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TG Friesen Klafeld-Geisweid hat viel vor
Mehr Generationen für Sport und Spiel

Der Grund für eine Spielfläche ist bereitet: auch Christoph Otto (Freund des Vereins), Erhard Zissel (mit grüner Jacke), rechts daneben halb verdeckt Klaus-Peter Stein (Mitglied) und rechts im Vordergrund mit der Spitzhacke Jan Lindenschmidt (Freund des Vereins)
legten fleißig Hand an.
  • Der Grund für eine Spielfläche ist bereitet: auch Christoph Otto (Freund des Vereins), Erhard Zissel (mit grüner Jacke), rechts daneben halb verdeckt Klaus-Peter Stein (Mitglied) und rechts im Vordergrund mit der Spitzhacke Jan Lindenschmidt (Freund des Vereins)
    legten fleißig Hand an.
  • Foto: Verein
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

geo Geisweid. Wenn ein Zeitungsbericht mit den Worten beginnt: „Der Verein XY kommt nicht zur Ruhe ...“, dann schwant dem geneigten Leser meist nichts Gutes. Diese Geschichte meint es aber anders, denn im Siegener Stadtteil Geisweid wird die 130 Jahre junge Turngemeinde Friesen nicht müde, den Verein und sein wichtigstes Gut, die Friesenhalle nebst Außenanlage, für die Zukunft aufzuhübschen.
Ziemlich genau vor einem Jahr weihte man nach mehrjähriger Kernsanierung die vor allem energetisch auf den neuesten Stand gebrachte, 90 Jahre alte, Turnhalle quasi neu ein. Rund 700 000 Euro hatte dieser Kraftakt gekostet, der nicht nur der Umwelt zugute kam. Mit einem barrierefreien Anbau schuf man zugleich die Möglichkeit, ganz neue Zielgruppen anzusprechen.

geo Geisweid. Wenn ein Zeitungsbericht mit den Worten beginnt: „Der Verein XY kommt nicht zur Ruhe ...“, dann schwant dem geneigten Leser meist nichts Gutes. Diese Geschichte meint es aber anders, denn im Siegener Stadtteil Geisweid wird die 130 Jahre junge Turngemeinde Friesen nicht müde, den Verein und sein wichtigstes Gut, die Friesenhalle nebst Außenanlage, für die Zukunft aufzuhübschen.
Ziemlich genau vor einem Jahr weihte man nach mehrjähriger Kernsanierung die vor allem energetisch auf den neuesten Stand gebrachte, 90 Jahre alte, Turnhalle quasi neu ein. Rund 700 000 Euro hatte dieser Kraftakt gekostet, der nicht nur der Umwelt zugute kam. Mit einem barrierefreien Anbau schuf man zugleich die Möglichkeit, ganz neue Zielgruppen anzusprechen. Dabei hatte die TG keineswegs das große Geld auf dem Bankkonto liegen. Vielmehr erwies sich die Vorstandsmannschaft um den Vorstandsvorsitzenden Klaus Peter Mühlnikel als wahrer „Dschungelheld“!

Mit viel Kreativität durch den Bürokratiewust

Beharrlich und mit viel Kreativität forstete man sich durch den Bürokratiewust, um an Förder- und Zuschussgelder von Stadt und Land zu kommen. Angesparte 100 000 Euro flossen mit ein – das wars aber auch schon!

