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Vertrauensbeweis für Dincic
RSVE Siegen: „Blaues Auge“ am „grünen Tisch“

Der RSVE Siegen (gelb-blaue Trikots) darf auch in der kommenden Saison in der Handball-Verbandsliga spielen.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Eiserfeld. „Das Glück ist eben mit den Tüchtigen“, sagt Uli Kipping mit einem Augenzwinkern und kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Denn der RSVE Siegen, der Verein, dem der Rechtsanwalt, Notar und Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Eiserfeld vorsteht, ist am „grünen Tisch“ noch einmal mit einem „blauen Auge“ davon gekommen. Als abgeschlagener Tabellenletzter der Handball-Verbandsliga der Männer (3:35 Punkte nach 19 Spielen) war der Abstieg so gut wie besiegelt. Doch die Entscheidung des Handballverbandes Westfalen (HVW), die Saison aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie abzubrechen, bewahrte den RSVE vor dem Sturz in die Landesliga. Eine glückliche Fügung in schwierigen Zeiten.

ubau Eiserfeld. „Das Glück ist eben mit den Tüchtigen“, sagt Uli Kipping mit einem Augenzwinkern und kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Denn der RSVE Siegen, der Verein, dem der Rechtsanwalt, Notar und Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Eiserfeld vorsteht, ist am „grünen Tisch“ noch einmal mit einem „blauen Auge“ davon gekommen. Als abgeschlagener Tabellenletzter der Handball-Verbandsliga der Männer (3:35 Punkte nach 19 Spielen) war der Abstieg so gut wie besiegelt. Doch die Entscheidung des Handballverbandes Westfalen (HVW), die Saison aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie abzubrechen, bewahrte den RSVE vor dem Sturz in die Landesliga. Eine glückliche Fügung in schwierigen Zeiten.

„Wir hatten schon länger mit dieser Entscheidung gerechnet, aber dass es jetzt auch offiziell ist, freut uns natürlich“, sagt Kipping. Für den 1. Vorsitzenden des RSVE wäre aber auch keine Welt untergegangen, wenn die erste Mannschaft den Gang in die Landesliga hätte antreten müssen. Kipping sagt aber auch: „Aus der Landesliga wieder aufzusteigen, dürfte sicherlich schwieriger werden als in der kommenden Saison die Verbandsliga zu halten – zumal ich damit rechne, dass das Niveau in der Klasse sinken wird, da es keine Absteiger und durch die Wildcards mehr Aufsteiger geben wird.“

RSVE setzt weiter auf die eigene Jugend

Dass es für den RSVE auch in der Spielzeit 2020/2021 wieder ein „Ritt auf der Rasierklinge“ werden könnte, ist Kipping und Co. durchaus bewusst. Denn die Eiserfelder wollen auch in Zukunft ihrer Philosophie treu bleiben und auf die eigene Jugend setzen. Vorbei sind die Zeiten, als man beim RSVE – auch mit erhöhtem finanziellen Aufwand – ambitionierte Ziele anvisierte und zweimal nur hauchdünn den Aufstieg in die Oberliga verpasste.

"Noch mehr in die Schulen reingehen"

„Wir haben uns vor zwei Jahren ganz bewusst dazu entschieden, in die Jugend zu investieren und diese zu fördern. Diesen Weg wollen wir weitergehen. Wir wollen unsere Bemühungen sogar noch intensivieren und noch mehr in die Schulen reingehen“, erläutert Kipping den Kurs des Vereins.
Ergo wird der RSVE auch in der nächsten Saison mit einer blutjungen, fast nur aus Eigengewächsen bestehenden Mannschaft in der Verbandsliga an den Start gehen. „Das ist unser Konzept, und zu dem stehen wir auch. Zumal es auch schwierig ist, Spieler aus dem Umland für die Verbandsliga zu bekommen. Außer den beiden Ferndorfer Teams gibt es keine höherklassigen Mannschaften in der Region. Und Spieler von weiter weg sind für uns nicht finanzierbar“, erklärt der frühere Handballer des RSV Eiserfeld.

