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Fußball-Regionalliga Südwest
Paterok - das Gesicht des TSV Steinbach Haiger

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geo Haiger.  „Torhüter und Linksaußen haben eine Macke.“ Sagte einst der legendäre „Peitschenknaller“ Max Merkel. Tim Paterok ist Torwart beim TSV Steinbach Haiger und aufgrund seiner konstant starken leistungen in dieser Saison so etwas wie das Gesicht des Tabellendritten der 4. Liga. Als wir uns nun für ein Porträt des 28-jährigen Paderborners entschlossen, konfrontierten wir ihn gleich mal mit dem legendären Satz des einstigen Meistertrainers. Paterok blieb ganz ruhig, nahm uns keine Silbe der gespielten Provokation übel und konterte cool: „Bis zur U 14 war ich Linksaußen!“
Siegen aus dem Pokal geworfenTätääh! Tätääh! Das war mal ein Konter, mindestens genauso gut wie wie die Steilvorlagen, die Paterok seinen Mitspielern bei Bedarf weit in die gegnerische Hälfte serviert.

geo Haiger.  „Torhüter und Linksaußen haben eine Macke.“ Sagte einst der legendäre „Peitschenknaller“ Max Merkel. Tim Paterok ist Torwart beim TSV Steinbach Haiger und aufgrund seiner konstant starken leistungen in dieser Saison so etwas wie das Gesicht des Tabellendritten der 4. Liga. Als wir uns nun für ein Porträt des 28-jährigen Paderborners entschlossen, konfrontierten wir ihn gleich mal mit dem legendären Satz des einstigen Meistertrainers. Paterok blieb ganz ruhig, nahm uns keine Silbe der gespielten Provokation übel und konterte cool: „Bis zur U 14 war ich Linksaußen!“

Siegen aus dem Pokal geworfen

Tätääh! Tätääh! Das war mal ein Konter, mindestens genauso gut wie wie die Steilvorlagen, die Paterok seinen Mitspielern bei Bedarf weit in die gegnerische Hälfte serviert. Oder die beiden überragenden Vorarbeiten, die der Keeper in seiner damaligen Regionalliga-West-Zeit beim derzeitigen West-Primus SV Rödinghausen vor das Tor der Siegener Sportfreunde“ ballerte. „Das waren zwei Torvorlagen, wir haben das Westfalen-Pokalspiel gegen die Sportfreunde dann 3:1 in Siegen gewonnen“, erinnert sich der zweifache Familienvater und wusste noch dass es „am 15. Oktober 2016“ war. Gut, es war am 11. Oktober, aber es war eines seiner ersten Spiele für die Ostwestfalen - gutes Gedächtnis, Junge! Wohl doch nicht nur Linksaußen und Torwart gespielt, oder?

Von Raphael Koczor angetrieben

Im Ernst: der in Paderborn geborene zweifache Familienvater ist mehr als nur ein "Bällefanger". Er ist ein Typ, und vielleicht ist  er auch deshalb so prägend für den so erfolgreich wie nie aufspielenden TSV Steinbach Haiger. Schon letzte Saison nutzte er seine Chance, als Frederick Löhe in der Winterpause nach Gießen wechselte und ließ sich weder vom neuen Trainer Adrian Alipour noch vom Torwart-Neuzugang Raphael Koczor verdrängen, der im Sommer von Carl Zeiss Jena in den Lahn-Dill-Kreis wechselte. Acht Jahre, nachdem sich Koczor für zwei erfolgreiche Spielzeiten das Trikot der Sportfr. Siegen überstreifte, also eine Art Rückkehr in die Region am Rothaargebirge! Tim Paterok äußerte sich wohltuend fair über seinen Konkurrenten zwischen den Pfosten: „Ich sehe uns annähernd auf gleicher Höhe, und das tut uns beiden gut, denn wir treiben uns auch im Training zu Höchstleistungen an.“

