Ex-Nationalspieler Patrick Helmes im SZ-Interview
"Rede gerne über die alten Zeiten in Siegen"

Siegens Torschützenkönig der Regionalliga-Saison 2004/2005: Patrick Helmes.
  • Siegens Torschützenkönig der Regionalliga-Saison 2004/2005: Patrick Helmes.
  • Foto: René Traut
  • hochgeladen von René Gerhardus (Redakteur)

rege Siegen. 15 Jahre nach dem Aufstieg der Sportfr. Siegen in die 2. Fußball-Bundesliga erinnert sich der damalige Torschützenkönig der Regionalliga Süd, Patrick Helmes, an den Aufstieg und die folgenden Feierlichkeiten.

Welche Erinnerungen haben Sie an den 4. Juni 2005?
„Die Erinnerungen sind schwer auf einen Tag zu reduzieren. Das ganze Jahr war außergewöhnlich. Es war unfassbar, was wir nach zwei sportlichen Abstiegen mit einer vollkommen neuen Mannschaft in der Regionalliga erreicht haben. Das waren unglaublich tolle Momente, sehr gute Spiele und eine homogene Mannschaft. Wir hatten nicht die 20 besten Spieler, waren aber die beste Mannschaft. Das war auch der Grund dafür, warum wir die wenigsten Gegentreffer kassiert haben. Und vorne hatten wir welche, die die Tore geschossen haben. Das war eine unglaubliche Saison für das Siegerland.

Was wir damals geschafft haben, wird einem erst später bewusst. Zum Beispiel, wenn einem bewusst wird, dass Siegen bisher nur einmal in der 2. Bundesliga gespielt hat. Es ist krass, wie sich die Erinnerungen Jahre später anfühlen.

Der Aufstieg in Darmstadt war eine großartige Sache. Ich war 19 Jahre alt, da ist man noch vollkommen unbekümmert und spielt einfach drauf los. Während des Spiels haben wir um uns herum nicht viel wahr genommen. Nach dem Abpfiff stand ich erst einmal auf dem Platz. Als die Zuschauer durchgedreht sind, wusste ich, dass etwas passiert sein muss und dass die Entscheidung zu unseren Gunsten gefallen ist. Was sich danach in Darmstadt, im Leimbachstadion und beim Autokorso abgespielt hat, war eine geniale Nummer. Man hat gesehen, wie fußballverrückt das Siegerland ist. Da ich keinen Alkohol trinke, war ich bei meinen Aufstiegsfeiern immer im Vollbesitz meiner Kräfte. Am Sonntag waren die Straßen voll, um uns zu feiern, das war genau so ein Wahnsinnstag wie der Samstag.

Über das Jahr gesehen war der Aufstieg verdient, weil wir unglaublich konstant gespielt und die wenigsten Gegentore bekommen haben. Das war eine geile Mannschaft mit einer guten Mischung. Und es war ein Aufstieg, den keiner erwartet hat. Ralf Loose kam ja auch aus dem Nichts. Er hat nicht viel mit mir geredet, aber nach dem Spiel bei den Stuttgarter Kickers hat er mir gesagt, wenn wir hochgehen wollen, bist du das Zünglein an der Waage. Vor allem für mich, der in Siegen groß geworden ist, war das ein fantastisches Jahr.“

Welchen Stellenwert hat dieser Erfolg in ihrer Karriere?
„Dass wir mit einem vollkommmen neu zusammen gewürfelten Haufen so ein Jahr spielen, war nicht annähernd abzusehen. Das ist mit das Größte, was ich erreicht habe. Ich habe in meiner Karriere viele unglaubliche Momente erlebt wie den Aufstieg in die 1. Bundesliga mit dem 1. FC Köln, 13 A-Nationalmannschaftsspiele, darunter das Länderspiel im Wembley-Stadion, das DFB-Pokal-Finale mit Bayer Leverkusen, die Vizemeisterschaft mit Leverkusen oder ein Europa-League-Spiel bei Atlético Madrid – und eben den Aufstieg mit Siegen, der gar nicht hoch genug zu hängen ist. Ich bin immer noch gerne in Siegen, und rede gerne über die alten Zeiten. Wenn ich ins Leimbachstadion gehe oder dort vorbei fahre, habe ich die früheren Erfolge immer wieder vor Augen. Das ist das Stadion, in dem ich groß geworden bin. Die ersten beiden Seniorenjahre dort waren sehr prägend für mich. Als junger Spieler war es für mich ein Traum, bei den Sportfreunden zu spielen. Für uns als 18- und 19-Jährige hatten sie damals einen gigangtischen Unterbau, denn die 2. Mannschaft spielte damals ja auch in der Oberliga.“

Was machen Sie heute?
„Aktuell trainiere ich die U-15-Mannschaft von Bayer Leverkusen.“

Haben Sie noch Kontakt zu Spielern und/oder Funktionären aus der Aufstiegssaison?
„Natürlich nicht zu jedem, das verläuft sich schon ein bisschen. Einmal im Jahr treffen wir uns mit ein paar Leuten und lachen uns kaputt. Mit Andreas ’Otto’ Nauroth habe ich mich neulich noch getroffen. Zu Björn Weikl, Lars Toborg, Sascha Bäcker und Nils Döring, der aktuell die U 19 des SV Wehen Wiesbaden trainiert, habe ich zum Beispiel noch Kontakt. Das gilt auch für einige Funktionäre wie Zeugwart Reinhold Boldt, die Geschäftsstellenmitarbeiter Fritz Reuter und Martin Reimann oder für Gerhard Noll, der ja fast für alles zuständig war. ’Fanja’ war Trainer der 2. Mannschaft, Co-Trainer der 1. Mannschaft und auch noch Busfahrer. Unglaublich, was die paar Leute da alles gewuppt haben.“

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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