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Das große Interview mit Mirza Sijaric
TuS Ferndorf will noch einen Allrounder holen

Mit der Arbeit von Trainer Robert Andersson (r.) ist Mirza Siajric, Sportlicher Leiter des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf, sehr zufrieden.
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geo Ferndorf. Zum Ende der kurzen Pause über den Jahreswechsel sprach die Siegener Zeitung mit Mirza Sijaric, dem Sportlichen Leiter des TuS Ferndorf, über die aktuelle Lage beim heimischen Handball-Zweitligisten, der nach dreimonatiger Spielzeit mit vielen Corona-bedingten Unterbrechungen nur auf Platz 16 der Tabelle steht. Mit 9:15 Punkten rangieren die Ferndorfer nur dank der besseren Tordifferenz vor den Abstiegsrängen, haben allerdings auch erst zwölf der insgesamt vorgesehenen 36 Saisonspiele absolviert - der Rangneunte EHV Aue (11:11) hat derweil auch nur zwei Pluszähler mehr auf dem Konto. Neben der Analyse des Saisonverlaufs ging es in dem Gespräch auch um den neuen Trainer Robert Andersson  und eine mögliche Nachverpflichtung noch in diesem Monat.

geo Ferndorf. Zum Ende der kurzen Pause über den Jahreswechsel sprach die Siegener Zeitung mit Mirza Sijaric, dem Sportlichen Leiter des TuS Ferndorf, über die aktuelle Lage beim heimischen Handball-Zweitligisten, der nach dreimonatiger Spielzeit mit vielen Corona-bedingten Unterbrechungen nur auf Platz 16 der Tabelle steht. Mit 9:15 Punkten rangieren die Ferndorfer nur dank der besseren Tordifferenz vor den Abstiegsrängen, haben allerdings auch erst zwölf der insgesamt vorgesehenen 36 Saisonspiele absolviert - der Rangneunte EHV Aue (11:11) hat derweil auch nur zwei Pluszähler mehr auf dem Konto. Neben der Analyse des Saisonverlaufs ging es in dem Gespräch auch um den neuen Trainer Robert Andersson  und eine mögliche Nachverpflichtung noch in diesem Monat. - Das Interview im Wortlaut:

Hallo, Herr Sijaric, erleben Sie gerade den letzten ruhigen Sonntag vor einem furiosen halben Jahr?
Ja, das tat ganz gut, mal ein paar Tage sich ohne Handball um die Familie zu kümmern. Nach unserem privaten Umzug nach Kredenbach war das ja auch etwas zu kurz gekommen.

Zehn Tage sind nach der Niederlage in Bietigheim vorbei - was passiert in dieser Woche?
Am Montag müssen alle Spieler, Trainer und die Betreuer wieder zum Corona-test. Das Ergebnis erwarten wir dann am Dienstagabend und werden am Mittwoch wieder das Training aufnehmen.

"Wir werden uns nicht mehr alles gefallen lassen"

Stand heute beginnt die Hinrunden-Fortsetzung für den TuS Ferndorf erst
genau einen Monat später, nämlich
mit dem Auswärtsspiel beim TV Hüttenberg. Bleibt es dabei?

Das wissen wir noch nicht. Ich werde mich in der kommenden Woche mit der HBL austauschen, wann wir unsere Nachholspiele austragen können. Die barsche Absage des VfL Lübeck-Schwartau auf unseren Vorschlag im vergangenen Jahr, kurzfristig das gemeinsame Spiel nachzuholen, mahnt mich jedoch auch, uns nicht mehr alles gefallen zu lassen. Würden wir - wie angedacht - schon am 30. Januar das Nachholspiel gegen Rimpar bestreiten, hätten wir danach wohl wieder 14 Tage Pause. Ich glaube, wir planen mit dem 13. Februar als Tag der Hinrunden-Fortsetzung.

Wird es für Trainer Robert Andersson bis dahin noch das eine oder andere Testspiel geben?
Das werden wir diese Woche auch besprechen. Es gibt in der Tat Anfragen auch aus der 1. Bundesliga, gegen uns zu testen.

Blicken wir nun mal die vergangenen drei Monate seit dem späten Saisonbeginn zurück: können Sie mit dem bisherigen Verlauf zufrieden sein?
Ich bin eigentlich schon zufrieden. Ein, zwei Spiele wie in Wilhelmshaven und Konstanz haben wir blöd abgegeben, in anderen hatten wir das Glück auf unserer Seite. Sowas hebt sich oft auf. Wir schaffen es oft, ca. 45 Minuten ein Spiel zu dominieren, geben es dann aber doch aus der Hand.

"Wir sind auch die fitteste Mannschaft"

Aus dieser Analyse könnte man schließen, dass es der Mannschaft an der nötigen Kondition mangelt. Dabei hat doch Patrick Weber vor der Saison proklamiert, dass Ferndorf die fitteste Mannschaft sein werde...
Wir sind auch die fitteste Mannschaft. Uns fehlt aber im Kader eine gleich gut bestückte Bank, so dass wir nicht selten 60 Minuten mit nur sieben oder acht Feldspielern bestreiten müssen. Dazu kommt, dass wir deutlich mehr Aktionen und Angriffe laufen, weil unser Spiel nach vorne viel schneller geworden ist. In diesem Zusammenhang tun uns auch die Verletzungen einiger Spieler sehr weh.

