Trauer um Gerd Grab

geo Siegen. Jüngeren Fußballern den Begriff des „Spielausschussobmanns“ zu erklären, dürfte heute schwer fallen. Vielleicht gelänge dies, wenn man dazu die Lebens- und Fußballgeschichte Gerd Grabs heranzöge. Den „Spielausschussobmann“ gibt es nicht mehr. Gerd Grab nun auch nicht mehr. Im Alter von fast 94 Jahren verstarb der gebürtige Koblenzer jetzt in seinem Haus am Siegener Giersberg.

Identifikationsfigur der Sportfreunde

Dabei war die Identifikationsfigur des Traditionsvereins Sportfr. Siegen zu Lebzeiten viel mehr als „nur“ ein Spielausschussobmann. Das Leimbach-Stadion war sein eigentliches Zuhause, unzählige Stunden und Tage verbrachte Grab bei den Spielen der Siegener Mannschaften, besonders auch der Jugend-Mannschaften. Hier lebte er auf, entwickelte sein Gespür für Talente aus der Region. Otto Nauroth, Gerhard Neuser, Albert Kühn, Reinhold Mathes, Manfred Richter, Rainer Lutz, Uli Schäfer, Gerd Hartmann, Joachim Kühn, Thomas Gräbener – die Liste der Grab-Entdeckungen ließe sich ganz bestimmt noch über viele Zeilen hinweg verlängern.

Gelungene Rückholaktion

Einer seiner größten Erfolge war indes die Rückholaktion Gerhard Neusers aus Schalke, wo der Wilgersdorfer 143 Bundesligaspiele in sechs Jahren erlebte und 1969 im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München spielte. Mit Rückkehrer Neuser stiegen die Sportfreunde dann 1972 in die Regionalliga West als damaliger „2. Liga der 70er Jahre“ auf und erlebten - sehr zur Freude Grabs - noch einmal eine erstklassige Spielzeit im Westen.

Grab war die "Seele" des Vereins

Die Zeiten und die handelnden Personen änderten sich danach, nur Gerd Grab blieb immer der Gleiche, machte nie viel Aufhebens um seine Person. Für die Sportfreunde Siegen war Gerd Grab dennoch wichtiger als mancher Vorsitzender, Trainer oder Schatzmeister - vielleicht, weil er wie kein anderer die „Seele“ dieses Vereins verkörperte.

Goldene Verdienstnadel des FLVW

Vor drei Jahren verlieh der damalige Verbandspräsident Hermann Korfmacher Gerd Grab die goldene Verdienstnadel des FLVW. Später Lorbeer für einen, der ein Leben lang viel mehr als ein „Spielausschussobmann“ war.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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