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Steffen Mengel zwischen Freud und Leid
Privates Glück, sportliches Pech

Steffen Mengel will nach dem eher enttäuschenden Saisonende im nächsten Jahr die Play-off-Plätze angreifen.
  • Steffen Mengel will nach dem eher enttäuschenden Saisonende im nächsten Jahr die Play-off-Plätze angreifen.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Düsseldorf. Das Timing ist nahezu perfekt. Nach dem Saisonende in der Tischtennis-Bundesliga hat Steffen Mengel plötzlich wieder Zeit, nach Monaten der Hatz von Spiel zu Spiel kehrt sportlich etwas Ruhe ein – genau zu dem Zeitpunkt, zu dem privat die Ruhe vorbei ist. Zwei Wochen nach der Geburt seiner Tochter ist der Holzhausener froh um jede Minute, die er bei seiner Familie in der Wahlheimat Düsseldorf verbringen kann. „Ich trainiere jetzt erst einmal nur am Nachmittag, mache dazu morgens noch ein Workout oder gehe laufen. Damit verliert man weniger Zeit“, erklärt Mengel im SZ-Gespräch.

Das private Glück hilft dem 32-Jährigen zweifellos, den Frust über das unglückliche Saisonfinale schnell abzuhaken. Nach zwei 5.

pm Düsseldorf. Das Timing ist nahezu perfekt. Nach dem Saisonende in der Tischtennis-Bundesliga hat Steffen Mengel plötzlich wieder Zeit, nach Monaten der Hatz von Spiel zu Spiel kehrt sportlich etwas Ruhe ein – genau zu dem Zeitpunkt, zu dem privat die Ruhe vorbei ist. Zwei Wochen nach der Geburt seiner Tochter ist der Holzhausener froh um jede Minute, die er bei seiner Familie in der Wahlheimat Düsseldorf verbringen kann. „Ich trainiere jetzt erst einmal nur am Nachmittag, mache dazu morgens noch ein Workout oder gehe laufen. Damit verliert man weniger Zeit“, erklärt Mengel im SZ-Gespräch.

Das private Glück hilft dem 32-Jährigen zweifellos, den Frust über das unglückliche Saisonfinale schnell abzuhaken. Nach zwei 5. Plätzen in den vergangenen beiden Jahren hatte sich der Post SV Mühlhausen einen Platz unter den ersten Vier und damit die Qualifikation für die Play-offs zum Ziel gesetzt. Hinter der schnell enteilten Borussia aus Düsseldorf waren Mengel und Co. auch mitten drin im Rennen, in der zweiten Saisonhälfte setzten sich aber auch der 1. FC Saarbrücken und die TTF Ochsenhausen entscheidend ab.

Mühlhausen Verlierer des Sechskampfs

Es entbrannte ein spannender Sechskampf um Rang 4, Niederlagen gegen Saarbrücken (1:3) und beim ASV Grünwettersbach (1:3) ließen die Hoffnungen jedoch zerplatzen. Statt Mühlhausen sicherte sich der letzte Gegner Grünwettersbach die erstmalige Play-off-Teilnahme. Für Mengel und den Post SV blieb mit der ausgeglichenen Bilanz von 22:22 Punkten am Ende sogar nur Platz 9.

„Es war eine enge Saison und wir haben lange um die Play-offs gekämpft. Dass wir dann die letzten Spiele beide verlieren und Neunter werden, ist natürlich enttäuschend. Es sind wenige Punkte, die den Unterschied ausmachen, aber wir hatten uns insgesamt als Mannschaft mehr
erhofft“, zieht Mengel ein entsprechend negatives Gesamtfazit.

Einzelbilanz verbesserungswürdig

Genauso ausgeglichen und damit auch nur bedingt zufriedenstellend endete die Saison für den Holzhausener auch in der persönlichen Bilanz. Elf Siege und elf Niederlagen stehen am Ende zu Buche, in einigen Partien verpasste es der 32-Jährige, den entscheidenden Akzent für den mannschaftlichen Erfolg zu setzen. „Ich habe ganz gut angefangen, habe aber zwischendurch auch viele knappe Spiele verloren, in denen ich Führungen nicht nach Hause gebracht habe. Von meinen elf Niederlagen waren acht im fünften Satz“, ärgert sich Mengel.

Mit Blick auf die Bedeutung dieser Resultate für sein Team fügt er an: „Wenn ich mehr Führungen durchgebracht hätte, wäre aus einer vernünftigen Saison eine sehr gute geworden und wir hätten auch als Mannschaft hier und da einen Punkt mehr holen können.“

"Ich kann jeden Spieler schlagen"

Etwas Positives nimmt der Holzhausener aber dann doch mit: „Nach meiner langwierigen Rückenverletzung fühle ich mich wieder sehr gut. Ich kann jeden Spieler schlagen und bin deshalb optimistisch, in der nächsten Saison eine bessere Bilanz zu erreichen.“ Ein weiteres Jahr steht Mengel noch in Mühlhausen unter Vertrag, im dritten Anlauf soll es 2021/22 endlich mit der ersten Play-off-Teilnahme klappen.

„Es waren am Ende Kleinigkeiten, die gefehlt haben. Aber wir sind als Mannschaft gut aufgestellt und es muss der Anspruch sein, unter die ersten Vier zu kommen. Dafür müssen wir alle ein bisschen konstanter in unseren Leistungen werden“, glaubt der 32-Jährige den Schlüssel zum Erfolg bereits zu kennen.

Eine Rolle spielt dabei auch die Hoffnung auf einen Push von außen, denn nachdem fast die komplette Saison ohne Zuschauer ausgetragen werden musste, könnte das in der neuen Spielzeit wieder anders aussehen. „Wir haben eine kleine Halle, die unter normalen Umständen immer voll ist. Das ist schon ein kleiner Hexenkessel“, schätzt Mengel die Atmosphäre bei den Heimspielen in Thüringen, die zuletzt unter der klinischen Kargheit der Hygienekonzepte ausgetragen werden mussten.

Zukunftsprogramm noch offen

Bis eine Rückkehr von Zuschauern aber in den Fokus rückt, steht noch ein langer Sommer bevor. Wie sein sportliches Programm in den kommenden Monaten aussehen wird, kann Mengel selbst noch nicht beantworten. „Im Mai und Juni sollen ein paar Turniere in Europa stattfinden, das ist aber noch schwer zu greifen, wie die Corona-Lage dann aussehen wird. Ich kann mir vorstellen, dass die Turniere recht kurzfristig da ausgetragen werden, wo die Zahlen gerade gut sind. Wir Sportler müssen uns da noch ein bisschen gedulden“, so der Rechtshänder.

Die anstehende Wartezeit kann der 32-Jährige als frisch gebackener Familienvater sinnvoll nutzen. Und wer weiß, vielleicht kommt nach ein bisschen Pause neben dem privaten Glück auch der sportliche Erfolg zurück …

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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