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Regionalligist hat kein Dach überm Kopf
So steht es um einen Tribünen-Bau in Kaan

Alle Schirme auf: Wer bei verregneten Heimspielen des 1. FC Kaan-Marienborn nicht nass werden will, muss auch in der Regionalliga auf absehbare Zeit selbst vorsorgen.
  • Alle Schirme auf: Wer bei verregneten Heimspielen des 1. FC Kaan-Marienborn nicht nass werden will, muss auch in der Regionalliga auf absehbare Zeit selbst vorsorgen.
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pm Kaan-Marienborn. Die Szenen waren beinahe grotesk. Als es vor gut drei Wochen in der Anfangsphase des Oberliga-Spiels zwischen Meister 1. FC Kaan-Marienborn und dem FC Gütersloh zu regnen begann und per Platzdurchsage die Ausgabe von kostenlosen Schirmen am Eingang angekündigt wurde, setzten einige der 510 anwesenden Zuschauer zum Sprint an, um einen Schutz vor dem ungeliebten Nass von oben zu ergattern. An jenem Pfingstmontag war es ein kräftiger, aber letztlich kurzer Schauer, der die Freude über den abschließenden 4:2-Sieg und den auf eigenem Platz noch einmal kräftig gefeierten Aufstieg nicht trüben konnte.

pm Kaan-Marienborn. Die Szenen waren beinahe grotesk. Als es vor gut drei Wochen in der Anfangsphase des Oberliga-Spiels zwischen Meister 1. FC Kaan-Marienborn und dem FC Gütersloh zu regnen begann und per Platzdurchsage die Ausgabe von kostenlosen Schirmen am Eingang angekündigt wurde, setzten einige der 510 anwesenden Zuschauer zum Sprint an, um einen Schutz vor dem ungeliebten Nass von oben zu ergattern. An jenem Pfingstmontag war es ein kräftiger, aber letztlich kurzer Schauer, der die Freude über den abschließenden 4:2-Sieg und den auf eigenem Platz noch einmal kräftig gefeierten Aufstieg nicht trüben konnte. In einem Monat aber fängt schon die Regionalliga-Saison an und während die Verantwortlichen der Käner derzeit daran arbeiten, die Mannschaft mehr als nur tauglich für die neue Umgebung zu machen, wird es die Spielstätte im Breitenbachtal kurzfristig ganz sicher nicht mehr in Gänze werden.

Denn auch wenn sich die Hoffnungen auf eine regelmäßig vierstellige Zuschauerzahl in der kommenden Saison erfüllen sollten, müssen die Besucher in Kaan bei Siegerländer Wetter ihr Dach über dem Kopf weiterhin selbst mitbringen. „Klar hätten wir gerne eine Überdachung. Bei schlechtem Wetter kostet es uns jedes Mal Zuschauer, dass wir keine haben“, weiß der Sportliche Leiter Jochen Trilling, der schon seit seinem Amtsantritt vor acht Jahren um eine solch klare Aufwertung der Sportanlage im Breitenbachtal kämpft.

Verhängnisvolles Lärmgutachten

Eines der Probleme: Ein damals erstelltes Lärmgutachten für Fußballspiele mit größerer Kulisse verbot den Bau einer Überdachung, einen neuen Stand gibt es in dieser Angelegenheit nicht. „Es gibt im Moment keine Überlegungen, eine Tribüne zu bauen“, bestätigt Martin Wagner, Leiter der Abteilung Sport und Bäder bei der Stadt Siegen, jetzt auf Anfrage der Siegener Zeitung.

Zwar hat es seit dem feststehenden Aufstieg der Käner nach Informationen der Siegener Zeitung Gespräche zwischen Vertretern von Stadt und Verein gegeben, konkrete Maßnahmen für Verbesserungen an der Herkules-Arena wurden dabei aber nicht beschlossen. „Wir versuchen, ein paar Dinge umzusetzen. Wir würden gerne für die Gäste-Fans bessere Voraussetzungen schaffen und auch für unsere Zuschauer ein paar Dinge besser hinkriegen“, wird Jochen Trilling in seinen Vorstellungen wenig konkret.

"Wird auf lange Sicht etwas tun müssen"

Wirklich sichtbare Veränderungen jeglicher Art scheinen bis zum Saisonstart ohnehin kaum umsetzbar. „Konkrete Baumaßnahmen wären doch jetzt viel zu kurzfristig. Vor ein paar Wochen war noch völlig unklar, ob sie aufsteigen, und jetzt ist einfach gar keine Zeit, viel zu verändern, auch wenn der Gäste-Bereich natürlich auch suboptimal ist“, erklärt Martin Wagner, der zu bedenken gibt, dass die Käner in ihrer bislang einzigen Regionalliga-Saison 2018/19 „teilweise vor 70, 80 Zuschauern“ gespielt haben.

„Sie sind nicht die Einzigen in Deutschland, die aufsteigen und dann erstmal mit den bisherigen Begebenheiten vor Ort leben müssen, statt in einer tollen Arena zu spielen“, gibt Wagner zu verstehen. Die Fronten scheinen damit verhärtet, für die Zukunft dürfen sich die Verantwortlichen des Regionalliga-Aufsteigers aber doch Hoffnungen auf Verbesserungen der Infrastruktur machen. „Wenn sie sich etablieren und regelmäßig 1000 oder 1500 Zuschauer kommen, wird man auf lange Sicht natürlich etwas tun müssen“, hält der Leiter der Abteilung Sport und Bäder zukünftige Maßnahmen für möglich.

Weitere Gespräche zwischen beiden Seiten soll es dazu im Saisonverlauf geben. Im zweiten Regionalliga-Jahr müssen die Käner aber wohl auf dem Platz besonders überzeugen, um auch bei schlechterem Wetter eine ordentliche Zuschauerzahl ins Breitenbachtal zu locken – oder weiterhin kostenlose Schirme verteilen …

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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