"Mehrgenerationentreff" angelegt

Doch nach der Arbeit ist vor der Arbeit: „Wir sind aber noch längst nicht fertig“, kündigte Mühlnikel bereits im letzten November an. Dann tauchte Corona auf, aber die Friesen trotzen auch diesem unsichtbaren Gegner und begannen im hintersten Geländeteil mit der Anlegung eines „Mehrgenerationentreffs“. Der Gedanke dahinter leuchtet in einem nicht unproblematischen Stadtteil mit hohem Anteil von Familien mit Migrationshintergrund durchaus ein, eine „Oase“ der Begegnung zu schaffen. Bekanntlich ist das Areal der Friesenhalle frei zugänglich. Zuerst legte man zwei Boule-Spielfelder an, die bereits rege genutzt werden.
Derzeit laufen die Eigenarbeiten zur Abrundung der hinteren Fläche zu einer Spiellandschaft. Klaus Peter Mühlnikel ist dabei eine Botschaft wichtig: „Wir möchten unseren Mitgliedern, aber auch allen Menschen im Stadtteil Geisweid, unser gut erreichbares Vereinsgelände mehr an die Hand geben. Dabei nehmen wir gerade beim Mehrgenerationentreff kein eigenes Geld in die Hand.“ Tatsächlich schaffen es die fleißigen Friesen immer wieder, wohlmeinende Spender zu motivieren, um der neuen Anlage am Ende Stück für Stück ein hübsches, freundliches Gesicht zu geben. Gerade laufen noch die vorbereitenden Arbeiten für einen Sandkasten und die Anbringung von Rutschen und Klettergeräten. Im Gespräch mit der SZ betonte Mühlnikel mehrmals diese selbst auferlegte Null-Euro-Ausgabelinie: „Unsere Mitglieder sollen auch in diesen schwierigen Zeiten mit Kurzarbeit und Entlassungen spüren, das wir zwar auch bei ruhendem Sportbetrieb weiter etwas für sie tun, dass dafür aber nicht die Beiträge verpulvert werden.“

Halle soll zukunftsfest gemacht werden

Parallel zu den eigenen Arbeiten außerhalb der Turnhalle haben die Geisweider noch weitere Projekte angestoßen, um die Halle zukunftsfest zu machen. Hier wartet man gerade sehnsüchtig auf Mittel aus dem Förderprogramm des Landes („Moderne Sportstätten 2022“). Alle Kommunen erhalten dabei, berechnet nach Einwohnerzahl, anteilig Fördermittel, die sie bei vorliegenden Anträgen an die Vereine weitergeben können. Alleine in 2020 profitierten bereits viele Siegerländer und Wittgensteiner Sportvereine von dieser NRW-Unterstützung.

Vier Projekte angemeldet

Die TG Friesen Klafeld-Geisweid hat gleich vier Projekte angemeldet, die den Umbau der Friesenhalle abrunden sollen. Wichtigste Maßnahme ist dabei der Einbau einer schall-isolierten Trennwand zwischen der großen Bühne und der eigentlichen Halle. Rund 90 000 Euro wird das kosten, hat aber einen entscheidenden Vorteil. Mühlnikel: Bisher konnten nicht zwei Gruppen gleichzeitig die eigentlich vorhandenen Räumlichkeiten nutzen – man hätte sich permanent gestört.“ Die jetzt geplante Trennwand – ähnliches kennt man aus Gemeindehäusern oder Kirchen – wird es dem Verein auch im Hinblick auf Integration und Barrierefreiheit ermöglichen, noch mehr und bessere Sportangebote zu entwickeln. Geplant ist es, bei vorliegender Förderzusage in den kommenden Sommerferien die Trennwand einzubauen, da dann zwingend jeglicher Sportbetrieb in der Halle ruhen muss.

„Weiter, immer weiter!“

Und um es mit einem berühmt-berüchtigten Oliver-Kahn-Zitat zu beschreiben: „Weiter, immer weiter!“ Der Parkplatz hinter der Friesenhalle ist derzeit als Schotterfläche ausgelegt und damit nicht barrierefrei. Diese Fläche soll umgestaltet werden, damit behinderte Menschen auch mit Rollstühlen parken und trotzdem die Halle erreichen können (115 000 Euro). Auch an der Außenfassade muss noch Hand angelegt werden, und in der Friesenhalle gibt es ebenfalls noch kleinere „Baustellen“, die in einem späteren Bauabschnitt saniert werden müssen. Diese beiden Maßnahmen schlagen dann noch einmal mit gut 100 000 Euro zu Buche. Immer unter dem Vorbehalt, dass beantragte Fördermittel auch wirklich „fließen“.
Aber was kann einem nicht unproblematischen städtischen „Quartier“ Besseres passieren, als engagiertes Ehrenamt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität, mit und ohne körperliche oder geistige Einschränkungen an einem gut erreichbaren Ort ungezwungen und ohne Ballast jeder Art zusammen zu bringen? Nichts.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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