Reden wir über die Verletzten, wann kommt vor allem Kapitän Jonas Faulenbach zurück?
Ich gehe davon aus, dass er ab Mittwoch den überwiegenden Teil des Mannschaftstrainings bestreiten kann. Wenn seine Schulter mitmacht, spielt er auch am 13. Februar wieder. Bei Patrick Weber ist das komplexer.

Ja, wir hörten, dass er kurz vor Jahresende sogar zurück ins Krankenhaus musste....
Ich bin kein Mediziner und kann den Sachverhalt nicht ganz korrekt schildern. Aber offensichtlich sind bei seiner Bandscheibenoperation leitende Bahnen verletzt worden, aus denen nun Flüssigkeit ausgetreten ist, was bei Patrick starke Kopf- und Nackenschmerzen verursacht hat. Mit einer Spritze sollte dann dieses, nennen wir es einmal Leck, wieder verschlossen werden. das hat aber noch nicht ganz den gewünschten Erfolg gebracht, weshalb eine Prognose derzeit schwierig ist. Auch Patrick fehlt uns sehr.

Bliebe noch Lucas Puhl, der zu ersten Kurzeinsätzen kam...
Bei Lucas Puhl sind letzte Woche die Schrauben aus dem Daumen entfernt worden. Er kann demnach so um den 20. Januar herum wieder ins Training einsteigen und sollte auch bis zum Hüttenberg-Spiel wieder topfit sein.

"Ich schätze Roberts Arbeit sehr"

Themawechsel. Sprechen wir über den neuen Trainer Robert Andersson. Wie zufrieden sind Sie mit seiner bisherigen Arbeit?
Wir haben einen neuen Trainer, der eine neue Spielphilosophie mitbrachte. Im Gegenzug haben wir den wertvollsten Spieler der 2. Liga abgeben müssen und einen schwierigen Saisonverlauf mit Corona-Unterbrechungen und Verletzungen der wichtigsten Spieler erlebt. Wenn ich höre, was unsere Gegner sagen, sind wir auf dem richtigen Weg Ich schätze Roberts Arbeit sehr, aber er braucht jetzt auch eine gesunde Mannschaft.
Dennoch beobachten wir mit Sorge, dass die Abwehr zu viele Gegentore kassiert, knapp 28 pro Spiel ...
Die Spieler, die zum Einsatz kommen, laufen 30 bis 40 Prozent mehr Angriffe und vor allem schnelle Angriffe. Sicherlich fehlte uns hier und da die Kompaktheit, aber die Abwehrspieler sind auch stärker, wenn sie einen konstant guten Torwart hinter sich wissen. Die Spiele aber verlieren wir vorne, weil fast 50 Prozent unserer Gegentore aus vorangegangenen Ballverlusten oder halbherzigen Würfen entstehen. Wenn das immer wieder passiert, bricht das auch dem motiviertesten Abwehrspieler irgendwann das Genick.

Sie haben die vielen Fehler angesprochen. Mangelt es der Mannschaft an Führung im Spiel?
Ich glaube nicht, dass es an Führung fehlt, wenn damit verbale Ausstrahlung gemeint ist. Julius Andersson hat in zwei Jahren bei uns keine fünf Sätze gesprochen. Er war einfach immer da. Wer also jetzt über Torben Matzken nachdenkt, sollte fairer Weise einsehen, dass er mit 20 Jahren kein Leader sein kann. Ich glaube, dass seine Fähigkeiten an der Seite eines erfahrenen Spieler wie Jonas Faulenbach noch viel besser zum Tragen kommen werden. Uns wir sollten nicht vergessen, wie unangenehm Torben für jeden Gegner mit seiner individuellen Klasse sein kann.

Aber Verletzungen wie bei Faulenbach kann und wird es immer wieder geben ...
Das stimmt, weshalb ich auch darüber nachdenke, noch einen Allrounder zu verpflichten, da 17 Feldspieler wohl zu wenig sein werden. Ich suche jemanden, der Sicherheit reinbringt und Rückraum Mitte und halblinks spielen kann. Er muss aber mindestens Zweitliga-Format haben. Vielleicht passiert da in den nächsten Tagen noch etwas.

Sehen Sie das vor dem Hintergrund akuter Abstiegsgefahr?
Abstiegsgefahr sollte ein Verein wie der TuS Ferndorf immer im Blick haben. ich bin aber zu 100 Prozent von Mannschaft und Trainer überzeugt. Wir müssen jetzt einfach mal Fahrt aufnehmen und nicht wieder permanent durch Corona oder Verletzungen aus dem Rhythmus geraten.

"Kiel spielt auch dreimal die Woche"

Glauben Sie denn, dass die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann?
Viele sehen das aktuell pessimistischer als ich. Also einen Saisonabbruch sehe ich nicht. Und wenn wir im Frühjahr mehr spielen und weniger trainieren müssen, kann das auch gegen. Der THW Kiel spielt manchmal auch dreimal die Woche....

Mit der Arbeit von Trainer Robert Andersson (r.) ist Mirza Siajric, Sportlicher Leiter des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf, sehr zufrieden.
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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