Neue Könige beim Gillerbergfest
Tobias Becker und Friederike Stunz Gesamtsieger

Der ehemalige Zehnkämpfer Tobias Becker ist erstmals Gillerbergfest-Hauptsieger.
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jb Grund. Die Wachablösung auf dem Thron des Gillerbergfestsiegers gehörte zu den sportlichen Höhepunkten  des 112. und traditionsreichen Bergturnfests in der Ginsberger Heide.  Denn nach insgesamt zwölf Siegen ist der Gosenbacher Thomas Blech als Gesamtsieger  des besonderen Leichtathletik-Fünfkampfes bestehend aus 100 Meter-Sprint, Weitsprung, Kugelstoßen, Steinstoßen und Hochsprung vom ehemaligen Zehnkämpfer und Hürdenspezialisten Tobias Becker abgelöst worden.

Die Spikes nach fünf Jahren entstaubt

Um den ehemaligen Modellathleten der LG Kindelsberg war es aus berechtigtem Grund ruhig geworden, weil er vor vier Jahren zur Bundesmarine mit Standort Wilhelmshaven gegangen ist. "Ich habe zwar allein schon aus beruflichen Gründen ständig Sport getrieben, aber die Spikes habe ich heute das erste Mal seit fünf Jahren angezogen", erzählte der jetzt 27-Jährige Maat, der in Kürze zum Obermaat befördert wird. "Ich habe noch nie in meinem Leben Steinstoßen gemacht und dann diesen 15 Kilo schweren Eisenquader auf 9,55 m gewuchtet. Das gab wohl den Ausschlag für den Sieg", freute sich Becker bei seinem erfolgreichen Besuch in der Heimat. "Auf dem Giller habe ich vor langer Zeit mal als Schüler mitgemacht", führte er weiter aus. 

Thomas Blech: "Alles ist gut"

Auf Platz 2 landete bereits mit deutlichem Rückstand Ole Blech, zweitältester Sohn von Thomas Blech, dessen ältester Filius Torben bekanntlich als Stabhochspringer derzeit national und international für Furore sorgt. Der "entthronte" 46-Jährige war ganz entspannt. "Alles ist gut. Ich bin heute sowieso angeschlagen an den Start gegangen und wollte auch eine Woche vor den Deutschen Senioren-Meisterschaften kein zusätzliches Risiko eingehen. Außerdem trifft es sich gut. Denn sonst hättet ihr getitelt 'Ein Opa bleibt der Gillerkönig", sagte Thomas Blech, der seit kurzem Großvater ist.

Friederike Stunz meldet sich zurück

Immerhin drei Frauen maßen sich in der Hauptklasse. Die junge Mehrkämpferin Alina Bremhorst, Siegerin von 2017 und 2018, zog einer erneuten Verteidigung die zur gleichen Zeit laufenden Westfälischen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid vor. Jetzt gab es auf dem Giller  einen Zweikampf zwischen Anna Greim (TV Littfeld)  und Friederike Stunz (TV Dresselndorf).  Die jetzt 25-Jährige, die 2012 gemeinsam mit Thomas Blech Hauptsiegerin war, meldet sich in diesem Jahr trotz beruflicher Belastung mit einem Comeback im Trikot des CLV Siegerland zurück und gewann zum zweiten Mal den Vierkampf der Frauen-Hauptklasse. "Ich trainiere jetzt wieder drei bis vier Mal in der Woche, und das gemeinsam mit Amelie Braun in einer Gruppe. Das war leistungsfördernd", sagte sie im Gespräch mit der SZ.

Tolle Leistungen auf der Turnbühne

Eine ganze Reihe ausgezeichneter Leistungen im Turnergruppenwettstreit (TGW) wurden auch auf der Bühne gezeigt. Die Auftritte im Tanz, Gymnastik und Turnen nehmen eine immer größere Bedeutung auf dem Giller ein. Und das Siegerland ist mit einigen sehr engagierten Vereinen eine Hochburg in diesen Wettbewerben. Das hatten erst vor zwei Wochen die Anzahl der Mannschaften und die erzielten Resultate  bei den im Rahmen des Landesturnfests ausgetragenen NRW-Meisterschaften unter Beweis gestellt. Diese Qualität untermauerten besonders die  Teams der verschiedenen Altersstufen des TV Kreuztal mit Nachdruck.

Giller Night Show ein besonderer Höhepunkt

Sie ernteten nicht nur viel Beifall und entsprechend hohe Benotungen im Wettkampf, sondern auch bei der rundum gelungenen Giller Night Show bei einsetzender Dämmerung am Samstag. Dies war ein toller Höhepunkt des dreitägigen Programms. An diesem Abend wurden viele glänzende Augen vor allem junger Mädchen gesehen, die dabei waren,  den ganz besonderen Spirit des Gillers, der für Außenstehende kaum nachvollziehbar ist, aufzusaugen. "Eigentlich soll diese Night Show nicht zur festen Einrichtung werden", sagte Holger Menzel beim Fazit als Vorsitzender des Gillerbergfestausschusses "aber wir sollten darüber nachdenken".

Viel Lob für verbesserte Organisationsabläufe

Ansonsten sind sämtliche Neuerungen - insbesondere bei den Tagesabläufen - sehr gut aufgenommen worden. Die Sportler müssen jetzt nicht mehr stundenlang bis zur gemeinsamen großen Siegerehrung warten. Das hatten sie sich in der Vergangenheit als Verbesserung gewünscht. "Wir haben das viele Jahre versucht umzusetzen. Die jungen Leute, die jetzt in der Organisation sind, haben das hinbekommen. Respekt und Anerkennung", sagte Erich Hofmann, der wahrlich über einen riesigen  Erfahrungsschatz in der Organisation von großen Sportveranstaltungen hat.

"Wanderpreis Ginsberger Heide" der Renner

Hervorragend angekommen war auch die intensive Wiederbelebung des urigen Einlagewettkampfs "Wanderpreis Ginsberger Heide". Nach ca. 30 Jahren war dieser auf Initiative des TV Krombach neben den Männern endlich noch einmal auch als reiner Frauen-Wettbewerb ausgeschrieben. Von der Jugendlichen bis zur Mittvierzigerin waren unerwartet viele Altersklassen dabei. Und es waren sogar mehr Frauen am Start als  Männer.

Autor:

Jürgen Betz (Redakteur) aus Siegen

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