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Angreifer vom SC Paderborn
Sven Michel: "Totgesagte leben bekanntlich länger"

Nach dem 1:0-Siegtreffer im Auswärtsspiel bei Werder Bremen ließ Paderborns Angreifer Sven Michel seinen Emotionen freien Lauf.
  • Nach dem 1:0-Siegtreffer im Auswärtsspiel bei Werder Bremen ließ Paderborns Angreifer Sven Michel seinen Emotionen freien Lauf.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Paderborn. Spannung an der Spitze, Gedrängel im Tabellenkeller: Die 1. Fußball-Bundesliga startet am Freitag in die Rückrunde – und die verspricht einiges. Im letzten Spiel des 18. Spieltags geht dann auch der einzige Siegerländer im Fußball-Oberhaus wieder auf Torejagd: Der Alcher Sven Michel trifft mit dem SC Paderborn auf Bayer Leverkusen (Sonntag, 18 Uhr). Jenes Team also, gegen das der 29-jährige Angreifer eines seiner bisher zwei Saisontore erzielte. Vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres 2020 sprach die SZ mit Sven Michel über Wetten, Wow-Effekte, Abstiegskampf, Titelfavoriten – und seinen Papa.

SZ: Herr Michel, zählen Sie schon die Stunden bis zum Rückrundenstart?
Sven Michel: „Klar fiebern meine Teamkollegen und ich dem ersten Spiel in diesem Jahr entgegen.

ubau Paderborn. Spannung an der Spitze, Gedrängel im Tabellenkeller: Die 1. Fußball-Bundesliga startet am Freitag in die Rückrunde – und die verspricht einiges. Im letzten Spiel des 18. Spieltags geht dann auch der einzige Siegerländer im Fußball-Oberhaus wieder auf Torejagd: Der Alcher Sven Michel trifft mit dem SC Paderborn auf Bayer Leverkusen (Sonntag, 18 Uhr). Jenes Team also, gegen das der 29-jährige Angreifer eines seiner bisher zwei Saisontore erzielte. Vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres 2020 sprach die SZ mit Sven Michel über Wetten, Wow-Effekte, Abstiegskampf, Titelfavoriten – und seinen Papa.

SZ: Herr Michel, zählen Sie schon die Stunden bis zum Rückrundenstart?
Sven Michel: „Klar fiebern meine Teamkollegen und ich dem ersten Spiel in diesem Jahr entgegen. Wir sind Tabellenletzter und wollen zeigen, dass wir es besser können. Wir alle haben ein großes Ziel: den Klassenerhalt.“

SZ: Das letzte Pflichtspiel war am22. Dezember. Am 2. Januar war schon wieder Trainingsauftakt. Wie haben Sie in der kurzen Winterpause den Akku wieder aufgeladen?

Michel: „Ich war zehn Tage mit meiner Frau bei meinen Eltern in Alchen. Wir hatten dort eine sehr schöne Zeit. Das hat mir Kraft gegeben.

SZ: Die Zeit war aber nicht ganz sorgenfrei . . .
Michel: „Das stimmt. Mein Vater ist in Bad Nauheim am Herz operiert worden. Da konnte ich die freie Zeit nutzen, um ihn zu besuchen. Es war mir ganz wichtig, dass ich bei ihm sein konnte. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken. Mittlerweile ist er wieder auf einem guten Weg – zum Glück!“

SZ: Zurück zum Sportlichen: Wie ist die Vorbereitung für Sie gelaufen?
Michel: „Sehr gut! Ich konnte aufgrund einer Erkältung zwar erst mit viertägiger Verspätung ins Training einsteigen, doch danach lief es ganz gut bei mir. Im Test gegen den VfL Osnabrück (4:3, Anm.d.Red.) habe ich eine gute Leistung gezeigt, und nach dem 1:0-Sieg gegen Hannover 96 hat mir unser Trainer Steffen Baumgart ebenfalls ein positives Feedback gegeben. Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitung.“

"Mal schauen, ob der Trainer die Zeichen erkannt hat"

SZ: Mit Dennis Srbeny hat der SCP in der Winterpause einen weiteren Angreifer verpflichtet. Die Konkurrenz im Sturm ist also größer geworden …
Michel: „Das ist richtig. Natürlich ist Dennis sportlich ein Konkurrent für mich, aber er ist auch ein guter Freund von mir. Ich habe ja schon ein halbes Jahr mit ihm in Paderborn zusammengespielt, ehe er nach England gewechselt ist. Beim Testspiel gegen Hannover haben wir zusammen in der Spitze gespielt. Das hat ganz gut geklappt. Ich fand, das war eine schöne Kombination …“

SZ: Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf einen Startelf-Platz gegen Bayer Leverkusen ein?
Michel: „Ich glaube, dass ich in der Vorbereitung ein Zeichen gesetzt habe. Mal schauen, ob der Trainer die Zeichen auch erkannt hat … (lacht).“