Viel Lehrgeld bezahlt

Vielmehr setzt Kipping darauf, dass die vielen jungen Spieler beim RSVE – trotz der Misserfolge in der abgelaufenen Spielzeit – in ihrer sportlichen Entwicklung vorangekommen sind. „Die sind jetzt ein Jahr weiter und haben wichtige Erfahrungen gesammelt“, hofft der 1. Vorsitzende auf ein erfolgreicheres Abschneiden als in der letzten Saison.

Denn da bezahlten die Jungspunde des RSVE viel Lehrgeld. „Es waren viele enge Spiele dabei“, erinnert sich Kipping. Doch am Ende zog der RSVE fast immer den Kürzeren. Erheblichen Anteil an der Misere hatte auch das große Verletzungspech. Der als Führungsspieler vorgesehene Tim Kolb hörte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig auf – ein echter Nackenschlag für den RSVE. „Mit ihm hätten wir sicherlich eher die Chance gehabt, auch sportlich die Klasse zu halten“, meint Kipping rückblickend.
Auch die logistischen Voraussetzungen seien alles andere als optimal gewesen. Kipping bezeichnet sie als „denkbar ungünstig“. Zur Erinnerung: Die Rundturnhalle, in der der RSVE normalerweise seine Heimspiele austrägt, musste im Herbst geschlossen werden. Fortan war die Richerfeldhalle der Austragungsort der Heimspiele. Das Problem: In der Turnhalle der Gesamtschule Eiserfeld darf nicht „geharzt“ werden – bei Auswärtsspielen dagegen in der Regel schon. „Das ist schon eine große Umstellung, ein riesiger Unterschied“, konstatiert Kipping, der aber von der Stadt Siegen positive Signale erhalten hat, dass die Arbeiten an der Rundturnhalle Ende des Jahres abgeschlossen sein werden und der RSVE wieder in sein angestammtes Domizil zurückkehren kann.

Unbefristeter Vertrag für Caslav Dincic

Ob dann die neue Saison schon begonnen hat bzw. wie weit diese dann fortgeschritten ist, steht noch in der Sternen. Fest steht aber, dass Trainer Caslav Dincic auch in Zukunft für die erste Männer-Mannschaft des RSVE verantwortlich sein wird. Der Verein verlängerte den Vertrag mit dem Deutsch-Serben auf unbefristete Zeit – ein Vertrauensbeweis erster Güte. „Erstens gibt es im Siegerland nicht mehr viele gute und qualifizierte Trainer, und zweitens ist Caslav für die Ausbildung von jungen Spielern prädestiniert. Trotz der Niederlagen, die wir in der letzten Saison einstecken mussten, konnte man sehen, dass er den Jungs schon einiges beigebracht hat. Zudem hat sich auch die Mannschaft dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit mit Caslav fortzusetzen“, begründet Kipping die Vertragsverlängerung mit dem 59-jährigen Ex-Coach des TuS Ferndorf und der serbischen Frauen-Nationalmannschaft.

Der wiederum freut sich über das entgegen gebrachte Vertrauen. „Die Arbeit mit den jungen Spielern macht mir Spaß. Man konnte auch eine Entwicklung sehen, wir haben oft Lob vom Gegner bekommen. Wenn jetzt noch zwei, drei Spieler dazu kämen, um den Kader breiter aufzustellen, wäre das gut“, sagt Dincic, der sich nach einem „Rechtsaußen, einem Kreisläufer und einem Rückraumspieler, mit dem man auch eine 6-0-Deckung spielen kann“, umsieht. „Wir sind in Gesprächen mit Spielern – mal schauen, was dabei herauskommt.“

Fest steht indes, dass das RSVE-Team fast komplett zusammen bleibt. Ungeklärt ist nur noch, ob Kreisläufer Johann Lobpreis (Studium) auch künftig das gelb-blaue Trikot überstreifen wird.
Die personellen Voraussetzungen lassen also auf eine erfolgreichere Saison als die letzte hoffen – damit der RSVE nicht wieder das Glück am „grünen Tisch“ in Anspruch nehmen muss … Uwe Bauschert

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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