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2. Handball-Bundesliga
TuS Ferndorf verliert wieder mit einem Tor

Julian Schneider (Bildmitte) lieferte eine überragende Partie ab und begeisterte auch Bietigheims Trainer Jonsson. Hier setzte er sich gegen Tim Dahlhaus (links) und Christian Schäfer durch.
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  • Julian Schneider (Bildmitte) lieferte eine überragende Partie ab und begeisterte auch Bietigheims Trainer Jonsson. Hier setzte er sich gegen Tim Dahlhaus (links) und Christian Schäfer durch.
  • Foto: Baumann
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

geo Bietigheim. Weder der zum Schluss auserkorene „Nikolaus“ Patrick Weber noch Tribünengast Jan Wörner, der früher für Ferndorf spielte, noch ein Spieler, den Bietigheims isländischer Trainer „überhaupt nicht auf der Rechnung hatte“, nämlich Julian Schneider, vermochten es am Freitagabend, den fast schon historisch anmutenden Bann zu brechen. Auch im 7. Spiel gegen die SG BBM Bietigheim verlor der TuS Ferndorf zum 7. Mal. Mit 29:30 fiel die Niederlage zwar so knapp aus wie noch nie zuvor, aber es gab mehr Respekt als je zuvor. Nur Punkte, die gab es auch diesmal wieder nicht!

geo Bietigheim. Weder der zum Schluss auserkorene „Nikolaus“ Patrick Weber noch Tribünengast Jan Wörner, der früher für Ferndorf spielte, noch ein Spieler, den Bietigheims isländischer Trainer „überhaupt nicht auf der Rechnung hatte“, nämlich Julian Schneider, vermochten es am Freitagabend, den fast schon historisch anmutenden Bann zu brechen. Auch im 7. Spiel gegen die SG BBM Bietigheim verlor der TuS Ferndorf zum 7. Mal. Mit 29:30 fiel die Niederlage zwar so knapp aus wie noch nie zuvor, aber es gab mehr Respekt als je zuvor. Nur Punkte, die gab es auch diesmal wieder nicht!

Wieder ein paar Fehler zu viel

Und nicht nur Patrick Weber, der ein halbes Jahr selbst bei der SG BBM spielte, jedoch nie in der alt-ehrwürdigen Sporthalle am Viadukt direkt an der Enz (außer als Spieler von Friesenheim), wusste warum: In den entscheidenden Phasen des Spiels unterliefen Ferndorf diese kleinen Fehler zuviel, die am Ende ein höchst dramatisches Spiel entschieden. Da unterlief Julian Schneider in Überzahl ein Stürmerfoul, da eroberte Branimir Koloper sensationell einen Ball von „Mimi“ Kraus, warf ihn im Fallen aber überhastet zu ungenau auf Lucas Schneider, und da war auch Julius Lindskog Andersson, der zwar fünf Siebenmeter verwandelte, aber eben auch zwei nicht. Vor allem der erste war strategisch bedeutend, denn er hätte nach gespielten 30 Minuten zur Pause das 14:14 hergestellt, und danach hätte man bei eigenem Angriff in Führung gehen können.

Lerscht setzte alles auf die "Nikolaus"-Karte

Hätte, hätte Fahrradkette! Es waren immer wieder diese strategischen Momente, die der TuS trotz einer überragenden Angriffsleistung nicht nutzte und so mächtig beeindruckten Gastgebern immer wieder Steilvorlagen bot. Am Ende – es waren noch zwei Minuten zu spielen und es stand 29:26 für Bietigheim, also eigentlich eine klare Sache – setzte Trainer Michael Lerscht fast schon verzweifelt alles auf die Nikolaus-Karte Patrick Weber, der dann tatsächlich noch mit zwei unnachahmlichen Krachern auf 28:29 stellte, aber der starke Dominik Klaus schaffte das 30:28, dem Mattis Michel lediglich noch einen Siebenmeter mit der Schlusssirene entgegen zu setzen hatte.

Bietigheim drehte mir vier Toren den Spieß

Dabei war Ferndorf ohne Marijan Basic angereist, über dessen Sprunggelenksverletzung aus dem Konstanz-Spiel noch keine diagnostische Klarheit besteht. Und als dann Julius Andersson in der Spielmacherrolle die Ideen ein wenig flöten gingen, stellte Michael Lerscht um. Vorangegangen war ein starker TuS-Auftritt, der der Mannschaft überraschend eine 7:5-Führung bescherte. Doch dann schoss man BBM-Keeper Jürgen Müller sozusagen warm, und Bietigheim drehte mit vier Toren in Folge den Spieß zum 9:7 um. Tatsächlich erholte sich Ferndorf von dieser Wende nicht mehr und schaffte nur noch zu Beginn der zweiten Halbzeit dreimal den Gleichstand bis zum 16:16.

Dickes Lob für Julian Schneider

Aber zurück zum Spielmacher Nr. 3, denn nun übernahm Julian Schneider das Kommando, zum Teil an der Seite seines Bruders Lucas. Der ältere der beiden Schneiders erzielte nicht nur fünf Tore, sondern erzwang noch mehrere der am Ende zehn Siebenmeter für Ferndorf, die übrigens DHB-Schiedsrichter-Lehrwart Jürgen Rieber, der direkt neben dem SZ-Berichterstatter saß, für durchaus gerechtfertigt erachte. Nur Bietigheims Trainer Hannes Jon Jonsson wirkte leicht verdattert: „Der hat ja gespielt wie ein Weltmeister. Alle hatte ich auf dem Schirm nicht, nur den nicht.“

Ferndorf hat ein Torwart-Problem

Doch auch für dieses Lob konnte sich der Gast aus dem Siegerland nichts kaufen und musste letzten Endes wieder mit leeren Händen die Heimreise antreten. Die Partie im Südwesten, zeitgleich mit dem Eishockey-Zweitligaspiel der Bietigheim Steelers in der nahen (und viel größeren) EgeTrans-Arena ausgetragen, dokumentierte aber auch, dass der TuS Ferndorf in dieser Saison ein Torwartproblem hat. Insgesamt drei Keeper kamen gestern Abend zum Einsatz, doch sie brachten es zusammen (!) auf nur sechs Paraden – das ist leider zu wenig, um in der Fremde Punkte zu holen. Da reichen selbst 29 selbst geschossene Tore und ein großer Kampf nicht aus

Julian Schneider (Bildmitte) lieferte eine überragende Partie ab und begeisterte auch Bietigheims Trainer Jonsson. Hier setzte er sich gegen Tim Dahlhaus (links) und Christian Schäfer durch.
Zwei Treffer steuerte auch diesmal wieder Rechtsaußen Tim Rüdiger gegen die SG BBM Bietigheim bei und erfüllte sein Soll.
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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