Torhüter des SV Darmstadt 98
Marcel Schuhen zum Zuschauen verdammt

In Quarantäne: Torwart Marcel Schuhen wird auch das zweite Saisonspiel des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98 verpassen.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ubau Darmstadt. Im ersten Moment hat Marcel Schuhen die Welt nicht mehr verstanden. „Als ich die Nachricht bekam, mich in Quarantäne begeben zu müssen, konnte ich das zunächst überhaupt nicht nachvollziehen. Ich habe mich an alle Regeln gehalten. Ich hatte keine Symptome, und ich fühlte mich nicht krank“, erinnert sich der aus Brachbach stammende Torwart des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98 an den Nachmittag des 20. Juli  – jenen Tag, an dem er in die eigenen vier Wände verbannt wurde. Der Grund: Drei Profis der „Lilien“ waren positiv getestet worden. Und da Schuhen – wie auch einige seiner Teamkollegen – (noch) nicht geimpft bzw. genesen ist, erhielt er eine Quarantäne-Anordnung.

Das wiederum hatte zur Folge, dass der Zerberus aus dem Kreis Altenkirchen das Saisonauftaktspiel seiner „98er“ gegen Jahn Regensburg (0:2) verpasste. Sofa statt Böllenfalltor, zum Zuschauen verdammt, Konkurrent Morten Behrens zwischen den Pfosten und obendrein noch eine Heimniederlage – viel bitterer hätte der vergangene Samstag für den Brachbacher nicht verlaufen können. „Man will der Mannschaft helfen, darf es aber nicht. Das war natürlich total beschissen für mich“, gewährt „Schuh“ im SZ-Gespräch einen Einblick in sein Seelenleben. Ärgerlich war es auch deshalb, weil sich der Brachbacher auf einem guten Weg sah, auch in dieser Saison die Nummer eins der „Lilien“ zu werden.

Kampf um die Nummer eins

In der letzten Saison war Schuhen unangefochtener Stammtorwart, doch vor dieser Spielzeit stellte sich die Situation komplett neu da: Mit Torsten Lieberknecht kam ein neuer Trainer ans „Bölle“, mit Dimo Wache ein neuer Torwarttrainer, und mit Morten Behrens und Steve Kroll bekam Schuhen zwei neue Konkurrenten. Bedeutete: Der Kampf um die Nummer eins wurde neu ausgerufen.

„Die Vorbereitung ist gut gelaufen für mich“, rekapituliert Schuhen. „Daher war es umso schmerzhafter für mich, meinen Platz kampflos räumen zu müssen“, gesteht der 28-Jährige, der seit Juli 2019 beim SV Darmstadt 98 unter Vertrag steht.

Schuhen blieb also nichts anderes übrig, als sich zu Hause fit zu halten. „Der Verein hat mir ein paar Trainingsutensilien auf den Balkon gestellt“, erzählt der Kicker aus der „AK“-Land, der für einige Tage das runde Leder gegen ein Spinningrad und Langhantelstangen eintauschte. „Wichtig ist, auch aus so einer Situation noch das Positive herauszuziehen, sonst dreht man durch“, sagt Schuhen, für den die häusliche Quarantäne aber auch einen positiven Aspekt hat: So kann er viel mehr Zeit als sonst mit seinem zehnmonatigen Filius Oscar verbringen. Und noch etwas sei von Vorteil gewesen, sagt Schuhen mit einem Augenzwinkern: „Ich konnte meinen Kleiderschrank aussortieren.“

Impfen oder nicht?

Es bleibt aber die eine, alles entscheidende Frage: Warum hat er sich noch nicht impfen lassen? „Ich habe deshalb gewartet, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich auf der sicheren Seite bin, wenn ich mich an das aktuelle Hygienekonzept der DFL halte und nicht infiziert werde, oder durch mehrere negative PCR-Tests nicht in Quarantäne komme. In der Vergangenheit war das stets der Fall“, erklärt Schuhen, der nun aber überlegt, sich ein Vakzin verabreichen zu lassen. „Wenn ich noch mal in Quarantäne müsste, wäre das für meine Karriere nicht förderlich“, bringt es der Brachbacher auf den Punkt.

Individualtraining wieder erlaubt

Interessant: Zwar ist der Keeper, der bei der SG Mudersbach/Brachbach das Fußball-ABC erlernte und bislang 114 Zweitliga-Partien für den SV Sandhausen und Darmstadt 98 bestritt, noch offiziell bis zum 1. August in häuslicher Isolation, doch seit drei Tagen darf er schon wieder Individualtraining absolvieren. Dafür erhielt er eine Sondergenehmigung vom Gesundheitsamt. Praktisch sieht das so aus, dass Schuhen sich zu Hause die Trainingsklamotten überstreift, zum Trainingsplatz fährt, dort einen Corona-Schnelltest macht, seine Einheit – getrennt von den Mannschaftskameraden – absolviert und sich danach direkt wieder nach Hause begibt.

Besser, als zu Hause auf dem Balkon zu trainieren, ist das allemal. Wichtig, so Schuhen, sei aber, „dass ich nun schnellstmöglich ins Mannschaftstraining zurückkehren kann“.

Einsatzgarantie im DFB-Pokal

Sieht er seinen angestammten Posten zwischen den Pfosten auf Dauer in Gefahr? Schließlich wird er auch das zweite Saisonspiel am Freitagabend beim Karlsruher SC verpassen. „Nein“, antwortet der Brachbacher, „da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Ich bin schon viele Jahre dabei und habe in meiner Karriere so manchen Rückschlag wegstecken müssen. Aber ich bin immer wieder zurückgekommen. Und das werde ich auch diesmal schaffen“, sagt Schuhen im Brustton der Überzeugung.

Ein Gespräch mit Trainer Torsten Lieberknecht hat ihm weitere Zuversicht verliehen. „Er hat mir bereits zugesagt, dass ich im DFB-Pokalspiel beim TSV 1860 München auf jeden Fall im Tor stehen werde“, verrät Schuhen. Diese Nachricht versteht der Brachbacher viel besser..

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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