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Skeleton-WM in Altenberg
"Jacka" Lölling auf Goldkurs

Daumen hoch - bei Halbzeit der Skeleton-Weltmeisterschaft in Altenberg führt Jacqueline Lölling das Feld an
  • Daumen hoch - bei Halbzeit der Skeleton-Weltmeisterschaft in Altenberg führt Jacqueline Lölling das Feld an
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  • hochgeladen von Jost-Rainer Georg (Redakteur)

geo Altenberg. Am Freitag heißt es wirklich mal „Daumen drücken“ für „Jacka“ Lölling! Bei Halbzeit der Skeleton-Weltmeisterschaft im sächsischen Altenberg am Donnerstag führt die Brachbacherin das Feld der 24 Pilotinnen an. Um 9 Uhr beginnt am Freitag Lauf 3, der finale 4. Lauf folgt dann ab 10.30 Uhr (Live-Stream jeweils auf sportschau.de).
Tina Hermann holt mit Wutfahrt aufUnd die Entscheidung im Eiskanal von Altenberg ist noch lange nicht gefallen. Nach einem turbulenten 1. Lauf mit zahlreichen „Favoritinnenstürzen“ holte Löllings deutsche Rivalin vom Königssee, Titelverteidigerin Tina Hermann, im 2. Durchgang am Donnerstagvormittag die Brechstange raus und verbesserte sich mit Tagesbestzeit von Platz 11 nach Durchgang 1 schon auf Podestrang 3.

geo Altenberg. Am Freitag heißt es wirklich mal „Daumen drücken“ für „Jacka“ Lölling! Bei Halbzeit der Skeleton-Weltmeisterschaft im sächsischen Altenberg am Donnerstag führt die Brachbacherin das Feld der 24 Pilotinnen an. Um 9 Uhr beginnt am Freitag Lauf 3, der finale 4. Lauf folgt dann ab 10.30 Uhr (Live-Stream jeweils auf sportschau.de).

Tina Hermann holt mit Wutfahrt auf

Und die Entscheidung im Eiskanal von Altenberg ist noch lange nicht gefallen. Nach einem turbulenten 1. Lauf mit zahlreichen „Favoritinnenstürzen“ holte Löllings deutsche Rivalin vom Königssee, Titelverteidigerin Tina Hermann, im 2. Durchgang am Donnerstagvormittag die Brechstange raus und verbesserte sich mit Tagesbestzeit von Platz 11 nach Durchgang 1 schon auf Podestrang 3. Zwischen den beiden deutschen Pilotinnen rangiert noch die Russin Elena Nikitina, Führende nach dem 1. Durchgang.

Elf Hundertstel vor Nikitina

Vor den Finalläufen am Freitag liegt die 26-jährige Ex-Weltmeisterin aus Brachbach um elf Hundertstelsekunden vor der Russin und deren 24 vor Tina Hermann. Jacqueline Lölling meisterte bei schwierigen, weil sehr winterlichen, Bedingungen mit Kälte und Schneefall den anspruchsvollen Parcours im Erzgebirge sehr konstant. Nach 58,39 Sekunden im 1. Lauf steigerte sie sich im nächsten Durchgang noch einmal um vier Hundertstelsekunden. Ausschlaggebend war ein besserer Start als im 1. Lauf. Eine Zehntelsekunde schneller auf den ersten Metern - das bedeutete am Ende eben den knappen Vorsprung auf Nikitina.

"Mein Kopf war woanders"

Doch Tina Hermann bewies schon im Vorjahr an gleicher Stätte ihre Kämpferqualitäten. Damals schnappte sie im 4. lauf trotz schier aussichtslosem Rückstand der Schweizerin Marina Gilardoni den WM-Titel weg: Gilardoni beendete daraufhin enttäuscht ihre Karriere. Nicht ganz unerwartet kam daher gestern auch schon mal die Kampfansage aus Oberbayern: „Morgen werde ich das schaffen und nochmal voll angreifen“, so Tina Hermann, die ihre 1. Lauf hingegen nüchtern analysierte: „Das war von oben bis unten gar nichts. Mein Kopf war woanders, ich habe total überpaced!“

Es ist einfach saukalt hier

Aber auch Jacqueline Lölling war keineswegs euphorisch: „Das waren zwei solide Fahrten von mir, aber ich habe im 2. Lauf Fehler gemacht, ab Kurve 14 hat mich das dann Zeit gekostet.“ Und die Siegerländerin wusste wie alle Konkurrentinnen um die schwierigen Bedingungen in Altenberg: „Es ist einfach saukalt hier! Das Eis ist sehr hart, verzeiht keinen Fehler. Jeder Lenkpunkt muss sitzen, sonst rutscht man weg.“

Bundestrainer nicht zufrieden

Die Gesamtweltcup-Beste des Vorjahres verabschiedete sich aus dem Zielkanal in Richtung Trainerteam, um per Videoanalyse auf Fehlersuche zu gehen. Bundestrainer Christian Baude war ebenfalls kritisch gestimmt: „Mit den Platzierungen bin ich zufrieden, mit den Fahrten unserer vier Damen aber nicht. Im Training lief es diese Woche besser. Jetzt müssen wir schauen, dass es morgen klappt.“

Hannah Neise durchgereicht

Ein Wechselbad der Gefühle erlebte in Altenberg  nämlich auch WM-Debütantin Hannah Neise. Die 29-Jährige aus dem Mescheder Stadtteil Freienohl lag nach dem 1. Lauf überraschend auf Platz 3, fuhr dann im 2. Lauf aber fast eine Sekunde langsamer und wurde bei Halbzeit auf Platz 9 durchgereicht. „Ich hatte die Woche über viele Probleme hier in Altenberg. Der 2. Lauf war leider ein bisschen traurig für mich.“

"Flockdown" der Favoritin

Die größte Überraschung aber war der „Flockdown“ der haushohen Favoritin Janine Flock. Die Österreicherin, überlegene Siegerin im Gesamt-Weltcup, wurde offenbar ihrer Nerven nicht Herr. Mit fast eineinhalb Sekunden Rückstand auf Nikitina reihte sich die Tirolerin nach Lauf 1 nur auf Rang 17 ein und musste da schon alle Goldträume begraben. Zwar war Flock im zweiten Durchgang etwas schneller, doch sind es nun schon über zwei Sekunden auf „Jacka“ Lölling - das ist nicht mehr aufzuholen. „Ich bin extrem gerutscht, habe keinen Grip gehabt, weil die Bahn sehr hart war“, suchte die 30-Jährige nach Gründen ihrer schlechten Performance. Trotzig kündete sie aber an: „I geb jetzt noch amoal richtig Gas!“

Skeleton-WM der Frauen

Stand nach zwei von vier Läufen: 1. Jacqueline Lölling (Brachbach) 1:56,74 Min. (58,39 Sek.+58,35 Sek.); 2. Elena Nikitina (Russland) +0,11 Sek. (58,32+58,53); 3. Tina Hermann (Königssee) +0,24 (58,96+58,02); ... 6. Sophia Griebel (Suhl) +0,98 (58,80+58,92); 7. Anna Fernstaedt (Tschechien) +1,05 (58,90+58,89); ... 9. Hannah Neise (Freienohl) +1,12 (58,52+59,34); ... 15. Janine Flock (Österreich) 2,24 (59,72+59,27).

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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