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2. Handball-Bundesliga
TuS Ferndorf vor erstem "Kellerderby"

Im September 2016 verlor der TuS Ferndorf sein bislang einziges Heimspiel gegen die HSG Konstanz mit 23:26. Auch Mattis Michel (Bildmitte), der in Dresden zuletzt ansteigende Form zeigte, kam in jenem Spiel nicht wirklich zum Krachen.
  • Im September 2016 verlor der TuS Ferndorf sein bislang einziges Heimspiel gegen die HSG Konstanz mit 23:26. Auch Mattis Michel (Bildmitte), der in Dresden zuletzt ansteigende Form zeigte, kam in jenem Spiel nicht wirklich zum Krachen.
  • Foto: Reinhold Becher
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geo Ferndorf. Nur ein Pluszähler trennt in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga den Tabellen-14. TV Hüttenberg (9:15, ein Spiel weniger) und den TV Emsdetten (8:18) auf Rang 17. Dazwischen rangieren der TuS Ferndorf (9:17) und die HSG Konstanz (8:18). Geht man jetzt einmal etwas verwegen davon aus, dass dem Tabellen-Schlusslicht HSG Krefeld bis zum Saisonende keine gravierende Wende zum Positiven gelingt, dann kann es sehr gut sein, dass der zweite Direkt-Absteiger aus dem Kreis des genannten Quartetts kommen könnte. Und ein Teilnehmer an der Relegation wird ja auch noch gesucht. Da bringt es an diesem Wochenende zusätzliche Brisanz, dass genau dieses Quartett sich in Direkt-Duellen gegenüber steht: der TuS Ferndorf empfängt am Samstag in der Sporthalle Stählerwiese die Konstanzer (19.

geo Ferndorf. Nur ein Pluszähler trennt in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga den Tabellen-14. TV Hüttenberg (9:15, ein Spiel weniger) und den TV Emsdetten (8:18) auf Rang 17. Dazwischen rangieren der TuS Ferndorf (9:17) und die HSG Konstanz (8:18). Geht man jetzt einmal etwas verwegen davon aus, dass dem Tabellen-Schlusslicht HSG Krefeld bis zum Saisonende keine gravierende Wende zum Positiven gelingt, dann kann es sehr gut sein, dass der zweite Direkt-Absteiger aus dem Kreis des genannten Quartetts kommen könnte. Und ein Teilnehmer an der Relegation wird ja auch noch gesucht. Da bringt es an diesem Wochenende zusätzliche Brisanz, dass genau dieses Quartett sich in Direkt-Duellen gegenüber steht: der TuS Ferndorf empfängt am Samstag in der Sporthalle Stählerwiese die Konstanzer (19.30 Uhr), während eine halbe Stunde früher in Emsdetten die Hüttenberger aufspielen. Das Gewinnen ist daher für alle vier Mannschaften eine absolute Pflichtaufgabe, nur zwei können es indes maximal schaffen.

Gesucht: "Max Kruse des Handballs"

In gewisser Weise geht es den Ferndorfern im Handball derzeit ein wenig wie Werder Bremen im Fußball: Man spielt grundsätzlich attraktiven Handball, steht aber in der Tabelle ganz woanders als noch im letzten Jahr. Die Kicker von der Weser beendeten die Saison 2018/19 als Achter, Ferndorf als Neunter, aktuell rangiert der Bundesligist auf Platz 14, der Zweitligist auf Platz 15. Was beide eint: Man weiß, dass man es besser kann, steckt aber plötzlich mitten im Abstiegskampf - und damit hatte nun keiner gerechnet! Und noch eine interessante Parallele zu „Grün-Weiß“ gibt zu denken. Mit 13 Toren war Max Kruse nicht nur der beste Werder-Torschütze in der letzten Saison sondern auch Takt- und Ideengeber. Jetzt spielt er am Bosporus, und das  Bremer Team taumelt in die Erfolglosigkeit - vielleicht weil der Mannschaft ein Kopf fehlt. Auch beim TuS Ferndorf wähnte man in Jonas Faulenbach seinen Takt- und Ideengeber und beförderte ihn zum Kapitän. Doch der Rückraumspieler laboriert seit Saisonbeginn an vielen Wehwehchen und kommt nur spärlich in Schwung. Auch wenn die entsprechende Formkurve zuletzt aufwärts zeigte, fehlte der Ferndorfer Mannschaft gerade in den drei engen letzten Spielen in  Gummersbach (18:19), gegen Hamm (24:24) und nun in Dresden (24:25) ein Führungsspieler, der in der spielentscheidenden Phase die richtigen Lösungswege suchte und fand und klaren Kopf behielt, sozusagen ein „Max Kruse des Handballs“.

Auch Konstanz verlor oft nur knapp

Trainer Michael Lerscht ist dieses Defizit nicht entgangen: „Wir können über dieses Problem sprechen, und ich habe das auch gegenüber der Mannschaft sehr, sehr klar formuliert. Denn wir kommen auch in Zukunft immer wieder in diese engen Situationen hinein, wo die knappen Spiele entschieden werden. Wir müssen es deshalb schaffen, den letzten Tick auf unserer Seite zu haben.“ Doch das geht den Gästen aus Konstanz derzeit ähnlich. Während Ferndorf aus den letzten sechs Partien die erschreckende Bilanz von 1:11 Punkten holte, sieht es beim Aufsteiger vom Bodensee (3:9) nicht viel besser aus. Schon fünf Spiele gingen mit einem oder zwei Treffern Differenz verloren, weshalb Trainer Daniel Eblen schon meinte: „Irgendwann wird alles mal auf unsere Seite fallen.“ Und der starke Kreisläufer Michael Stotz kündigte mit Blick auf Ferndorf bereits an: „Es passiert uns viel zu häufig, dass wir Punkte holen können und es einfach nicht machen. Da müssen wir jetzt endlich mal draus lernen und es am Schluss disziplinierter zu Ende spielen. Wir werden alles geben, um unseren direkten Konkurrenten jetzt mal hinter uns zu lassen.“

Bangen um Julian Schneider und Basic

Eine klare Ansage an die gastgebenden Ferndorfer, die auch am Samstag ohne Jonas Müller antreten werden. Große Fragezeichen stehen noch hinter Julian Schneider (Schulterverletzung) und Marijan Basic (Achillessehnenprobleme). Patrick Weber, zweitbester Torschütze des TuS mit 53 Toren (Julius Andersson hat 55), ist dagegen nach seiner krankheitsbedingten Fast-Pause wieder belastbar und dürfte gegen die Südbadener am Samstag erste Wahl im Kader von Michael Lerscht sein.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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