Beachvolleyball-Ass Isabel Schneider
„Top-Ten-Platz bei der WM wäre ein Traum“

Spektakuläre Abwehraktionen wie diese will Isabel Schneider auch bei der Beachvolleyball-WM in Hamburg zeigen. Die Ottfingerin und ihre Spielpartnerin Victoria Bieneck starten an diesem Freitag ins Turnier.
  • Spektakuläre Abwehraktionen wie diese will Isabel Schneider auch bei der Beachvolleyball-WM in Hamburg zeigen. Die Ottfingerin und ihre Spielpartnerin Victoria Bieneck starten an diesem Freitag ins Turnier.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Hamburg. Der Countdown läuft. Es sind nur noch wenige Stunden bis zum Start der 12. Beachvolleyball-Weltmeisterschaften in Hamburg. Ab diesem Freitag (bis zum 7. Juli) wird auf dem 12 000 Zuschauer fassenden, überdachten Center Court am Rothenbaum und auf den beiden Nebenplätzen gepritscht, gebaggert und geschmettert. Beim Saisonhöhepunkt treten jeweils 48 Teams bei den Frauen und Männern an – und mit der Ottfingerin Isabel Schneider ist auch eine heimische Spielerin im Feld der Weltbesten vertreten.
Die noch 28-jährige Ausnahme-„Beacherin“ aus dem Wendschen Land (am 15. Juli wird sie 29) bildet mit Victoria Bieneck ein Team. Mit der Weilheimerin feierte Isabel Schneider auch ihre größten sportlichen Erfolge: den Gewinn der Goldmedaille bei der U-23-WM 2013 im polnischen Myslovice sowie den Triumph bei der DM 2018 in Timmendorfer Strand.
Isabel Schneider und Victoria Bieneck treffen im Pool D, einer von zwölf Vierergruppen in der Vorrunde, auf Liliana Fernandez Steiner/Elsa Baquerizo McMillan aus Spanien (Fr., 17 Uhr), das brasilianische Duo Rebecca Cavalcanti Barbosa Silva/Ana Patricia Silva Ramos (So., 18 Uhr) und zum Abschluss auf Charlotte Nzayisenga/Judith Hakizimana aus Ruanda (Mo., 13 Uhr). Die besten zwei Teams jeder Gruppe plus die besten vier Gruppendritten ziehen direkt in die K.o.-Runde mit 32 Teams ein. Die verbleibenden acht Gruppendritten spielen in einer „Lucky-Loser-Runde“ die übrigen vier Plätze für das Sechzehntelfinale aus. Danach geht es in K.o.-Spielen bis ins Finale.
Vor dem Auftaktmatch an diesem Freitag sprach die SZ mit Isabel Schneider über den Heimfaktor, die Ziele und einen tiefsinnigen Leitspruch. – Das Interview im Wortlaut:
SZ: Frau Schneider, ab diesem Freitag wird es ernst für Sie und Ihre Spielpartnerin Victoria Bieneck. Spüren Sie schon die Anspannung?
Isabel Schneider: „Definitiv! Das Kribbeln wird von Tag zu Tag stärker, je näher der WM-Start rückt. Sobald wir aber die ersten Bälle auf dem Center Court gespielt haben, ist die Nervosität dann hoffentlich weg."
SZ: Sie trainieren am Bundesstützpunkt in Hamburg und spielen für den Hamburger SV – und jetzt findet die WM vor Ihrer eigenen Haustür statt. Wie fühlt sich das an?
Schneider: „Eine WM im eigenen Land und dann auch noch in der Stadt, in der man lebt und trainiert, bestreiten zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. So etwas erlebt man als Sportler nur einmal in seiner Karriere. Daher ist die Vorfreude bei mir sehr groß.“

"Nicht durch Rückschläge vom Weg abbringen lassen" 

