Corona-Virus
NRW-Erlass stoppt TuS Ferndorf

Viel Gesprächsbedarf haben Trainer Michael Lerscht (links) und Dirk Stenger vom TuS Ferndorf.
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geo Siegen/Ferndorf. Vor dem Hintergrund des Erlasses der nordrhein-westfälischen Landesregierung vom Dienstagmittag sowie ähnlich lautender „Empfehlungen“ der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz, alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern zu untersagen,, kommt der Spielbetrieb in der 2. Handball-Bundesliga praktisch zum Erliegen. Auch Baden-Württemberg kündigte gestern an, „umgehend eine bindende Verordnung“ zum Verbot von Großveranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern „auf den Weg zu bringen. Denn damit findet nicht nur das Heimspiel der 2. Handball-Bundesliga gegen Spitzenreiter HSC Coburg am Freitag nicht statt. Auch fast alle weiteren begegnungen des 25. Spieltages müssen demnach zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Da die NRW-Landesregierung es aber erlaubt, Spiele ohne Zuschauer stattfinden zu lassen, müssen die Vereine sich nunmehr mit den Verbänden abstimmen. Dazu hat die Handball-Bundesliga alle Vereine der 1. und 2. Liga zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montag nach Köln eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die 1. Liga pausiert an diesem Wochenende wegen des Länderspiels Deutschland - Holland in Magdeburg, dass aufgrund einer behördlichen Anordnung ohne Zuschauer stattfinden muss.

HBL: Verlegungen möglich

Am Dienstagabend teilte die HBL auf ihrer Homepage mit, dass „eine Verlegung von Spielen des 25. Spieltages auf einen späteren Termin in Absprache mit dem Gastverein und der HBL GmbH möglich ist“. Weiter heißt es in der Erklärung: „Vorrangiges Ziel bleibt es, alle Entscheidungen bzgl. Auf- und Abstieg bis zum Saisonende unter gleichen Voraussetzungen für alle Zweitligisten im sportlichen Wettbewerb zu ermitteln.“

Ferndorf will keine "Geisterspiele"

Den TuS Ferndorf würden - wie alle Zweitligisten - „Geisterspiele“ sehr hart treffen, da die Clubs außer Zuschauer-, Catering und Sponsoringeinnahmen kaum weitere Einnahmen generieren können. Nach einer vorsichtigen Berechnung würde die Austragung eines „Geisterspiels“ in der Sporthalle Stählerwiese - also ohne Zuschauer - den Verein rund 15 000 Euro kosten. „Wir werden in die Mitgliederversammlung der HBL am Montag mit der klaren Zielsetzung gehen, dass wir keine Geisterspiele wollen. Das werden sicher auch alle anderen Zweitligisten so sehen. Man muss jetzt zusammenrücken und schauen, wie wir die Saison zum Beispiel mit Englischen Wochen oder einer Saisonverlängerung hinbekommen“, kommentierte TuS Ferndorfs Geschäftsführer Dirk Stenger am Dienstagabend in einer ersten Stellungnahme die neue Situation zur SZ. Der TuS hat aber, was die nächsten Wochen betrifft, noch Glück im Unglück, denn nach der Freitag-Partie stehen erst einmal zwei Auswärtsspiele (in Dormagen und Hüttenberg) auf dem Programm. danach aber das bereits oft zitierte „Heimspiel“ gegen den VfL Gummersbach in Gummersbach, bei dem man mit rund 3000 Zuschauern in der Schwalbe-Arena rechnet.

Auch Steinbach-Spiel vor Absage

Vor einer Absage steht auch das Fußball-Regionalliga-Südwest-Spiel des TSV Steinbach Haiger am Samstag beim VfR Aalen (Baden-Württemberg).

Sportfreunde fürchten "wirtschaftlichen Schaden"

Etwas anders sieht hingegen die Situation bei den Oberliga-Westfalen-Fußballern der Sportfr. Siegen aus, die am Samstagabend (18.30 Uhr) das Stadtderby gegen den 1. FC Kaan-Marienborn auf dem Programm stehen haben. Für diese Partie sind bislang nicht so viele Personen im Leimbach-Stadion zu erwarten, dass der Erlass automatisch greifen würde. Jedoch halten sich einerseits viele potentielle Zuschauer derzeit wegen der unklaren Corona-Virus-Situation ohnehin zurück, zum anderen besteht auch keine tatsächliche Notwendigkeit Tickets im Vorverkauf zu erstehen. Gleichwohl ging Sportfreunde-Vorsitzender Roland Schöler davon aus, dass das Spiel dennoch auf den Prüfstand komme: „Wir gehen davon aus, dass wir mehr als 1000 Zuschauer haben werden.“ Unabhängig von einer nun noch ausstehenden Entscheidung des Siegener Ordnungsamtes befürchtet der Sportfreunde-Vorsitzende insgesamt einen „großen wirtschaftlichen Schaden“ für seinen Verein, der aufgrund von schlechten Witterungsbedingungen bereits drei Spielausfälle verkraften muss und in 2020 noch kein einziges Mal im Leimbach-Stadion spielen konnte.

Und dann auch noch Dauerregen...

Mutter Natur könnte den Siegenern aber sowieso noch einen höchst eigenen Strich durch die Rechnung machen: bis Freitag sind weitere Niederschläge nahezu ohne Unterbrechung angekündigt....

Viel Gesprächsbedarf haben Trainer Michael Lerscht (links) und Dirk Stenger vom TuS Ferndorf.
Befürchtet „großen wirtschaftlichen Schaden“: Roland Schöler, Vorsitzender der Sportfreunde Siegen.
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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