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Darüber spricht die Kreisliga
So erklärt der SV Netphen die Absage im Hickengrund

krup Netphen. Am frühen Sonntagnachmittag sorgte eine Nachricht für große Verärgerung bei Florian Kissel, dem Trainer des A-Kreisliga-Spitzenreiters SG Hickengrund: Um 12.23 Uhr teilte Staffelleiter Jürgen Gieseler (Freudenberg) den Südsiegerländern mit, dass der SV Netphen nicht zum Meisterschaftsspiel antreten wird, das für 15 Uhr in Holzhausen angesetzt war. „Wir haben ein paar Spieler dabei, die krank sind und auch den Verdacht auf Corona haben bzw. Kontakt mit Corona-Infizierten hatten“, erklärte Netphens Trainer Bernard Krasniqi auf Nachfrage der SZ. „Die Ergebnisse werden erst Anfang nächster Woche erwartet, und somit haben wir keine Möglichkeit, das Spiel heute zu bestreiten.

krup Netphen. Am frühen Sonntagnachmittag sorgte eine Nachricht für große Verärgerung bei Florian Kissel, dem Trainer des A-Kreisliga-Spitzenreiters SG Hickengrund: Um 12.23 Uhr teilte Staffelleiter Jürgen Gieseler (Freudenberg) den Südsiegerländern mit, dass der SV Netphen nicht zum Meisterschaftsspiel antreten wird, das für 15 Uhr in Holzhausen angesetzt war. „Wir haben ein paar Spieler dabei, die krank sind und auch den Verdacht auf Corona haben bzw. Kontakt mit Corona-Infizierten hatten“, erklärte Netphens Trainer Bernard Krasniqi auf Nachfrage der SZ. „Die Ergebnisse werden erst Anfang nächster Woche erwartet, und somit haben wir keine Möglichkeit, das Spiel heute zu bestreiten. Mir tut das schrecklich leid, aber die Gesundheit aller Beteiligten geht vor und da spielt der Fußball eine Nebenrolle“, teilte Krasniqi am Sonntag mit.

Kissel: "Spieler haben PCR-Tests machen lassen"

„Absagen können immer mal vorkommen“, sagte Florian Kissel am „Tag danach“ schon deutlich entspannter. „Zwei Dinge sind es aber, die dennoch einen unschönen Beigeschmack hinterlassen haben: Zum einen der sehr späte Zeitpunkt der Absage, zum anderen die Tatsache, dass die 2. Mannschaft des SV Netphen bei ihrem Spiel gegen die Sportfreunde Eichen/Krombach sage und schreibe 18 Spieler zur Verfügung hatte“, so Kissel. „Wir hatten natürlich schon für das Heimspiel geplant und entsprechend eingekauft. Ein paar Zuschauer waren auch schon da, einige konnten wir zum Glück noch rechtzeitig über unsere sozialen Kanäle darüber informieren, dass das Spiel nicht stattfinden wird. Zudem haben insgesamt vier Spieler von uns sich in Herborn mit PCR-Tests extra für das Spiel freigetestet und die Kosten von jeweils 75 Euro aus eigener Tasche bezahlt. Wenn der Gastverein dann so kurzfristig nicht antritt, obwohl bei der Reservemannschaft 18 Spieler im Spielbericht stehen, von denen dann ja drei überhaupt nicht auflaufen dürfen, finde ich das schon unsportlich“, so Kissel, der in seiner A-Jugend-Zeit selbst für den SV Netphen kickte.

Nüchtern und von außen betrachtet, wäre wohl die naheliegendste Lösung gewesen, mehrere Spieler aus der 2. Mannschaft „nach oben“ beziehungsweise nach Holzhausen zu beordern. „Das haben wir auch versucht, aber so kurzfristig alles zu organisieren und zu managen war nicht möglich. Zudem hat unsere 2. Mannschaft auch ein sehr wichtiges Spiel, wo es um den Klassenerhalt geht“, hielt Bernard Krasniqi am Sonntagnachmittag entgegen. In der C-Kreisliga 2 ist die „2. Garnitur“ des SV Netphen nach dem 6:0-Sieg gegen Eichen/Krombach (7 Punkte) mit nun 14 Zählern Tabellenvierter.
Für die 1. Mannschaft des SV Netphen kommt die Absage indes einem Ritt auf der Rasierklinge gleich, denn schon am 17. Oktober waren die Johannländer zur Partie beim Siegener SC nicht angetreten. Sollten die Kicker aus der Schmellenbach-Kampfbahn sich ein drittes Mal nicht dem sportlichen Wettkampf stellen, würde dies unweigerlich den Ausschluss aus dem laufenden Spielbetrieb zur Folge haben, verbunden mit dem Abstieg in die Kreisliga B, aus der der traditionsreiche Verein 2018 souverän aufgestiegen war.

Decker: "Wir wollen die Saison durchziehen"

„Das ist uns natürlich bewusst, und wir werden alles dafür tun, dieses Szenario zu verhindern – wir wollen die Saison unter allen Umständen durchziehen und nach Möglichkeit auch den Klassenerhalt schaffen, wobei das alles andere als einfach wird“, sagte Wolfgang Decker, der 1. Vorsitzende des SV Netphen, im Gespräch mit der SZ. Die äußerst kurzfristige Absage vom Sonntag erklärte er damit, „dass zwei drei Fälle noch in der Luft hingen. Die Situation am Sonntag war so, dass wir acht Spieler für die 1. Mannschaft und elf für die 2. Welle zur Verfügung hatten. Von den 18 Akteuren aus dem Kader unserer Ersten sind derzeit acht verletzt, zwei weitere sind nicht geimpft und hätten deshalb nicht am Spielbetrieb teilnehmen dürfen. Wir haben bis zuletzt wirklich alles versucht, aber ein Spieler hatte einen Trauerfall in der Familie, bei einem zweiten hat sich gezeigt, dass er am Sonntag nicht rechtzeitig zurück im Siegerland sein würde. Und aus der 2. Mannschaft waren ausgerechnet die zwei, drei Spieler, die für einen Einsatz in der Ersten infrage gekommen wären, ebenfalls verletzt – so hätten wir beim besten Willen nicht bei der SG Hickengrund antreten können“, äußerte sich Wolfgang Decker.

„Generell ist die Situation bei uns nicht einfach. Wir haben eine sehr launische Mannschaft, und die Trainingsbeteiligung könnte auch deutlich besser sein. Wir freuen uns, dass in zwei Wochen Winterpause ist, wir werden uns vor der Rückrunde personell verstärken müssen.“ Vorher steht freilich noch das Kellerderby gegen das „Schlusslicht“ SV Feudingen auf dem Programm: „Da werden wir zwei, drei Spieler aus der 2. Welle dazu nehmen und alles daran setzen, die drei Punkte zu holen. Unsere A-Jugendlichen können wir noch nicht zu Senioren erklären, die entstammen alle dem jüngeren Jahrgang 2004. Aber wir müssen jetzt noch mal alle Kräfte bündeln und uns in der Winterpause neu aufstellen“, blickt der 1. Vorsitzende des SVN voraus.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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