Trainer Ralf Loose im SZ-Interview
„Siegen werde ich nie vergessen“

Die Spieler der Sportfr. Siegen ließen ihren Erfolgstrainer Ralf Loose nach dem Aufstieg in Darmstadt hochleben.
  • Die Spieler der Sportfr. Siegen ließen ihren Erfolgstrainer Ralf Loose nach dem Aufstieg in Darmstadt hochleben.
  • Foto: kalle
  • hochgeladen von René Gerhardus (Redakteur)

rege Siegen. 15 Jahre nach dem Aufstieg der Sportfr. Siegen sprach die Siegener Zeitung mit Ralf Loose, der die Sportfreunde als Trainer in die 2. Fußball-Bundesliga führte.
Welche Erinnerungen haben Sie an den 4. Juni 2005?
„Ich habe das alles noch gut in Erinnerung – den Jubel mit den Fans und den Verantwortlichen in Darmstadt, die Heimfahrt mit dem Bus, die Ankunft am Stadion mit dem großartigen Empfang, die Jubelfeierlichkeiten am nächsten Tag. Das alles war ein Highlight.
In der Aufstiegssaison war es bis zum letzten Spieltag spannend. Wir waren nervenstark und haben eine außergewöhnlich gute Saison gespielt. Das war ein echtes Team, der Teamgeist war groß. Die Spieler sind in allen Bereichen über ihre Grenzen hinaus gegangen. Das war eine großartige Leistung.
Patrick Helmes, der vorher überwiegend nur Kurzeinsätze in der 3. Liga hatte, war die Entdeckung der Saison. Aber wir hatten insgesamt ein starkes Team, vom Stürmer bis zum Torwart. Wichtig war, dass alle bereit waren, sich taktisch weiter zu entwickeln und an die Leistungsgrenze zu gehen. Ich muss aber auch allen Beteiligten in der Führungsetage und den Fans ein großes Kompliment machen.“
In der Endphase der Saison haben die Nerven eine wichtige Rolle gespielt. Am vorletzten Spieltag haben wir gegen die 2. Mannschaft des FSV Mainz nur 1:1 gespielt, weil wir in der 90. Minute durch einen Fernschuss ein Gegentor kassiert haben. Danach haben wir aber unsere Hausaufgaben gemacht, in Darmstadt gewonnen und die nötige Schützenhilfe bekommen.“
Welchen Stellenwert hat dieser Erfolg in Ihrer Karriere?
„Der Aufstieg mit Siegen hat für mich eine große Bedeutung. Das war eine außergewöhnliche Leistung. Die Sportfreunde Siegen hatte vor der Saison keiner auf dem Zettel. Wir haben es geschafft, Euphorie zu entfachen und den größten Erfolg der Vereinsgeschichte zu feiern. Es ist immer schön, wenn man bei solchen Momenten dabei ist. Nur schade, dass die Sportfreunde nicht länger in der 2. Liga geblieben sind. Ich glaube, der gesamte Verein und die Region wären von den Zuschauern her dazu in der Lage gewesen.
Neben dem Aufstieg mit den Sportfreunden Siegen gehört auch der Zweitliga-Aufstieg mit Dynamo Dresden im Jahr 2011 zu meinen Hightlights. Das war ebenfalls eine besondere Leistung. Nicht zu vergessen der Sieg mit der Nationalmannschaft Liechtensteins in der EM-Qualifikation 1998. Das war für Liechtenstein der erste Pflichtspielsieg in der Verbandsgeschichte. Auch die Teilnahme mit der U-19-Nationalmannschaft Liechtensteins an der U-19-Europameisterschaft 2003 war ein tolles Erlebnis.“
Haben Sie noch Verbindungen nachSiegen?
„Zu Laci, also Dr. Ladislav Biro, und zu Sven Wunderlich habe ich noch Kontakt. Obwohl das Siegerland geografisch von Liechtenstein ein Stück weit entfernt ist, werde ich Siegen nie vergessen. Jeder behält jeden in positiver Erinnerung.“
Haben Sie noch Kontakt zu Spielern und/oder Funktionären aus der Aufstiegssaison?
„Ja, zu Björn Weikl. Der ist jetzt Tennislehrer in Liechtenstein.“
Wie geht es Ihnen heute?
„Ich trainiere seit 1. Juli 2018 den Schweizer Zweitligisten FC Winterthur. Dort ist es für mich von Anfang an bis jetzt hervorragend gelaufen. In den vorherigen Spielzeiten war der Verein dem Abstieg sehr nahe. In der Saison 2018/19 haben wir um den Aufstieg mitgespielt. Auch jetzt sind wir wieder gut dabei, außerdem stehen wir im Viertelfinale des Schweizer Cups. Mit dem FC St. Gallen und dem FC Thun haben wir schon zwei Erstligisten rausgeworfen. Die Meisterschaftssaison soll ab 19. Juni fortgesetzt werden.
Der FC Winterthur ist ein traditionsreicher Club mit sehr guten Fans. Es macht Spaß hier. Ich bin nach wie vor mit großer Leidenschaft dabei, wie es damals in Siegen schon der Fall war. Ziel in Winterthur ist es, den Klassenerhalt zu sichern und junge Spieler zu entwickeln, die wir dann abgeben. Wir verlieren jedes Jahr unsere besten Spieler. Für die nächste Saison müssen wir wieder eine neue Mannschaft aufbauen. Das ist nicht immer leicht, aber spannend. Ich fühle mich hier wohl, und wenn die Rahmenbedingungen weiterhin stimmen, könnte ich mir vorstellen, auch länger zu bleiben.“

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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