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35:30-Sensationsieg gegen Straubenhardt
SKV schlägt den Meister - doch kaum einer sieht es!

Der Brite Courtney Tulloch erhielt für seine bärenstarke Übung an den Ringen 14,45 Punkte und bezwang Nationalturner Andreas Bretschneider mit 3:0.
  • Der Brite Courtney Tulloch erhielt für seine bärenstarke Übung an den Ringen 14,45 Punkte und bezwang Nationalturner Andreas Bretschneider mit 3:0.
  • Foto: Verein
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Dreis-Tiefenbach. Stell dir vor,du schlägst den Deutschen Meister, und nur eine Handvoll Zuschauer, die sich aus dem Funktionsteam rekrutierten, erlebt diesen großen emotionalen Moment live in der Halle mit. „Man mag sich kaum vorstellen, was in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal losgewesen wäre, wenn 800 bis 900 Besucher einen solchen Wettkampf erlebt hätten – das wäre ein echter Hexenkessel gewesen“, sinnierte SKV-Präsident Reimund Spies am Samstagabend nach dem 35:30-Sensationserfolg der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung gegen den Deutschen Serienmeister KTV Straubenhardt. Auch die Gerätewertung ging mit 7:5 an die furios kämpfenden Siegerländer. Dies alles sahen aber nur wenige Personen im Kunstturn-Landesleistungszentrum in Dreis-Tiefenbach – das Coronavirus ließ grüßen.

krup Dreis-Tiefenbach. Stell dir vor,du schlägst den Deutschen Meister, und nur eine Handvoll Zuschauer, die sich aus dem Funktionsteam rekrutierten, erlebt diesen großen emotionalen Moment live in der Halle mit. „Man mag sich kaum vorstellen, was in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal losgewesen wäre, wenn 800 bis 900 Besucher einen solchen Wettkampf erlebt hätten – das wäre ein echter Hexenkessel gewesen“, sinnierte SKV-Präsident Reimund Spies am Samstagabend nach dem 35:30-Sensationserfolg der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung gegen den Deutschen Serienmeister KTV Straubenhardt. Auch die Gerätewertung ging mit 7:5 an die furios kämpfenden Siegerländer. Dies alles sahen aber nur wenige Personen im Kunstturn-Landesleistungszentrum in Dreis-Tiefenbach – das Coronavirus ließ grüßen.

Dafür funktionierte der Livestream über Sportdeutschland.tv ausgezeichnet, so dass viele Fans des Kunstturnens den dramatischen Wettkampf daheim verfolgen konnten - fachkundig kommentiert vom ehemaligen Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen und dem langjährigen SKV-Turner Sebastian Spies, der sich in seiner (nicht mehr ganz so) neuen Rolle als Kommentator der Heimwettkämpfe sichtlich pudelwohl fühlt.

Nur kurzzeitig getrübt wurde die Siegesfreude, weil zunächst ein Protest der Straubenhardter im Raum stand, da SKV-Athlet Sebastian Bock zu Beginn als Linienrichter am Boden und später dann als aktiver Turner am Reck eingesetzt wurde. Entwarnung gab es aber am Sonntagnachmittag, als Straubenhardts Trainer Steve Woitalla Woitalla nochmal das Gespräch mit SKV-Kampfrichter Bernd Krombach gesucht hatte. „Seitens der KTV Straubenhardt wird lediglich um eine Konkretisierung des Regelwerks durch die DTL gebeten. Einen Protest gegen die Wertung des Wettkampfes will man hingegen nicht einlegen“, stellte Krombach klar.

Konzentrieren wir uns also auf das rein sportliche Geschehen, denn das lieferte wahrlich genügend Zünd- und Gesprächsstoff. Die Gastgeber gewannen gleich das erste Gerät mit 8:4, weil sie sauberer durchturnten als der Meister aus Straubenhardt, der gleich zwei Mal patzte.
Bereits am Seitpferd gab es erste Diskussionen, als die Gäste die Wertung ihres Athleten Ivan Rittschik (ursprünglich 11,75) für nicht korrekt befanden – sie bekamen Recht, und dank dieser „Nachbesserung“ auf 12,25 Punkte gewann Rittschik das Duell der Nationalturner gegen SKV-„Dauerbrenner“ Philipp Herder mit 2:0 Score-Punkten. Somit endete das Seitpferd-Duell nicht 4:4, sondern 6:4 für die Baden-Württemberger, die anschließend das Ringe-Turnen klar mit 10:3 für sich entschieden.

Initialzündung durch Tulloch

Als durchaus bedeutsam für den weiteren Verlauf sollte sich dabei das letzte Duell zwischen dem Briten Courtney Tulloch auf SKV-Seite und Nationalturner Andreas Bretschneider erweisen – Tulloch, an seinem Lieblingsgerät einfach eine „Bank“, siegte nach einer einmal mehr bärenstarken Vorstellung mit 3:0 und hielt den Rückstand bis zur Pause (15:20) dadurch überschaubar knapp.

Am Sprungtisch nahmen die Hausherren Tullochs Vorlage dankbar auf: Mit vier ausgezeichneten Sprüngen wendeten die beiden Berliner Sissakis („Meinen Sprung fand ich echt gut“) und Herder sowie Tulloch und das Geisweider Eigengewächs Andreas Jurzo das Blatt – plötzlich lag die Siegerländer KV mit 22:21 vorn!Als die Gastgeber anschließend zwei schwere Patzer des Serienmeisters am Barren zu insgesamt 9 Score-Punkten nutzten – Philipp Herder hatte sogar den „Fünfer“ in seinen Händen, kam aber ebenfalls nicht fehlerfrei durch –, nahm die Sensation immer konkretere Konturen an. 31:26, fünf Punkte Vorsprung!

Dramatik wuchs ins Unerträgliche

Hier wuchsen Spannung und Dramatik ins beinahe Unerträgliche, ein Spitzenthriller von Alfred Hitchcock hätte kaum verblüffendere Wendungen bereit halten können. Nachdem Fabian Lotz seinen Gegner Ivan Rittschik im Zaum gehalten hatte (0:0), zeigte Philipp Herder eine blitzsaubere Übung, setzte sich aber beim Abgang auf den Hosenboden – ein Punkt Abzug, statt der Vorentscheidung nur noch 31:30. Anschließend neutralisierten sich auch Dario Sissakis und Alexander Maier, so dass das allerletzte von 24 Duellen die Entscheidung bringen musste.
Sebastian Bock turnte überaus sauber „nach Hause“ (13,15), doch sein Kontrahent Andreas Bretschneider fiel gleich zwei Mal vom Reck – 4:0 für Bock, 35:30 für die SKV, der Rest ging in frenetischem Jubel und einem gemeinsamen Siegertänzchen der Siegerländer Riege unter.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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