Pikantes Auftaktspiel beim Hamburger SV
Marcel Schuhen auf dem Sprung nach vorn

Marcel Schuhen hat mit dem Wechsel vom SV Sandhausen zum SV Darmstadt 98 den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht. Mit den „Lilien“ will er in der 2. Fußball-Bundesliga für Furore sorgen.
  • Marcel Schuhen hat mit dem Wechsel vom SV Sandhausen zum SV Darmstadt 98 den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht. Mit den „Lilien“ will er in der 2. Fußball-Bundesliga für Furore sorgen.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau  Brachbach/Darmstadt. Beharrlich, entschlossen, zielstrebig: Marcel Schuhen geht konsequent seinen Weg – und der führt ihn weiter bergauf. Zwar nicht steil, dafür aber stetig. Mit seinem (ablösefreien) Wechsel im Sommer vom SV Sandhausen zum SV Darmstadt 98 hat der Fußball-Profi aus Brachbach die nächste Stufe auf der Karriere-Leiter erklommen. Der heimische Torwart spielt zwar auch weiterhin in der 2. Bundesliga, doch bei den Südhessen ist alles eine Nummer größer als im beschaulichen Sandhausen, wo in der Vergangenheit meist Abstiegskampf angesagt war. Die „Lilien“ haben ambitioniertere Ziele. Und Schuhen will seinen Teil dazu beitragen, diese zu realisieren.

"Ein Verein mit ganz viel Charme"

„Ich sehe Darmstadt als weiteren Schritt in meiner Karriere nach oben. Das ist ein sehr familiärer Verein, der ganz viel Charme hat“, sagt Schuhen und schildert rückblickend seine ersten Eindrücke beim Gang durch das Stadion und die Katakomben. „Als ich zum Gespräch hier war, hat es draußen geregnet. Von der Decke hat es ein bisschen getropft. Da habe ich gedacht: Das ist noch Fußball pur.“ Oder anders ausgedrückt: Old school. Schuhen mag das. Das Ursprüngliche, das Traditionelle, das Nostalgische, von dem in der Glitzerwelt des kommerzialisierten Profi-Fußballs nur noch wenig übrig geblieben ist. Am „Bölle“ gibt es diese Überbleibsel noch, wenn auch im „Merck-Stadion“, so der offizielle Name, seit Monaten eifrig daran gearbeitet wird, die Arena zu modernisieren und zukunftsgerecht zu machen. „Ich freue mich schon total darauf, wenn ich hier das erste Mal einlaufen darf. Volles Stadion, tolle Atmosphäre – ich kann es kaum erwarten, bis es endlich so weit ist“, fiebert „Schuh“, der bei den „Lilien“ einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 unterschrieben hat, schon seinem Heimdebüt entgegen.

"Darmstadt auch aufgrund der Torwart-Historie interessant“

„Für mich war der SV Darmstadt 98 auch aufgrund der Torwart-Historie interessant“, erläutert der 26-Jährige mit Blick auf seine Vorgänger. „Man sieht, wie die Entwicklung der Jungs hier vorangegangen ist.“ In der Tat! Christian Mathenia und Michael Esser schafften über Darmstadt den Sprung in die 1. Bundesliga, Daniel Heuer Fernandes will nun mit dem HSV dorthin. Durch diese Personalien stehe man hier „sicherlich mehr im Fokus“, konstatiert Schuhen und fügt lächelnd hinzu. „Ich probiere, dass mein Name in dieser Reihe vielleicht auch irgendwann mal genannt wird.“ Dass er als Nachfolger von Heuer Fernandes in große Fußstapfen tritt, weiß Schuhen. Der ehrgeizige Keeper sagt aber auch: „Es ist wichtig, sich nicht mit anderen zu vergleichen, sondern seinen eigenen Stil zu haben.“

Bei der JSG Mudersbach/Brachbach fing alles an

Und den hat er kontinuierlich weiterentwickelt. Angefangen hat alles bei der JSG Mudersbach/Brachbach. Von seinem Heimatverein wechselte Schuhen 2006 als damals 13-Jähriger zum 1. FC Köln, bei dem er alle folgenden Jugendmannschaften durchlief und im Seniorenbereich von 2012 bis 2014 in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga spielte (63 Einsätze). Im Januar 2015 wechselte der Siegerländer zum Drittligisten Hansa Rostock. Für den Klub von der Ostsee absolvierte Schuhen 91 Spiele, ehe es den „Zerberus“ 2017 in die 2. Bundesliga zum SV Sandhausen zog. In seiner ersten Saison bestritt er alle 34 Saisonspiele, in der abgelaufenen Spielzeit kam er – auch aufgrund einer schweren Verletzung – auf 22 Partien.

