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Max Falkenheiner holt Rodel-Titel
Mit neun Jahren mit 84 km/h durch den Eiskanal!

"Die ist supernett", sagt Max Falkenheiner über die aus Brachbach stammende Skeleton-Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen, Jacqueline Lölling.
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  • Foto: privat
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krup Anzhausen. Ein Rodel-Talent aus Anzhausen, dem beschaulichen Ortsteil von Wilnsdorf mit knapp 1400 Einwohnern, auf einer Höhe von gerade mal 310 Metern gelegen. Gibt’s nicht, glaubt ihr? Gibt’s doch! Der neunjährige Max Falkenheiner gewann am Wochenende in Winterberg die Westdeutsche Meisterschaft in seiner Altersklasse (D-Jugend, „Start ab Kurve 9“), nachdem er zuvor bereits auch die anderen beiden Läufe in dieser Saison für sich entschieden hatte.

Wie kommt man als Siegerländer Junge auf die Idee, sich für den Rodelsport zu erwärmen? „Wir sind mit der Familie des ehemaligen Viererbob-Weltmeisters Maximilian Arndt befreundet. Meine Eltern sind große Biathlon-Anhänger und organisieren immer die Reisen ihres Fanclubs, dem sie auch vorstehen, nach Oberhof.

krup Anzhausen. Ein Rodel-Talent aus Anzhausen, dem beschaulichen Ortsteil von Wilnsdorf mit knapp 1400 Einwohnern, auf einer Höhe von gerade mal 310 Metern gelegen. Gibt’s nicht, glaubt ihr? Gibt’s doch! Der neunjährige Max Falkenheiner gewann am Wochenende in Winterberg die Westdeutsche Meisterschaft in seiner Altersklasse (D-Jugend, „Start ab Kurve 9“), nachdem er zuvor bereits auch die anderen beiden Läufe in dieser Saison für sich entschieden hatte.

Wie kommt man als Siegerländer Junge auf die Idee, sich für den Rodelsport zu erwärmen? „Wir sind mit der Familie des ehemaligen Viererbob-Weltmeisters Maximilian Arndt befreundet. Meine Eltern sind große Biathlon-Anhänger und organisieren immer die Reisen ihres Fanclubs, dem sie auch vorstehen, nach Oberhof. Die Mutter von Maximilian Arndt ist dort für den Ticketservice verantwortlich, so haben wir uns kennengelernt. Dadurch ist Max begeisterter Bob-Fan geworden, und Maximilian hat ihm geraten, mit dem Rodeln anzufangen – genau so, wie er das damals getan hat“, erklärt Virginia Falkenheiner, die Mutter von Max.

Ihr Sohn folgte also dem Rat seines großen Namensvetters. Im Alter von sieben Jahren bestritt er seine ersten Wettkämpfe auf der Rodelbahn. Allerdings nicht auf der kompletten Bahn, denn die jungen Jahrgänge fahren zunächst nur in bestimmten Kurven, um sich behutsam an das Fahrgefühl, die Geschwindigkeit und die Eigenarten des Eiskanals heranzutasten. Um den Nachwuchs möglichst schnell im technischen Bereich auszubilden, fließt in die Ergebnisse nicht nur die Laufzeit, sondern auch eine Art „technische Note“ für die saubere Ausführung ein. So bringt eine sehr gute Fahrlage folgerichtig die Note eins. Bei seinem Westdeutschen Meistertitel sammelte Max insgesamt 185 von 200 möglichen Punkten für seine Fahrzeit und die technische Note.

Da Max Falkenheiner für den BSC Winterberg startet, ist die Rodelanlage in Winterberg quasi seine „Heimbahn“. Trainieren kann er dort allerdings nur an Wochenenden, „da der Fahraufwand unter der Woche zu hoch ist und sich zudem mit den Schulzeiten nicht vereinbaren lässt“, wie Vater Stefan erläutert. „Dafür kann ich einmal pro Woche in der Anzhäuser Schulturnhalle Kondition trainieren. Ich möchte mich dafür bedanken, dass mir die Gemeinde Wilnsdorf diese Möglichkeit gibt“, freut sich Max.
Dort legt der aufgeweckte und freundliche Neunjährige – meist unter Anleitung und Aufsicht seiner Mutter – die Grundlagen für seinen in vielerlei Hinsicht fordernden und anspruchsvollen Sport. „Wir müssen drei Mal im Jahr einen Leistungstest absolvieren“, berichtet Max. Die Anforderungen sind beträchtlich: „Dabei muss man zum Beispiel einen 1 Kilogramm schweren Medizinball über seinen eigenen Kopf nach hinten werfen. Ab einer Weite von fünf Metern gibt es den ersten Punkt.“ An zehn Stationen können die Kinder Punkte sammeln, da kann man sich also vorstellen, dass die jungen Rodel-Pilotinnen und -Piloten ganz schön ins Schwitzen kommen …

Ein unvergessliches Erlebnis hatte der Neunjährige erst unlängst, als er dem Wilgersdorfer Malte Schwenzfeier bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Zweierbob die Goldmedaille überreichen durfte. „Der Malte ist cool“, grinst der Anzhäuser, der die vierte Klasse der Montessorischule in Siegen besucht und im Sommer aufs Gymnasium wechseln wird. „Ich wusste erst gar nicht, dass er aus Wilgersdorf kommt und so ja praktisch mein Nachbar ist. Auch Jacqueline Lölling habe ich schon kennengelernt, die ist supernett“, berichtet Max begeistert über ein Treffen mit der aus Brachbach stammenden Olympia-Silbermedaillen-Gewinnerin im Skeleton. Zwar spielt der Neunjährige auch leidenschaftlich gern Fußball (momentan in der E-Jugend der JSG Anzhausen-Flammersbach/Deuz), „und Taekwondo würde ich auch total gern machen“, sagt er, doch seinem Rodelsport ordnet er vieles unter. Sein großes Ziel ist – natürlich – die Teilnahme an Olympischen Spielen, irgendwann. „Das ist noch so weit weg. Jetzt freue ich mich erst einmal darauf, dass ich in der kommenden Saison zum ersten Mal an Deutschen Meisterschaften teilnehmen darf und dort auf andere Kinder aus den Stützpunkten Thüringen, Sachsen und Bayern treffe – das wird superspannend.“

Einen besonderen Wunsch hegt Max für die nahe Zukunft: Da er bereits eine Menge Medaillen und Pokale gewonnen hat, soll eine Vitrine her. „Am liebsten beleuchtet“, sagt Max mit funkelnden Augen. Dort soll dann auch die Weltcup-Trophäe, die ihm sein Winterberger Vereinskamerad Christopher Weber geschenkt hat und die Max besonders am Herzen liegt, einen Ehrenplatz erhalten.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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