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Deutsche Turn-Liga:
SKV und KTV verzichten auf das "kleine Finale"

Die Bundesliga-Turner der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (auf dem Foto: Daniel Uhlig) verzichten auf die Teilnahme am DTL-Finale.
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rege Dreis-Tiefenbach. Was Deutschlands Spitzenpolitiker können, das können auch die Spitzenfunktionäre von Kunstturn-Bundesligisten – in diesem Falle Reimund Spies, der Präsident der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung, und Andreas Rapp, der Präsident der KTV Straubenhardt: Sie ziehen „Corona-Notbremse“. Die beiden Vereinspräsidenten haben sich darauf geeinigt, die Teilnahme am Finale der Deutschen Turn-Liga abzusagen und aus nachvollziehbaren Gründen auf die Austragung des „kleinen Finales“ zu verzichten. Verbunden mit der Absage ist der Vorschlag, beide Vereine im Jahr 2020 als Meisterschaftsdritte zu führen.
DTL-Finale nach Dillingen verlegt
Der Wettkampf um den 3. Platz in der Kunstturn-Bundesliga der Männer hätte am 19. Dezember ausgetragen werden sollen.

rege Dreis-Tiefenbach. Was Deutschlands Spitzenpolitiker können, das können auch die Spitzenfunktionäre von Kunstturn-Bundesligisten – in diesem Falle Reimund Spies, der Präsident der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung, und Andreas Rapp, der Präsident der KTV Straubenhardt: Sie ziehen „Corona-Notbremse“. Die beiden Vereinspräsidenten haben sich darauf geeinigt, die Teilnahme am Finale der Deutschen Turn-Liga abzusagen und aus nachvollziehbaren Gründen auf die Austragung des „kleinen Finales“ zu verzichten. Verbunden mit der Absage ist der Vorschlag, beide Vereine im Jahr 2020 als Meisterschaftsdritte zu führen.

DTL-Finale nach Dillingen verlegt

Der Wettkampf um den 3. Platz in der Kunstturn-Bundesliga der Männer hätte am 19. Dezember ausgetragen werden sollen. Ursprünglich hatte die DTL die Ausrichtung des Finales an den TV Schwäbisch Gmünd Wetzgau vergeben, die Ostwürttemberger haben die Gastgeberrolle inzwischen an ihren Finalgegner TG Saar abgegeben. „Wir wären weiterhin gerne bereit gewesen, den Endkampf der Männer, also das kleine Finale um Bronze und das große Finale um Gold, in Schwäbisch Gmünd auszutragen. Die Deutsche Turnliga aber will, dass alle Endkämpfe – also auch die der Damen und der Jugend – an einem Ort stattfinden. In Rücksprache mit unserer Stadtverwaltung mussten wir das aber ablehnen. Das Risiko wäre zu groß gewesen“, wird Paul Schneider, Cheftrainer des TVW und in Personalunion auch Organisationsleiter solcher Großveranstaltungen, in der „Schwäbischen Zeitung“ zitiert. Neuer Austragungsort ist nun Dillingen in Saarland.

"Haben Wettkampf schweren Herzens abgesagt"

Neuer Austragungsort, neue Rahmenbedingungen. „Ich habe die Corona-Schutzverordnungen rauf und runter gelesen. Das Konzept der TG Saar ist auch vorbildlich. Wer mich kennt, weiß, dass ich am Liebsten auch dorthin gefahren wäre. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Deutschland sind wir aber an einem Punkt, wo ich leider sagen muss, dass das nicht mehr vertretbar ist. Wir haben den Wettkampf schweren Herzens abgesagt, und es kommt aber auch ein bisschen Katerstimmung auf, aber wir haben Verantwortung für die Sportler, die Betreuer und die Gesellschaft“, hält Reimund Spies das „Einfliegen“ von Sportlern und die Austragung eines Turnwettkampfes, in dem es letztlich „nur“ um Platz 3 geht, nicht mehr für vertretbar.
Getreu dem Motto „Jetzt wollen wir den Stier bei den Hörnern packen“ ergriff der SKV-Präsident die Initiative und suchte den Dialog mit KTV-Boss Rapp. „Wir hatten ein sehr, sehr positives Gespräch und waren einer Meinung“, berichtete Spies von dem ausführlichen Telefonat. Die beiden Präsidenten verständigten sich darauf, ihre Absage-Entscheidung in inhaltlich gleichlautenden Schreiben der Deutschen Turnliga mitzuteilen.

Gesundheitliche Risiken nicht ignorieren

Auf der Homepage der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung sind die Hintergründe dieser einzig richtigen Entscheidung noch einmal ausführlich geschildert: „Auch wenn die für die Durchführung der Veranstaltung am 19. Dezember erforderliche behördliche Genehmigung vorliegt, und die kurzfristig als Ausrichter der Finalwettbewerbe eingesprungene TG Saar ein schlüssiges Schutzkonzept vorgestellt hat, können die gesundheitlichen Risiken für die Turner, Trainer und Betreuer durch An- und Abreise – teilweise auch aus dem Ausland – und notwendige Übernachtungen nicht ignoriert werden. Nicht umsonst raten ja alle wissenschaftlichen Institute, die sich mit der Corona-Problematik beschäftigen, und die Politik zur weitest gehenden Reduzierung von Kontakten und den Verzicht auf das Verlassen der häuslichen Umgebung nur aus unverzichtbaren Gründen. Hierzu zählt aus Sicht der SKV nicht die Teilnahme an einem selbst so hochrangigen Wettkampf wie dem Finale um den 3. Platz der Kunstturn-Bundesliga.“
Weiter heißt es: „Die SKV als regional und überregional bedeutender Verein ist sich ihrer Vorbildwirkung und gesellschaftlichen Verantwortung jederzeit bewusst. Deshalb war die Entscheidung auch in enger Abstimmung mit der Mannschaft getroffene Entscheidung, nicht dem Finale teilzunehmen, angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland mit stark steigenden Infektionszahlen und täglich hunderten von Toten als Folge einer Corona-Erkrankung für uns zum jetzigen Zeitpunkt alternativlos.“ Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Deutschen Turn-Liga im Pandemie-Jahr 2020 ebenfalls Vernunft walten lassen und der Einigung der beiden Rivalen auf einen gemeinsamen 3. Platz zustimmen …

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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