SZ-Plus

Siegener Pokal-Held des 1. FC Saarbrücken
Nino Miotke: Ungewissheit statt DFB-Pokal-Halbfinale

Der aus Siegen stammende Nino Miotke (Bildmitte) und seine Mannschaftskameraden vom Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken schrieben mit ihrem Einzug ins Halbfinale DFB-Pokal-Geschichte.
  • Der aus Siegen stammende Nino Miotke (Bildmitte) und seine Mannschaftskameraden vom Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken schrieben mit ihrem Einzug ins Halbfinale DFB-Pokal-Geschichte.
  • Foto: imago
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Siegen/Saarbrücken. Eine blau-schwarze Jubeltraube auf dem Rasen, Ekstase auf den Rängen und ein traditionsreicher Verein im kollektiven Freudentaumel: Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken schrieb durch den 7:6-Sieg im Elfmeter-Krimi gegen Erstligist Fortuna Düsseldorf Geschichte und zog als erster Viertligist ins DFB-Pokal-Halbfinale ein. Doch nur sieben Wochen nach dem historischen Erfolg ist der Rausch beim Siegener Nino Miotke und seinen Mitspielern längst verflogen. Die Corona-Krise hat auch die Pokal-Helden des 1. FC Saarbrücken ausgebremst.

„Wir waren in großer Euphorie. Wir hatten im Pokal und in der Liga einen sehr guten Lauf. Doch dann ist es zu der Unterbrechung gekommen. Das war schon bitter“, erinnert sich Miotke.

ubau Siegen/Saarbrücken. Eine blau-schwarze Jubeltraube auf dem Rasen, Ekstase auf den Rängen und ein traditionsreicher Verein im kollektiven Freudentaumel: Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken schrieb durch den 7:6-Sieg im Elfmeter-Krimi gegen Erstligist Fortuna Düsseldorf Geschichte und zog als erster Viertligist ins DFB-Pokal-Halbfinale ein. Doch nur sieben Wochen nach dem historischen Erfolg ist der Rausch beim Siegener Nino Miotke und seinen Mitspielern längst verflogen. Die Corona-Krise hat auch die Pokal-Helden des 1. FC Saarbrücken ausgebremst.

„Wir waren in großer Euphorie. Wir hatten im Pokal und in der Liga einen sehr guten Lauf. Doch dann ist es zu der Unterbrechung gekommen. Das war schon bitter“, erinnert sich Miotke. Der Kicker aus der Krönchenstadt und seine Teamkollegen vom Tabellenführer der Regionalliga Südwest sind in der Warteschleife. Ob und wann es in Liga und Pokal weitergeht, ist völlig offen.

"Man steht schließlich nicht so häufig in seiner Karriere in einem DFB-Pokal-Halbfinale“

Das für letzte Woche geplante Halbfinale gegen Bayer Leverkusen sowie das Finale im Berliner Olympiastadion wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Ziel des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist es jedoch, den Wettbewerb vor dem 30. Juni zu beenden. Ob es so kommen wird, ist ungewiss: Das Coronavirus lässt Miotke und Co. um ihren nächsten großen Auftritt auf nationaler Bühne zittern. „Ich hoffe natürlich, dass wir spielen können und der Pokal-Wettbewerb nicht abgebrochen wird. Man steht schließlich nicht so häufig in seiner Karriere in einem DFB-Pokal-Halbfinale“, sagt der Siegener. Wer will dem hoch aufgeschossenen Abwehrspieler aus der Krönchenstadt da widersprechen? Zumal der FCS in dieser DFB-Pokal-Saison etwas geschafft hat, was einem Fußball-Märchen gleichkommt.

Husarenstreich gegen den 1. FC Köln

Zur Erinnerung: In Runde eins schalteten die Saarländer den Zweitligisten Jahn Regensburg aus (3:2). Es folgte der Husarenstreich gegen den Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln (3:2). „Gegen meinen ehemaligen Verein zu gewinnen, war schon ein sehr spezielles Gefühl“, hat der 22-Jährige den Coup gegen den „Effzeh“ noch in guter Erinnerung. Verständlich, trug er im Jugendbereich doch fünf Jahre das Trikot des 1. FC Köln. „Ich bin dort zum U-18-Nationalspieler gereift und war danach Kapitän der U 19. Ich habe dem Verein viel zu verdanken. Der FC liegt mir immer noch sehr am Herzen“, betont Miotke, der das Fußballspielen im Leimbachtal bei den Sportfreunden Siegen erlernte.

