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SV Darmstadt 98
Leidenszeit beendet: Schuhen-Comeback naht

So wie hier beim 1:1 gegen den Hamburger SV will Marcel Schuhen schon bald wieder durch die Stadien der 2. Fußball-Bundesliga fliegen. Der aus Brachbach stammende Torwart des SV Darmstadt 98 ist nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder fit und brennt auf sein Comeback.
  • So wie hier beim 1:1 gegen den Hamburger SV will Marcel Schuhen schon bald wieder durch die Stadien der 2. Fußball-Bundesliga fliegen. Der aus Brachbach stammende Torwart des SV Darmstadt 98 ist nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder fit und brennt auf sein Comeback.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Darmstadt. Alles hatte so verheißungsvoll begonnen. Nach seinem (ablösefreien) Wechsel im Sommer vom SV Sandhausen zum Liga-Konkurrenten SV Darmstadt 98 avancierte Marcel Schuhen auf Anhieb zur Nummer 1 der „Lilien“. Und das Vertrauen, das Trainer Dimitrios Grammozis in den aus Brachbach stammenden Torwart setzte, rechtfertigte der 26-Jährige im ersten Liga-Spiel gleich auf eindrucksvolle Weise. Beim Hamburger SV, dem Aufstiegsfavoriten und aktuellen Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga, zeigte „Schuh“ eine bockstarke Leistung. Der 1,88 Meter große Zerberus aus dem Kreis Altenkirchen hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Darmstädter einen Punkt aus dem Volksparkstadion entführten (1:1).

Alles lief also nach Plan für den Brachbacher – bis zum verhängnisvollen2. August.

ubau Darmstadt. Alles hatte so verheißungsvoll begonnen. Nach seinem (ablösefreien) Wechsel im Sommer vom SV Sandhausen zum Liga-Konkurrenten SV Darmstadt 98 avancierte Marcel Schuhen auf Anhieb zur Nummer 1 der „Lilien“. Und das Vertrauen, das Trainer Dimitrios Grammozis in den aus Brachbach stammenden Torwart setzte, rechtfertigte der 26-Jährige im ersten Liga-Spiel gleich auf eindrucksvolle Weise. Beim Hamburger SV, dem Aufstiegsfavoriten und aktuellen Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga, zeigte „Schuh“ eine bockstarke Leistung. Der 1,88 Meter große Zerberus aus dem Kreis Altenkirchen hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Darmstädter einen Punkt aus dem Volksparkstadion entführten (1:1).

Alles lief also nach Plan für den Brachbacher – bis zum verhängnisvollen2. August. An jenem Freitag nämlich brach sich Schuhen im Training Elle und Speiche des linken Unterarms – ein Schock für Schuhen und die „Lilien“. „Ich habe einen Schuss aus kurzer Distanz unglücklich gegen die Hand bekommen – und dann ist es passiert“, erinnert sich Schuhen noch gut an die Sekundenbruchteile des Unheils.

Die Folge: Eine Operation (Schuhen: „Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung, mich operieren zu lassen“) und eine mehrwöchige Pause – bitter für den Brachbacher, der auf einem guten Weg war, Daniel Heuer Fernandes, seinen zum HSV gewechselten Vorgänger im Kasten der „98er“, vergessen zu machen.

„Das Wichtigste ist, immer positiv zu bleiben"

„Für eine Verletzung gibt es nie den richtigen Zeitpunkt. Aber hier war es besonders ungünstig. Ich hatte mich so sehr auf das erste Heimspiel am Böllenfalltor gefreut“, sagt der Keeper rückblickend.
Doch Schuhen wäre nicht Schuhen, hätte der Rückschlag nicht schon kurze Zeit später seinen Kampfgeist geweckt. „Das Wichtigste ist, immer positiv zu bleiben – und ich bin nun mal ein positiv Verrückter“, sagt der Brachbacher mit einem Lächeln. Und weiter: „Ich bin fest davon überzeugt, dass man mit einer optimistischen Herangehensweise mehr erreichen kann, um mit einer Programmierung des Unterbewusstseins Sachen positiv zu beeinflussen – in meinem Fall heiß das, die Heilung dadurch zu forcieren.“ Mit dieser zuversichtlichen Einstellung schuftete „Schuh“ für sein Comeback, quälte sich durch die kräftezehrende Reha-Zeit – und sieht nun nach langer Leidenszeit wieder Licht am Ende des Tunnels.

Unterstützung gleichzeitig auch Antrieb

Hochgehalten habe ihn in dieser schwierigen Zeit vor allem sein „starkes Umfeld“, betont Schuhen. „Meine Frau Eva, meine Familie und meine Freunde haben mich immer wieder unterstützt und aufgebaut. Das war eine große Hilfe für mich, aber zugleich auch ein Antrieb, um weiter hart zu arbeiten und schnell wieder fit zu werden“, sagt der Siegerländer, der an seiner neuen Wirkungsstätte in den ersten Wochen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte und auf Anhieb in den Mannschaftsrat berufen worden war.

Schuhens harte Arbeit in der Reha und danach im Mannschaftstraining zahlte sich aus. Beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC am 4. Oktober (1:1) stand er erstmals wieder im Kader der Südhessen – der nächste Schritt zurück zum anvisierten Platz im „Lilien“-Tor.

Das hütete in Schuhens Abwesenheit Florian Stritzel. Der machte seine Sache auch ordentlich, doch der Trend der Darmstädter geht Richtung Tabellenende. Nach gutem Saisonstart mit vier Punkten aus den ersten beiden Partien rutschten die Blau-Weißen in den Wochen danach bis auf den vorletzten Tabellenrang ab (8 Punkte). Mittlerweile ist der frühere Erstligist seit sieben Spielen sieglos. Der letzte und bislang einzige „Dreier“ datiert vom 4. August (2:0 gegen Holstein Kiel).

70-minütiger Einsatz im Testspiel gegen Würzburg

Und ausgerechnet jetzt geht es zum formstarken FC St. Pauli (Sa., 13 Uhr). Mit Schuhen als neuer, alter Nummer 1? „Ich bin jedenfalls zu 100 Prozent wieder hergestellt“, sagt Schuhen, der während der Länderspielpause erstmals wieder in einem offiziellen Spiel zwischen den Pfosten stand. Beim 2:0-Erfolg im Testkick gegen den Drittligisten Würzburger Kickers hütete er 70 Minuten lang den Kasten. Sein Fazit? „Es hat sich ausgesprochen gut angefühlt – als wenn ich nicht weg gewesen wäre“, berichtet Schuhen. „Mittlerweile habe ich die Erfahrung und weiß, was ich zu machen habe – auch nach einer so langen Spielpause.“

Klingt gut. Und Fakt ist: Marcel Schuhen brennt und drängt auf seine Rückkehr ins Darmstädter Tor. Schon am Samstag am Millerntor? „Ich würde mich freuen, der Mannschaft helfen zu dürfen. Ich glaube, dass ich als Typ wichtige Impulse geben kann“, sagt der Siegerländer. Vielleicht ist es ein gutes Omen für ihn, dass die Reise wieder nach Hamburg geht. Denn da hatte alles so verheißungsvoll begonnen . . .

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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