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Darüber spricht die Kreisliga
Jetzt spricht Schiri Nickel: "Hätte SAF gewarnt"

Schiedsrichter Patrick Nickel (Bildmitte), hier beim A-Kreisliga-Spiel zwischen dem FC 08 Kreuztal und Grün-Weiß Siegen (2:2), stand der Siegener Zeitung zum spektakulären B-Liga-Match zwischen dem TSV Siegen und der SpVg Anzhausen/Flammersbach Rede und Antwort.
  • Schiedsrichter Patrick Nickel (Bildmitte), hier beim A-Kreisliga-Spiel zwischen dem FC 08 Kreuztal und Grün-Weiß Siegen (2:2), stand der Siegener Zeitung zum spektakulären B-Liga-Match zwischen dem TSV Siegen und der SpVg Anzhausen/Flammersbach Rede und Antwort.
  • Foto: René Gerhardus
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Siegen. Hohe Wellen hat das B-Kreisliga-Fußballspiel der Staffel 1 am Sonntag zwischen dem TSV Siegen und der SpVg Anzhausen/Flammersbach geschlagen. Die Gäste hatten die Partie auf dem Platz mit 2:1 gewonnen, mussten aber wenig später eine 0:2-Niederlage am „grünen Tisch“ hinnehmen, weil sie in der 89. Minute einen fünften Einwechselspieler aufs Feld gebracht hatten. SAF-Spielertrainer Sven Hinkel nahm die komplette Verantwortung für den fatalen Wechselfehler auf sich (die SZ berichtete).
Auch im Internet wurde der Fall teils leidenschaftlich und emotional diskutiert, wobei auch die Frage aufkam, ob der Unparteiische das Gästeteam nicht rechtzeitig – sprich: vor dem Vollzug der geplanten fünften Einwechslung – auf diesen Fehler hätte hinweisen müssen.

krup Siegen. Hohe Wellen hat das B-Kreisliga-Fußballspiel der Staffel 1 am Sonntag zwischen dem TSV Siegen und der SpVg Anzhausen/Flammersbach geschlagen. Die Gäste hatten die Partie auf dem Platz mit 2:1 gewonnen, mussten aber wenig später eine 0:2-Niederlage am „grünen Tisch“ hinnehmen, weil sie in der 89. Minute einen fünften Einwechselspieler aufs Feld gebracht hatten. SAF-Spielertrainer Sven Hinkel nahm die komplette Verantwortung für den fatalen Wechselfehler auf sich (die SZ berichtete).
Auch im Internet wurde der Fall teils leidenschaftlich und emotional diskutiert, wobei auch die Frage aufkam, ob der Unparteiische das Gästeteam nicht rechtzeitig – sprich: vor dem Vollzug der geplanten fünften Einwechslung – auf diesen Fehler hätte hinweisen müssen. Um die Situation zu erhellen, hat sich die Siegener Zeitung gestern u. a. mit Patrick Nickel unterhalten, der die Begegnung auf der Sportanlage West in Trupbach leitete.

"Ging von Wiedereinwechslung aus"

„In diesem Moment war mir das nicht bewusst. Ich bin fest davon ausgegangen, dass es sich um eine Wiedereinwechslung handelt, und diese sind ja seit Beginn dieser Saison im Kreisliga-Bereich erlaubt“, erklärte der für den SV 1911 Setzen pfeifende Nickel, den die Erkenntnis aber nur wenig später, also noch auf dem Spielfeld, traf: „Ganz kurz vor dem Abpfiff dachte ich auf einmal: Mensch, hier stimmt doch etwas nicht. Ich habe dann noch mal auf meine Karte geschaut und gesehen, dass der betreffende Spieler vorher noch nicht gespielt hatte, dass dies folglich der fünfte Einwechselspieler war – aber da war es ja ohnehin schon zu spät, da er bereits am Spiel teilnahm.“

Die Gewissensfrage, ob er denn die Verantwortlichen des Gästeteams „gewarnt“ hätte, falls ihm der Fehler rechtzeitig aufgefallen wäre, beantworte Nickel nach sorgfältiger Abwägung, aber dennoch bestimmt: „Das ist eine schwierige Frage, weil man ja in jedem Falle Einfluss nehmen würde. Sage ich Anzhausen/Flammersbach Bescheid, bewahre ich sie vor einem spielentscheidenden Fehler – aber das wäre dann wiederum zum Nachteil des TSV Siegen, der von genau diesem Fehler profitiert, wenn ich es nicht sage. Dennoch bin ich sicher, dass ich den SAF-Verantwortlichen gesagt hätte, dass sie diesen Wechsel lieber nicht vornehmen sollen.“

Kornmann sieht es wie Nickel

In dieser Frage liegt Patrick Nickel im übrigen genau auf einer Wellenlänge mit Andreas Kornmann, dem Lehrwart des Kreisschiedsrichterausschusses (KSA) des FLVW-Kreises Siegen-Wittgenstein: „Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich hätte mich in einem solchen Fall als fairer 23. Mann gesehen und auf den bevorstehenden Fehler hingewiesen. Ich kann mich aber an einen vergleichbaren Fall nicht erinnern, und deshalb gibt es in unserem Kreis auch keine Empfehlung an die Schiedsrichter, wie sie sich da verhalten sollen“, bekannte Kornmann im Gespräch mit der Siegener Zeitung. „Das könnten wir höchstens jetzt thematisieren, weil es nun passiert ist.“

Ähnlich sieht es der KSA-Vorsitzende Ulrich Neus: „Grundsätzlich darf ein Schiedsrichter keinem Spieler verwehren, am Spiel teilzunehmen. Es gibt ja schon mal Fälle, wo ein Spielerpass nicht vorliegt, der Spieler aber dennoch eingesetzt wird – das liegt eben komplett in der Verantwortung des Vereins. Genau so verhält es sich hier: Wenn ein Spieler zur Einwechslung parat steht, muss der Schiedsrichter davon ausgehen, dass dieser Vorgang korrekt ist.“

"So etwas merkst du nicht"

Dies wiederum bestätigt Patrick Nickel, der gestern 43 Jahre alt wurde: „Ich habe mittlerweile über 500 Spiele gepfiffen, so etwas ist mir noch nicht untergekommen. So etwas merkst du auch nicht, weil du einfach nur einträgst: Okay, Rückennummer 8 kommt für Nummer 60. Der Gedanke, dass etwas nicht stimmt, kam mir erst während der vierminütigen Nachspielzeit. Nach der Überprüfung und der Gewissheit habe ich noch auf dem Weg in die Kabine die Verantwortlichen der Spielvereinigung Anzhausen/Flammersbach darüber informiert und dann auch einen entsprechenden Eintrag im offiziellen Spielbericht verfasst. Die Spielwertung hat dann der Staffelleiter auf Grund meines Vermerks vorgenommen.“

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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