Nach Saisonabbruch in Westfalen
TSV Weißtal steigt in die Landesliga auf

In der kommenden Spielzeit - wann immer diese über die Bühne gehen kann - gibt es am Gernsdorfer Henneberg wieder Landesliga-Fußball zu bestaunen.. Unser Foto entstand beim Bezirksliga-Derby der Weißtaler gegen Germania Salchendorf.
  • In der kommenden Spielzeit - wann immer diese über die Bühne gehen kann - gibt es am Gernsdorfer Henneberg wieder Landesliga-Fußball zu bestaunen.. Unser Foto entstand beim Bezirksliga-Derby der Weißtaler gegen Germania Salchendorf.
  • Foto: Stefan Stark
  • hochgeladen von Jost-Rainer Georg (Redakteur)

geo Siegen/Kamen. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen schlägt den Abbruch der laufenden Saison 2019/2020 mit einer innovativen, vereins-freundlichen Wertung vor. Das Präsidium folgte am Mittwoch der entsprechenden Empfehlung des Verbands-Fußball-Ausschusses und erläuterte diese Entscheidungen am Nachmittag in einer Online-Pressekonferenz, an der über 30 westfälische Medienvertreter teilnahmen. Allerdings stehen diese Entscheidungen unter dem Vorbehalt eines außerordentlichen Verbandstages, der ebenfalls virtuell stattfinden wird. Voraussichtlich sollen dann am 8. Juni alle Beschlüsse endgültig festgezurrt werden. Mit einem Beginn der neuen Saison rechnet man im FLVW indes „nicht vor September“.

Jugend kündigt Beschlüsse für nächste Woche an

Der Beschluss sieht eine einheitliche Vorgehensweise der Saisonwertung bei Männern und Frauen vor, ferner sollen auch alle 29 Kreise die Beschlüsse umsetzen. Auch bei der Jugend soll nach einem ähnlichen Prinzip verfahren werden, jedoch ist die Aufstiegswertung hier viel komplizierter. Dazu sollen entsprechende beschlüsse in der kommenden Woche vorgelegt werden.Hier nun die wichtigsten Entscheidungen zu der durch die Corona-Pandemie „abgewürgten“ Saison 2019/2020:

Die wichtigsten FLVW-Beschlüsse

Es wird keine Absteiger geben. Zur Ermittlung der Aufsteiger werden zwei „Tabellen“ herangezogen: 1. Die Hinrunden-Tabelle; 2. Die aktuelle Tabelle zum Zeitpunkt des Abbruchs. Für beide Tabellen gilt: bei unterschiedlichen Zahlen ausgetragener Spiele greift die Quotientenregel (erreichte Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele). Ergeben sich bei dieser Doppel-Wertung zwei unterschiedliche „Sieger“, steigen beide auf.Beim Übergang von den Kreisen in die Bezirksligen haben einige Kreise die Möglichkeit, über Entscheidungsspiele mit anderen Kreisen einen zusätzlichen Aufsteiger zu ermitteln. Da diese Relegationsspiele nicht möglich sind, steigen auch hier beide auf (dies greift im Kreis-Siegen-Wittgenstein).

Vier "Südwestfalen" in der Oberliga

Diese Beschlüsse führen insgesamt zu einem deutlich höheren Aufstieg. So wird die Oberliga Westfalen in der kommenden Spielzeit mit 20 statt 18 Mannschaften spielen (eingerechnet ist hier die SG 09 Wattenscheid aufgrund des freiwilligen Rückzuges aus der Regionalliga West). Die heimische Region ist dann sogar mit vier Teams in der höchsten FLVW-Spielklasse vertreten: 1. FC Kaan-Marienborn, Sportfr. Siegen, TuS Erndtebrück und Westfalenliga-2-Aufsteiger SG Finnentrop/Bamenohl.  Einen Knaller gibt es aus heimischer Sicht beim Aufstieg von der Bezirksliga in die Landesliga, denn neben dem aktuell Führenden, dem SV Attendorn, steigt auch der Herbstmeister TSV Weißtal auf, obwohl die Gernsdorf-Rudersdorfer aktuell nur Platz 5 der letzten Tabelle belegen!

Zusätzliche Staffeln für den Übergang

Insgesamt wird es vorbehaltlich der Tatsache, dass auch alle Mannschaften wirklich aufsteigen wollen, in den beiden Gruppen der Westfalenliga 33 Mannschaften (bisher: 32), in der Landesliga 76 (bisher 64) und in der Bezirksliga 224 (bisher 193). Um dies zu bewältigen, wird es in der kommenden Spielzeit eine Landesliga-Staffel und zwei Bezirksliga-Staffeln mehr geben.

Auch Klafeld-Geisweid steigt auf

Freude dürften die Nachrichten aus Kaiserau auch bei zwei heimischen A-Kreisligisten auslösen, denn da das Relegationsspiel entfällt, steigen sowohl die SG Mudersbach/Brachbach als auch der VfL Klafeld-Geisweid in die Bezirksliga auf. Die Klafelder „Fürsten“ profitieren dabei von der Quotientenregelung, denn sie liegen sowohl in der Hinrunden-Tabelle als auch in der aktuellen Wertung mit dem besseren Quotienten vor dem tatsächlichen Zweiten, der SG Siegen-Giersberg (mehr Spiele ausgetragen).

Sportfreunde-Frauen wieder Regionalligist

Bei den Frauen dürften die Nachrichten aus der Verbandszentrale Jubel vor allem bei den Siegener Sportfreunde-Frauen, die nach langer Durststrecke wieder in die Regionalliga West aufsteigen. Und auch zwei weitere Vereine dürfen sich freuen: aufgrund des großzügigen Übergangs in die Bezirksligen steigt die SG Hickengrund endlich in die Bezirksliga auf, und die SG Albaum/Heinsberg schafft als Aufsteiger in die Bezirksliga auf Anhieb sogar den Durchmarsch in die Landesliga.
Bei der gestrigen Online-Pressekonferenz deutete FLVW-Vizepräsident Manfred Schneiders an, dass man über vermehrten Abstieg „in voraussichtlich zwei Schritten“ (also zwei Spielzeiten) zu der ursprünglichen Anzahl an Spielklassen zurückkehren werde.

Mindestens zwei Vereine wollen Klage prüfen

In der Konferenz wurde aber auch deutlich, dass es trotz der großzügigen Anwendung von Aufstiegsmöglichkeiten „Härtefälle“ gibt, was nun zu juristischen Auseinandersetzungen führen dürfte. Der im Siegerland aufgewachsene FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski: „Wir haben bei unseren Online-Konferenzen mit den Vereinen herausgehört, dass hier und da über den Klageweg nachgedacht wird.“ Im konkreten Fall soll es dabei um Oberligist RSV Meinerzhagen und Landesligist SpVg 11 Hagen gehen. Während die Meinerzhagener in der Quotientenrechnung nur hauchdünn dem SC Wiedenbrück und Rot-Weiß Ahlen unterlegen waren, liegt Hagen in der „Schlusstabelle“ der Gruppe 2 der Landesliga nach Punkten aktuell sogar auf Platz 1, hat aber den schlechteren Quotienten gegenüber Borussia Dröschede.

Sechs Tore entschieden für Weißtal

Knapp ging es auch zugunsten des TSV Weißtal aus: in der Hinrunde wurde die Henneberg-Elf punktgleich vor dem Kiersper SC Herbstmeister und profitierte dabei von einem um sechs Tore (!) besseren Trefferverhältnis, was sich nun im zusätzlichen Landesliga-Aufstieg bezahlt macht.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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