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Fußball-Oberliga Westfalen
Sportfreunde Siegen im Krisenmodus

Wieder mal schwierige Zeiten bei Sportfr. Siegen - diesmal aber völlig unverschuldet!
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fst Siegen. Nach zwei überstandenen Insolvenzverfahren stellt die Corona-Krise den Traditionsverein Sportfreunde Siegen mit seinen rund 800 Mitgliedern nun vor die nächste große Herausforderung - eine vielleicht sogar noch viel größere, da Dauer und Folgen noch nicht absehbar sind. Heimspielabsagen aufgrund schlechter Witterung und Sturmtief „Sabine“ Anfang Februar, dann die Einstellung des Sportbetriebs aufgrund der Virus-Pandemie haben zu erheblichen Einnahmeausfällen gesorgt. So wurde das letzte Heimspiel am 1. Dezember 2019 ausgetragen. Allein die Absage des Lokalderbys gegen den 1. FC Kaan-Marienborn, das der Verein mit über 3000 Besuchern verbucht hatte, hat ein gehöriges Loch gerissen.

fst Siegen. Nach zwei überstandenen Insolvenzverfahren stellt die Corona-Krise den Traditionsverein Sportfreunde Siegen mit seinen rund 800 Mitgliedern nun vor die nächste große Herausforderung - eine vielleicht sogar noch viel größere, da Dauer und Folgen noch nicht absehbar sind. Heimspielabsagen aufgrund schlechter Witterung und Sturmtief „Sabine“ Anfang Februar, dann die Einstellung des Sportbetriebs aufgrund der Virus-Pandemie haben zu erheblichen Einnahmeausfällen gesorgt. So wurde das letzte Heimspiel am 1. Dezember 2019 ausgetragen. Allein die Absage des Lokalderbys gegen den 1. FC Kaan-Marienborn, das der Verein mit über 3000 Besuchern verbucht hatte, hat ein gehöriges Loch gerissen. Keine Zuschauereinnahmen, kein Getränkeverkauf, keine Anzeigenerlöse über das Stadionheft - allein bis zum jetzigen Zeitpunkt schätzt der 1. Vorsitzende Roland Schöler die Umsatzeinbußen auf ca. 60 000 bis 70 000 Euro. „Seit November sind praktische alle Einnahmen weggebrochen“, so Schöler - und auch in den kommenden Wochen wird die Vereinskasse nicht klingeln, Spendengelder und Sponsoreneinnahmen sind nur schwierig zu generieren.

"Wir befinden uns im Nothaushalt"

Deutliche Worte zur aktuellen Lage findet Finanzvorstand Bernhard Görg: „Alle im Verein müssen nun in den Krisenmodus umschalten. Man könnte sagen, wir befinden uns im Nothaushalt. Es ist ja nicht nur so, dass wir so gut wie keine Einnahmen mehr haben, auf der anderen Seite gehen die Kosten ja weiter. So ohne weiteres wird der Verband die Spielzeit nicht verlängern können. Die Verträge mit den Spielern laufen zum Saisonende am 30. Juni aus, wie soll dann weitergespielt werden?“ Vieles hänge derzeit in der Luft, denn dringend notwendige Vertragsgespräche mit den Spielern, Trainern und Sponsoren für die Saison 2020/21 seien auf Eis gelegt. Görg: Der ganze Etat hängt völlig in der Luft.“

Görg befürchtet betriebsbedingte Kündigungen

Der Jurist aus Köln, der zuerst als Mitarbeiter der Kanzlei Niering-Stock-Tömp am erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens der Sportfreunde Siegen mitgearbeitet hat, danach in den Vereinsvorstand gewählt wurde und nun für die Finanzen von SF Siegen verantwortlich ist, brachte es mit deutlichen Worten auf den Punkt: „Wenn der Verband bei den Abgaben und Lizenzgebühren und die Stadt Siegen bei der Stadionmiete nicht die Füße stillhalten, dann wäre das für uns eine finanzielle Katastrophe und wir müssten über kurz oder lang betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Daran kann niemand Interesse haben. Wir müssen nun alle an der Kostenreduzierung arbeiten.“  Vereinschef Roland Schöler ist sehr zuversichtlich, dass es zu diesem Szenario nicht kommen wird. „Der Verband prüft, wie die Vereine an den öffentlichen Fördertöpfen beteiligt werden können. Wir haben mit der Stadt Siegen eine super Zusammenarbeit und ich bin mir sicher, dass wir auch bezüglich der monatlichen Stadionmiete eine gute Lösung finden werden.“

Solidarischer Gehaltsverzicht

Können die Sportfreunde auf der Einnahmenseite derzeit nur bedingt gegensteuern so hat der Verein in dieser Woche die ersten tiefgreifenden Maßnahmen zur Reduzierung der Ausgaben getroffen. Als ersten Schritt hat die Vereinsführung für die angestellt Beschäftigten Kurzarbeitergeld beantragt. Da die Geringverdiener, Studenten und Schüler davon nicht betroffen sind, wurde eine weitergehende Sparmaßnahme beschlossen. Roland Schöler: „Nach Gesprächen mit den Spielern, Trainern und Mitarbeitern der Geschäftsstelle haben wir uns einvernehmlich und solidarisch auf einen Gehaltsverzicht aller Beteiligten geeinigt. Damit haben wir eine sozialverträgliche Lösung zur Kostenminimierung gefunden.“

Übungsleiterpauschalten vorübergehend eingestellt

Der Gehaltsverzicht betrage in etwa 50 Prozent - ob 1. Herrenmannschaft oder Geschäftsstelle, alle Angestellten würden gleichbehandelt, betonte der SFS-Vorsitzende. Damit erhalten auch diejenigen, die nicht unter das Kurzarbeitergeld fallen, weiterhin Bezüge wenngleich auf einem niedrigeren Niveau. Zahlungen im gemeinnützigen Teil, also zum Beispiel Übungsleiterpauschalen, werden vorübergehend ganz eingestellt.

Schöler: "Absteiger bleiben, Aufsteiger rauf"

Antworten auf Fragen zur Fortführung der Spielzeit sind reine Kaffeesatz-Leserei. Gefragt, welche Lösung er für die beste halte, antwortete Schöler: „Es wird nicht beim Sportverbot bis 19. April bleiben, es wird einen Nachschlag geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Ich wäre stark dafür, die Saison abzuhaken und die Spielzeit für beendet zu erklären. Aufsteiger gehen rauf, mögliche Absteiger verbleiben in der Klasse. Somit gäbe es Planungssicherheit.“  Finanzvorstand Bernhard Görg warnt vor einer anderen Variante: „Sollte es eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs, mit der Auflage „nur 100 Zuschauer“ geben, dann hätten wir große Verluste. Dann dürften nur noch Dauerkartenbesitzer ins Leimbachstadion kommen. Andere Oberligavereine, die nur 100 bis 150 Zuschauer haben, interessiert das jedoch nicht.“

Wieder mal schwierige Zeiten bei Sportfr. Siegen - diesmal aber völlig unverschuldet!
Keine leichte Aufgabe derzeit: Vereinsvorsitzender Roland Schöler
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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