Vier Lehrjahre bei 1899 Hoffenheim

Und wo der 1,93 m große Keeper schon mal beim Verteilen von „Daumen-hoch-Smileys“ war, bekam auch der Torwarttrainer des TSV Steinbach Haiger etwas ab: „Sascha Rausch bringt uns wirklich auf ein höheres Niveau“, so Paterok, der dann zur Gegenfrage ansetzte: „Raten Sie mal, wo der herkommt?“
Ein schönes flaches Zuspiel, denn wir wussten natürlich sofort, worauf Paterok anspielte, nämlich auf seine vier Lehrjahre bei 1899 Hoffenheim! Dort gehörte der aktuelle TSV-Torwarttrainer Rausch zum Trainerstab der U-Mannschaften und dort entschied sich frühzeitig, welchen Lauf die Karriere des jungen Paderborn-Keepers nehmen würde. Um es vorweg zu nehmen: „Es ist traurig für mich, dass es mit der großen Profi-Karriere nicht geklappt hat, aber ich war sehr jung, als ich nach Hoffenheim kam. Und ich habe Fehler gemacht, die sich später rächten.“

Unter Gisdol angefangen und aufgehört

Die Geschichte ging so: Paterok kam aus der Paderborner U 19 und folgte dem Lockruf aus Sinsheim. Trainer der damaligen Regionalliga-Mannschaft Hoffenheim 2. war ein gewisser Markus Gisdol. Paterok wusste mit den neuen Freiheiten nicht immer richtig umzugehen. „Ich hatte wie viele andere auch Flausen im Kopf und war noch nicht profihaft genug“, umschrieb er jene Phase, als er manchmal zur falschen Zeit in der falschen Disco auftauchte und sich Strafen und Suspendierungen einhandelte. Trotzdem nahmen in die Hoffenheimer im Sommer 2013 mit in den Profi-Kader auf. Dritter Torwart hinter Koen Casteels und Jens Grahl. Dann aber wurde Trainer Marco Kurz entlassen. Sein Nachfolger: Markus Gisdol, der wohl eine nicht so gute Meinung vom dritten Keeper hatte. So endete das Kapitel Hoffenheim für Paterok im Sommer 2014, und über die Stationen Wormatia Worms, SV Rödinghausen und VfL Osnabrück (3. Liga) landete er 2018 in Steinbach. Matthias Mink, damals Coach beim TSV, hatte sich aus seiner Trainerzeit in Kassel an den sprunggewaltigen Keeper erinnert und ihn von der Bremer Brücke losgeeist.

Vertrag im Winter verlängert

Zur ganz großen Karriere wird es also wohl nicht mehr reichen. Aber 3. Liga, das ist ganz gewiss ein Thema, dass bei Tim Paterok im Hinterkopf noch eine Rolle spielt. Und genau deshalb hat der Keeper in der Winterpause beim TSV Steinbach Haiger seinen Vertrag um ein Jahr liga-unabhängig mit Option verlängert. Genau deshalb? „Ja, warum nicht? Hier wächst etwas, ich sehe eine kontinuierliche Entwicklung, und ich kann mir gut vorstellen, dass der Weg den TSV Steinbach in die 3. Liga führt.“ 

Vier-Zimmer-Wohnung in Niederndorf

Dazu will er mit weiterhin konstant starken Leistungen beitragen. Dazu fährt er jeden Tag von seiner Vier-Zimmer-Familien-Wohnung im beschaulichen Siegerländer Niederndorf (!) über die A 45 nach Haiger. Und dann vergisst er auch, dass er mal mit Szene-Größen wie Niklas Süle, Sebastian Rudy oder Kevin Volland zusammen trainierte. Und wenn, wie am Dienstagabend, Roberto Firmino für Liverpool aufs Tor von Atletico Madrid schießt und nicht auf ein von Tim Paterok gehütetes Trainingsgehäuse, dann erinnert er sich ganz schnell mal an sein Lebensmotto, dass er uns verriet: „Ich lebe nur im Hier und Jetzt und nicht im Gestrigen!“ Sprachs und verschwand zum Torwart-Video-Training. Das Gesicht des TSV Steinbach Haiger.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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