Regionalliga-Hoffnung noch nicht aufgegeben
Kaan schaut nach Südwesten

Zwei Klubs, die wieder höher hinaus wollen: Der 1. FC Kaan-Marienborn (Dawid Krieger/l.) und die SG Wattenscheid (Marvin Schurig/r.) haben die Hoffnung auf die Regionalliga-Rückkehr noch nicht aufgegeben.
  • Zwei Klubs, die wieder höher hinaus wollen: Der 1. FC Kaan-Marienborn (Dawid Krieger/l.) und die SG Wattenscheid (Marvin Schurig/r.) haben die Hoffnung auf die Regionalliga-Rückkehr noch nicht aufgegeben.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Kaan-Marienborn. Die Fußball-Saison 2020/21 ist seit einigen Wochen für Deutschlands Amateure gelaufen. In den meisten Landesverbänden wurde die Spielzeit vorzeitig abgebrochen, in Westfalen kam es zur Annullierung von der D-Kreisliga bis zur Oberliga. Die Folge: keine Aufsteiger, keine Absteiger. Nutznießer sind besonders die West- und Südwest-Regionalligisten, die als Profisportler eingestuft wurden, finanzielle Hilfen erhielten und sich nun statt des drohenden Massen-Absturzes in die Oberligen bis auf eine (West) bzw. zwei (Südwest) Ausnahmen über den geschenkten Klassenerhalt freuen.

Oberliga-Quintett zieht vor Gericht

Genau das aber wollen einige Vereine nicht auf sich sitzen lassen. Ein Quintett um die Traditionsklubs Stuttgarter Kickers und Eintracht Trier sowie Hessenliga-Primus SG Barockstadt Fulda-Lehnerz geht den Klageweg und kämpft vor Gericht um das Aufstiegsrecht in die Regionalliga Südwest. „Wir gehen davon aus, dass die Vorgehensweise der Regionalliga Südwest GbR und der Oberliga Baden-Württemberg nicht in Ordnung ist und beschreiten deswegen zur Klärung den Weg vor die ordentlichen Gerichte“, sagte Rainer Lorz, Präsident des ehemaligen Bundesligisten Stuttgarter Kickers, zum Abbruch-Zeitpunkt Tabellenerster der Oberliga Baden-Württemberg.

"Auch eine Option für den Westen"

Der Ausgang? Noch offen. Aber: Die Situation beobachten auch die Verantwortlichen des 1. FC Kaan-Marienborn und der weiteren fünf Mannschaften aus der Oberliga Westfalen, die die Regionalliga-Lizenz beantragt hatten, genau. „Ich finde es gut, dass sich die Vereine gegen die Ungleichbehandlung von Regionalligisten und Oberligisten wehren“, betont Jochen Trilling, Sportlicher Leiter der Käner im SZ-Gespräch und ergänzt: „Wenn im Südwesten eine Änderung eintritt, wäre eine Klage vielleicht auch eine Option für den Westen.“

Erneute Hängepartie um den Spielmodus

Den ehemaligen Oberliga-Fußballer stört insbesondere die Kommunikation mit den Verbandsverantwortlichen um Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im FLVW. „Die Verbände machen es sich verdammt einfach. Die Regionalliga bekommt viele Privilegien, aber mit der Oberliga setzt sich niemand auseinander. Wir haben auch Kosten, die weiterlaufen, aber wir bleiben auf der Strecke. Es fehlt in so einer Ausnahmesituation an Kreativität, das ist frustrierend“, so Trilling.

Die Verbände machen es sich verdammt einfach. Die Regionalliga bekommt viele Privilegien, aber mit der Oberliga setzt sich niemand auseinander.
- Jochen Trilling, Sportlicher Leiter 1. FC Kaan-Marienborn

Der große Wunsch des westfälischen Oberliga-Sextetts: Eine Aufstiegsrunde im Juni oder Juli, die mit Blick auf die sich entspannende Corona-Lage kein Ding der Unmöglichkeit wäre – und von der vor der Saison neu formulierten Spielordnung abgedeckt ist. Gleich zu Beginn heißt es dort nämlich, dass – sofern die Saison aufgrund der Pandemie nicht zu Ende gespielt werden kann – von den Verbänden „abweichende Regelungen“ beschlossen werden könnten. „Wenn es diesen Passus doch schon gibt, müsste man sich doch einfach nur mal zusammensetzen und nach Lösungen suchen“, findet der Sportliche Leiter der Käner, der bemängelt, dass von FLVW-Seite auf Vorschläge überhaupt nicht eingegangen werde.

Zu diesen zählte u.a. eine noch einmal aufgestockte und dann geteilte Regionalliga, auch alternative Spielmodi wie eine Einfachrunde oder Play-offs waren Thema. Allerdings: Zwischen Verband und Oberligisten herrscht seit nunmehr einem Monat Funkstille. Nur erfolgreiche Klagen der Oberligisten aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg könnten wohl noch einmal Bewegung in die Angelegenheit bringen. Trilling: „Letztlicht geht es uns um Perspektiven.“ Und davon zeige der FLVW zurzeit nur wenige auf.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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