SZ: Lassen Sie uns auf die Hinrunde zurückblicken: Was sind die Gründe dafür, dass der SC Paderborn mit 12 Punkten aus 17 Spielen Tabellenletzter ist?
Michel: „Wir haben uns oft selbst geschlagen. In den meisten Spielen haben wir bewiesen, dass wir mithalten können. Doch durch individuelle Fehler haben wir viele Punkte liegen gelassen. Zum Fußball gehört auch dazu, dass man den Ball in Bedrängnis mal hinten raus schlägt. Wir haben stattdessen zu häufig versucht, schwierige Situationen spielerisch zu lösen. Das ist manchmal schief gegangen. Bezeichnend für unsere Hinrunde war das Spiel in Dortmund: Da führen wir 3:0 und spielen am Ende nur 3:3. Diese beiden Punkte durften wir nicht mehr abgeben. Da muss man den Vorsprung mit allem, was man hat, verteidigen. Letztlich sind es häufig Kleinigkeiten, die uns gefehlt haben. Diese Fehler versuchen wir in der Rückrunde abzustellen.“

"Totegsagte leben bekanntlich länger"

SZ: Was sagen Sie denjenigen, die den SCP schon als Absteiger Nummer 1 abgeschrieben haben?
Michel: „Totgesagte leben bekanntlich länger – das ist in unserem Fall hoffentlich so. Wir werden in der Rückrunde alles daran setzen, um noch auf einen Nichtabstiegsplatz zu klettern. Ein Vorteil könnte sein, dass wir befreiter aufspielen können als andere Mannschaften – uns haben in der Tat schon viele abgeschrieben. Aber abgerechnet wird zum Schluss …“

SZ: Sie standen in allen Hinrunden-Partien des SC Paderborn auf dem Platz und erzielten dabei zwei Tore. Wie beurteilen Sie Ihre bisherigen Leistungen?
Michel: „Es hätte besser laufen können. Es war keine Katastrophe, aber auch nicht das Gelbe vom Ei.“

SZ: Dabei war der Start richtig verheißungsvoll …
Michel: „Stimmt! Ich hatte mit dem Tor und der Vorlage im ersten Saisonspiel in Leverkusen natürlich einen traumhaften Einstand. Danach habe ich ordentlich weitergespielt, ehe ich einen kleinen Durchhänger hatte. Da war es logisch, dass ich auch mal auf der Bank sitze und ein anderer von Beginn an spielt. Aber das hat meinen Ehrgeiz geweckt. Ich habe mich dann im Training voll reingehauen. Das ist mit der Rückkehr in die Startelf gegen Gladbach belohnt worden. Da lief es aber nicht so gut, sodass ich im letzten Hinrundenspiel gegen Frankfurt wieder nicht von Anfang spielen durfte. Aber auch das gehört dazu. Natürlich möchte ich so viele Spiele wie möglich machen, aber über allem steht der Erfolg des Teams – in unserem Fall der Klassenerhalt.“

SZ: Sie spielen nun seit einem halben Jahr in der Beletage des deutschen Fußballs. Wer oder was hat Sie bisher besonders beeindruckt?
Michel: „In erster Linie sind es die Stadien. Fast überall, wo wir hinfahren, gibt es einen Wow-Effekt. Besonders beeindruckend ist natürlich die Arena in Dortmund. Wenn da 80 000 Zuschauer Gas geben, dann ist das schon ganz ordentlich. Als Spieler ist sicherlich Robert Lewandowski außergewöhnlich. Der ist schon weltklasse. Andererseits: Wir messen uns mit den besten Klubs in Deutschland. Das ist eine große Herausforderung, aber man muss versuchen, mit den Aufgaben wachsen.“

"In ein paar Jahren will vielleicht keiner mehr etwas von mir wissen …"

SZ: Und wie ist es mit dem Medienrummel?
Michel: „Der ist natürlich deutlich größer als in der 2. Bundesliga. Das ist aber kein Problem für mich. Ich mache das gerne. Denn in ein paar Jahren will vielleicht keiner mehr etwas von mir wissen … (lacht).“

SZ: Das Titelrennen ist in dieser Saison so spannend wie lange nicht. Wer hat am Ende die Nase vorn?
Michel: „Ich hoffe nicht die Bayern!“

SZ: Wieso?
Michel: „Weil ich mit einem Mannschaftskollegen um eine Kiste Bier gewettet habe. Ich habe gesagt: Die Bayern werden dieses Jahr nicht Meister.“

SZ: Wer ist Ihr Favorit?
Michel: „Für mich ist RB Leipzig ein heißer Titelkandidat.“

SZ: Und wer steigt ab?
Michel: „Wir jedenfalls nicht, davon bin ich felsenfest überzeugt. Der Rest ist mir egal.“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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