Miotke behält im Elfmeterschießen gegen den KSC kühlen Kopf

Im Achtelfinale rang der 1. FC Saarbrücken dann den Zweitligisten Karlsruher SC nieder. Nach 120 Minuten hieß es 0:0, so dass das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Hier hatten die FCS-Schützen die besseren Nerven – und auch Miotke behielt kühlen Kopf. Der 22-Jährige verwandelte seinen „Elfer“ zum zwischenzeitlichen 4:2. Am Ende hieß es 5:3 für den Außenseiter – und die nächste faustdicke Überraschung war perfekt.

Ganz Fußball-Deutschland staunte über die blau-schwarzen „Gallier“

Doch damit nicht genug: Im Viertelfinale fügten Miotke und Co. dem Saarbrücker Fußball-Märchen ein weiteres Kapitel hinzu. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Elfmeterschießen behielt der „Underdog“ mit 7:6 die Oberhand über den Erstligisten Fortuna Düsseldorf – und das al ehrwürdige Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, in dem der FCS seit Jahren seine Heimspiele wegen des Umbaus des Ludwigsparks in Saarbrücken austragen muss, stand ein weiteres Mal kopf. Ganz Fußball-Deutschland staunte über die blau-schwarzen „Gallier“.

Seit vergangenem Mittwoch wieder Training in Kleingruppen

Als dann Bayer Leverkusen als Halbfinal-Gegner aus der Lostrommel gezogen wurde, war die Vorfreude in und um die saarländische Landeshauptstadt riesengroß. Doch wenig später wurde auch der Fußball vom Coronavirus infiziert. Danach ging nichts mehr – bis zum Mittwoch letzter Woche. Seitdem können Miotke und seine Mannschaftskameraden zumindest wieder in Kleingruppen trainieren. „Wir müssen umfangreiche Hygienemaßnahmen einhalten und auch auf dem Rasen Abstand halten. Zweikämpfe sind nicht erlaubt“, erzählt der Siegerländer. „Das ist schon irgendwie komisch. Andererseits bin ich nach fünf Wochen ohne Mannschaftstraining froh, überhaupt wieder auf dem Platz stehen zu dürfen.“

"Gehe davon aus, dass die Saison abgebrochen wird"

Ob er an eine Fortsetzung der Regionalliga-Runde glaubt? „Ehrlich gesagt, gehe ich davon aus, dass die Saison abgebrochen wird, wenn kein Wunder passiert. Ich hoffe nur, dass es dann auch eine Wertung geben wird.“ Logisch, dass Miotke so denkt. Denn dann hätte der FCS als Hinrunden-Erster und aktueller Spitzenreiter sein großes Ziel „Aufstieg in die 3. Liga“ geschafft. 

Hypothek für den FCS

Bliebe also noch der DFB-Pokal: Da will der FCS unbedingt wieder spielen – auch wenn Halbfinal-Gegner Bayer Leverkusen nicht nur aufgrund seiner Liga-Zugehörigkeit haushoher Favorit ist, sondern auch noch Wettbewerbsvorteile hat. Denn zum einen darf der „Werksklub“ bereits seit Anfang April wieder in Kleingruppen auf dem Platz trainieren, zum anderen ist – Stand jetzt – wohl davon auszugehen, dass die Bundesliga-Saison Mitte bzw. Ende Mai fortgesetzt wird. Leverkusen hätte dann – anders als der FCS – wieder Spielpraxis. „Sollte das alles so kommen, wäre das sicher ein Nachteil für uns – gerade nach so einer langen Pause“, meint Miotke.

Ungünstige Vorzeichen also für das „Spiel des Lebens“. Doch da hakt der Siegener gleich ein. „Das Spiel des Lebens kommt erst danach im Finale“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Zumindest seinen Optimismus hat er in der Corona-Krise nicht verloren.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen