaupt nichts mehr dazwischen kommen darf, wenn dieser Plan funktionieren soll. Nichts bei uns und nichts bei anderen Vereinen.“

In der Video-Pressekonferenz ging Stenger daher auch auf das vermutlich sogar wahrscheinlichere Szenario der Saison-Beendigung ein: „Dann greift eine Quotientenregelung zur Erstellung der Abschluss-Tabelle.“ Soll heißen: Erreichte Punktzahl ÷Anzahl ausgetragener Spiele. Aktuell ist der TuS Ferndorf aufgrund seiner bereits bekannten Spielausfälle auf einen Abstiegsplatz gerutscht.

Training zurzeit mit acht bis neun Spielern

Der Corona-Ausbruch beim TuS Ferndorf hat aber noch eine andere, eine menschliche Seite. Neun Positiv-Fälle waren durch Testungen bekannt geworden, acht davon betrafen Spieler, die alle Symptome aufzeigten. Trainer Robert Andersson verwies in der gestrigen Pressekonferenz auf den Fall des Kielers Pavel Horak, der um die Jahreswende über Monate ausfiel. Deshalb müsse man jetzt wirklich erst in Ruhe die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchungen abwarten und kein Risiko eingehen. Andersson schilderte, dass er derzeit mit acht bis neun Spielern („mit den Negativen“) trainiere, darunter aber auch schon die Sorg-Brüder Michel und Leon (2. Mannschaft). „Es wird verdammt schwer, das Training zu planen und zu steuern. Ich bin immer noch positiv gestimmt, aber es wird eine super-schwere Aufgabe für uns.“

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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