SZ: Der bisherige Saisonverlauf war eher durchwachsen. Was waren die Gründe dafür?
Schneider: „Mit den Resultaten, die wir bislang erzielt haben, sind wir definitiv nicht zufrieden. Die ersten drei Turniere auf der World Tour in Xiamen, Kuala Lumpur und Itapema waren noch ganz ordentlich. Da hatten wir in den entscheidenden Situationen einfach nur Pech oder haben die falschen Entscheidungen getroffen, sonst hätten wir die Spiele gewonnen und wären weiter gekommen. Das Turnier in Ostrava war dann der Tiefpunkt. Auch in Warschau war unsere Leistung nicht gut, aber es ging zumindest wieder etwas aufwärts. Wichtig ist, dass wir uns von den Rückschlägen nicht vom Weg abbringen lassen. Im vergangenen Jahr lief es sehr gut, in diesem Jahr bisher nicht – aber das gehört im Leistungssport dazu. Wir haben versucht, das zu analysieren und an den richtigen Stellschrauben zu drehen.“
SZ: Gab es eine spezielle Vorbereitung auf die WM?
Schneider: „Nein, wir haben die letzten eineinhalb Wochen ganz normal unser Training in Hamburg durchgezogen, natürlich mit einer Periodisierung des Kraftprogramms mit Blick auf den WM-Start. Am Dienstag konnten wir das erste Mal auf dem Center Court trainieren, da haben wir schon mal ein Gefühl für das Stadion bekommen. Das war gut, denn wir bestreiten alle unsere Vorrundenspiele auf dem Center Court.“

"Fokus voll auf die Gruppenspiele gerichtet"

SZ: Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins WM-Turnier?
Schneider: „Ich denke, wir sind gut gerüstet für die WM. Wir wollen das zeigen, was wir uns in den letzten beiden Jahren erarbeitet haben. Unser Fokus ist erst mal voll auf die Gruppenspiele gerichtet. Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen. Wenn wir am Ende einen Top-Ten-Platz bei der Heim-WM erreichen, wäre das ein Traum.“
SZ: Stichwort Gruppenspiele: Wie schätzen Sie Ihre Kontrahentinnen ein?
Schneider: „Am Freitag treffen wir als erstes auf die Spanierinnen Liliana/Elsa. Sie sind sehr erfahren, sie haben schon an zwei Olympischen Spielen teilgenommen. Ich denke, das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Am Sonntag geht es dann gegen die Brasilianerinnen Rebecca/Ana Patricia. Sie sind das aufstrebende Team auf der World Tour gewesen. Da gehen wir als Außenseiter in die Partie. Wir wollen versuchen, sie mit guten Aufschlägen zu ärgern. Zum Abschluss treffen wir auf Nzayisenga/Hakizimana aus Ruanda. Dieses Duo kennen wir noch gar nicht. Daher werden wir sie in ihren beiden Spielen zuvor beobachten und ihre Stärken und Schwächen genau analysieren."

Hohe Leistungsdichte

SZ: Wer gehört für Sie zu den Favoritinnen auf den Titel?
Schneider: „Die US-Amerikanerinnen Walsh Jennings/Sweat und Klineman/Ross, die Kanadierinnen Bansley/Wilkerson sowie die Brasilianerinnen Rebecca/Ana Patricia, gegen die wir in der Vorrunde spielen, und Ágatha/Duda zählen zum Favoritenkreis. Aber in diesem Jahr sind viele Teams ganz eng beieinander. Ich würde sogar sagen, dass unter den 20 besten Teams jeder jeden schlagen kann. Das ist anders als im Vorjahr. Daher wird es sicherlich eine sehr spannende WM.“
SZ: Was trauen Sie den anderen deutschen Teams zu?
Schneider: „Puh, schwere Frage! Auf jeden Fall werden alle von dem Heimvorteil profitieren. Vor heimischem Publikum zu spielen, gibt uns allen einen Push. Ich habe das im vergangenen Jahr erlebt, als wir hier in Hamburg die World Tour Finals, für die sich die zehn besten Männer- und Frauen-Teams qualifizieren, gespielt haben. Der Support, die Lautstärke – das ist schon etwas ganz Besonderes. Man spürt, dass die Zuschauer hinter einem stehen.“

"Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit"

SZ: Auf Ihrer Facebook-Seite steht: „Durch Sturm bekommen die Bäume tiefere Wurzeln.“ Warum haben Sie sich gerade diesen Leitspruch ausgesucht?
Schneider: „Nun, die letzten Wochen waren stürmisch für uns. Danach haben wir sehr hart an uns gearbeitet. Tori und ich glauben, dass wir gestärkt aus dem Tief hervorgehen.“
SZ: Das hoffen auch Ihre Fans in der heimischen Region. Haben sich viele Besucher für Ihre Spiele angesagt?
Schneider: „Ja, Familie und Freunde werden bei den Spielen dabei sein. Über diese Unterstützung bin ich auch sehr froh, denn es ist gut zu wissen, dass sie da sind. Das motiviert mich noch mehr und gibt mir ein Gefühl der Sicherheit.“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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