SV Sandhausen "genau die richtige Station"

Rückblickend betrachtet sei es „genau die richtige Station“ gewesen, um die ersten Zweitliga-Schritte zu gehen. „Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass man mir die Möglichkeit gegeben hat, in der 2. Liga zu spielen. Es war eine tolle Zeit. Ich habe in Sandhausen sehr viel gelernt. Es gab viele gute Momente, aber auch einige nicht so gute. Vor allem zuletzt die Zusammenarbeit mit Trainer Uwe Koschinat und Torwart-Trainer Daniel Ischdonat hat unheimlich große Freude gemacht. Der Coach hat Vertrauen in mich gehabt, er hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Für einen Torwart ist das besonders wichtig. Das war mit ausschlaggebend für meine guten Leistungen in der Rückrunde“, betont Schuhen. „Daher ist mir die Entscheidung, den SV Sandhausen nach dem erreichten Klassenerhalt zu verlassen, auch nicht leicht gefallen.“

Gleich in den Mannschaftsrat berufen

Jetzt zählt aber nur noch der SV Darmstadt 98, dessen blau-weißes Trikot auch Marcel Heller, der frühere Spieler der Sportfreunde Siegen, trägt. „Ich bin hier gut aufgenommen worden“, berichtet Schuhen. Dass er an seiner neuen Wirkungsstätte in den ersten Wochen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat und ihm Führungsqualitäten zugetraut werden, belegt die Berufung in den Mannschaftsrat – ein Vertrauensbeweis erster Güte.
Auf der Torwart-Position muss er sich gegen Florian Stritzel und Carl Leonhard behaupten. Das Verhältnis zu beiden sei sehr gut, erklärt der 1,88 m große Brachbacher. „Es ist auch wichtig, dass das Torwart-Team funktioniert. Konkurrenz gehört dazu und ist leistungsfördernd, aber der Kampf um die Plätze muss vernünftig ablaufen, damit sich jeder weiterentwickeln kann.“ Seine persönlichen Ziele für die kommende Spielzeit formuliert er wie folgt: „Ich möchte natürlich so viele Spiele wie möglich machen und an die sehr gute Rückrunde der vergangenen Saison anknüpfen.“
Und was traut Schuhen seinem neuen Team zu? „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch schwierig zu sagen. Auch wenn es eine Floskel ist: Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen. Die 2. Liga ist sehr ausgeglichen. Wichtig ist, dass die Mannschaft bei sich bleibt.“

"Antrieb, um Schweinhund zu überwinden"

Gleich zum Auftakt hat das Team von Trainer Dimitrios Grammozis, der seit Ende Februar das Zepter am „Bölle“ schwingt und die „Lilien“ nach einer starken Rückrunde (20 Punkte aus elf Spielen) noch auf den 10. Tabellenplatz führte, einen ganz dicken Brocken vor der Brust: den Hamburger SV (So., 13.30 Uhr). Schuhen: „Das ist direkt ein Kracher. Da sind sicher 45 000 oder 50 000 Fans im Stadion – für solche Spiele wird man Fußballer. Dieser Auftakt war Antrieb, um den ein oder anderen Schweinehund in der Vorbereitung zu überwinden.“

"Es spielt nicht Heuer Fernandes gegen Schuhen"

 Pikanterie am Rande: Gleich im ersten Spiel für Darmstadt 98 trifft Schuhen auf seinen Vorgänger Daniel Heuer Fernandes – sofern sie denn beide die Nummer eins sind. Ist das Spiel aufgrund dieser Konstellation ein besonderes? „Nein“, sagt Schuhen mit Nachdruck. „Man sollte das nicht zu hoch bewerten. Es spielt der HSV gegen Darmstadt und nicht Heuer Fernandes gegen Schuhen.“
Als Mutmacher für die „Lilien“ dient das letzte Aufeinandertreffen am 16. März: Da drehte Darmstadt im Volksparkstadion einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg. Seinerzeit jubelte Heuer Fernandes. Das soll sich am Sonntag ändern – so wird dann ein „Schuh“ daraus …

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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