Große Saisonbilanz der Turner
Siegerländer KV frisst am Barren einen Narren

Der Brite Courtney Tulloch war mit 44 Score-Punkten der erfolgreichste Punktesammler der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung in der Bundesliga-Saison 2019.
  • Der Brite Courtney Tulloch war mit 44 Score-Punkten der erfolgreichste Punktesammler der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung in der Bundesliga-Saison 2019.
  • Foto: Christian Klein
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Dreis-Tiefenbach. Die Bundesliga-Saison 2019 ist Geschichte, sie wird als eine durchaus erfolgreiche in die Annalen der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV) eingehen. Zwar verpasste man im kleinen Finale in Ludwigsburg die Krönung und verlor gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau mit 27:36, doch auch der 4. Platz ist zweifellos aller Ehren wert.

Eine statistische Analyse der Wettkämpfe zeigt, dass sich die SKV in der zweiten Saisonhälfte deutlich gesteigert hat. Nach den ersten drei Partien im Frühjahr standen 2:4 Punkte zu Buche, wobei man nicht vergessen darf, dass in dieser Phase die KTV Straubenhardt und der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau zu den Gegner zählten – in der Endabrechnung der neue Deutsche Meister und der Bronzemedaillen-Gewinner.

Mit drei Siegen in Folge Finale gesichert

Die Herbstsaison begann mit einer weiteren Niederlage, allerdings beim späteren Vizemeister TG Saar. Die folgenden drei Wettkämpfe gewannen die Siegerländer allesamt, die beiden „Heimspiele“ gegen den Städtischen Turnverein Singen (49:10) und den SC Cottbus (57:14) sogar überaus deutlich. Beim dritten Neuling TSV Pfuhl tat man sich hingegen überraschend schwer, bewies aber beim 42:33-Sieg eine Nervenstärke, die die Siegerländer in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit nicht immer unter Beweis stellen konnten – das lässt einen Entwicklungprozess der heimischen Riege erkennen.

Eine Auswertung der einzelnen Geräte liefert ebenfalls wertvolle Rückschlüsse. So haben die SKV-Athleten am Barren offensichtlich einen Narren gefressen. War die Bilanz am fünften Gerät schon in der Saison 2018 mit 14 Siegen in den Score-Duellen und 13 Niederlagen (bei einem Remis) positiv ausgefallen, so gab es diesmal mit einer Bilanz von 17-2-9 nochmals eine Steigerung. Fazit: Der Barren hat sich offenkundig zum Lieblingsgerät der Siegerländer entwickelt!

Ahmet Önder ein echter Volltreffer

Großen Anteil daran hat zweifellos der türkische Gastturner Ahmet Önder, der seine beiden Barren-Auftritte gegen Singen und Cottbus jeweils überdeutlich mit 5:0 gewann.
Zu steigern vermochte sich die SKV am Boden, wo man diesmal eine positive Bilanz hinlegte – im Vorjahr war diese mit 12-2-14 noch negativ ausgefallen. Insbesondere die erfreuliche Leistungssteigerung des 21-jährigen Berliners Dario Sissakis (12:8, im Vorjahr noch 4:10) schlug hier entscheidend zu Buche. Auch die Rückkehr von Eigengewächs Daniel Uhlig, der nach überstandenem Kreuzbandriss im Herbst wieder einstieg, war gerade am Boden (11:3!) ein äußerst positiver Faktor für den heimischen Bundesligisten.

Verloren hat die SKV dagegen am Seitpferd (mit 13-1-14 leicht negativ; Vorjahr: 14-1-13), obwohl man mit Fabian Lotz vom letztjährigen Deutschen Meister KTV Obere Lahn einen ausgesprochenen Spezialisten hinzu gewinnen konnte. Gerade er hatte aber zu Saisonbeginn mit erheblichen Startschwierigkeiten zu kämpfen, hatte hier eine Bilanz von 2:12 nach vier Wettkämpfen zu Buche stehen. In den letzten drei Partien, als es um den Einzug ins Finale ging, drehte der 30-jährige Lehrer aber nochmal so richtig auf (8:1). Sebastian Bock allerdings erturnte in diesem Jahr am Pferd eine negative Bilanz (7:12), während er in 2018 noch fünf seiner sieben Score-Duelle gewonnen hatte (14:8). Gleiches gilt für den deutschen WM-Teilnehmer Philipp Herder, der mit 9:10 in den „roten Bereich“ rutschte, im Vorjahr indes noch deutlich positiv stand (16:5). Auch der erfahrene Slowene Saso Bertoncelj war mit 15:5 zwar gewohnt zuverlässig, aber nicht mehr so dominant wie vor Jahresfrist (22:3) – all diese Faktoren summierten sich zu einer Minusbilanz.

Große Steigerung  von Dario Sissakis

Am Sprungtisch verbuchten die SKV-Turner eine leichte Steigerung, landeten diesmal knapp im Plus-Bereich (13-3-12) – was ebenfalls an einer signifikanten Verbesserung von Dario Sissakis lag (11:7, vor einem Jahr 2:16) – der junge Mann aus Berlin spielt also in der Überlegungen der SKV-„Macher“ für die mittelfristige Zukunft mit Sicherheit eine zentrale Rolle. „Mit ihm und Fabs Lotz haben wir ein starkes Paket“, sagt auch, wie zur Bestätigung, SKV-Präsident Reimund Spies. Zur Erklärung: Sissakis hat seine Stärken am Boden, den Ringen und am Sprung, während Lotz in der Regel am Seitpferd, Barren und Reck eingesetzt wird – die beiden ergänzen sich also ideal für einen Sechskampf.

Am Barren wiederum gelang Philipp Herder eine beachtenswerte Leistungssteigerung – seine Vorjahresbilanz (8:14) motzte er überragend auf 14:2 auf – auch deshalb ist die SKV am Barren nur noch schwer zu besiegen. In der Saison 2019 gelang dies nur dem TV Wetzgau und der TG Saar, selbst den Deutschen Meister KTV Straubenhardt wiesen die Siegerländer an diesem Gerät mit 9:5 in die Schranken.

Am Reck hingegen hat die SKV recht deutlich an Durchschlagskraft eingebüßt. Lag die Bilanz im Vorjahr mit 13-4-11 (Score-Punkte: 43:41) noch im „grünen Bereich“, so fiel sie diesmal mit 10-4-14 (37:40) klar negativ aus. Vor allem Sebastian Bock (7:13 gegenüber 15:4 vor einem Jahr) verlor hier deutlich an Boden, auch der britische WM-Teilnehmer Joe Fraser enttäuschte mit einer Bilanz von 0:5. Es gibt also weiterhin genügend Ansatzpunkte. Wie sagte doch Reimund Spies: „Auf ein Neues in 2020!“

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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