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Handball-Testspiel
TuS Ferndorf zerlegt HSG Nordhorn/Lingen

Ab durch die Mitte: Luca de Boer und sein Nordhorner Teamkollege Georg Pöhle (94) stoppten hier mit vereinten Kräften den Ferndorfer Mittelmann Torben Matzken, der aufgrund einer leichten Blessur später nicht mehr eingesetzt wurde.
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  • Ab durch die Mitte: Luca de Boer und sein Nordhorner Teamkollege Georg Pöhle (94) stoppten hier mit vereinten Kräften den Ferndorfer Mittelmann Torben Matzken, der aufgrund einer leichten Blessur später nicht mehr eingesetzt wurde.
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geo Kreuztal. "Da haben Sie ja heute Abend sicher nichts zu meckern?“ Robert Andersson, Trainer des TuS Ferndorf antwortete nach dem  Testspiel seiner Mannschaft am Mittwochabend jedoch völlig verblüffend auf diese Journalistenfrage: „Doch, doch. Wir sind weit entfernt von dem, was wir erreichen wollen!“ Nun muss man wissen, dass Minuten zuvor der Zweitligist aus dem Siegerland den Erstligisten aus dem Emsland, also die HSG Nordhorn/Lingen, mit 31:22 (14:11) in seine Bestandteile zerlegt hatte. Nochmal zum Verständnis: der Zweitligist 31 Tore, der Bundesligist 22 Tore!
Ferndorf nach Belieben spielbestimmendWas für ein „Schwedenhappen“ war das denn nun? Andersson versuchte zu relativieren: „Die sind erst knapp zehn Tage im Training, wir schon länger.

geo Kreuztal. "Da haben Sie ja heute Abend sicher nichts zu meckern?“ Robert Andersson, Trainer des TuS Ferndorf antwortete nach dem  Testspiel seiner Mannschaft am Mittwochabend jedoch völlig verblüffend auf diese Journalistenfrage: „Doch, doch. Wir sind weit entfernt von dem, was wir erreichen wollen!“ Nun muss man wissen, dass Minuten zuvor der Zweitligist aus dem Siegerland den Erstligisten aus dem Emsland, also die HSG Nordhorn/Lingen, mit 31:22 (14:11) in seine Bestandteile zerlegt hatte. Nochmal zum Verständnis: der Zweitligist 31 Tore, der Bundesligist 22 Tore!

Ferndorf nach Belieben spielbestimmend

Was für ein „Schwedenhappen“ war das denn nun? Andersson versuchte zu relativieren: „Die sind erst knapp zehn Tage im Training, wir schon länger.“ Tatsächlich war bei den Gästen, die nur dank der Corona-Entwicklung vom sofortigen Abstieg aus dem Oberhaus verschont geblieben waren, von Erstliga-Reife wenig zu sehen. Kaum Tempo in den Angriffsaktionen, große Abstimmungsprobleme in der Abwehr - all das nutzte die eindeutig und nach Belieben spielbestimmende Mannschaft zu ihren Gunsten.

Puhl und Durica im Tor überragend

Aufbauend auf zwei überragende Torhüter und eine höchst bewegliche Deckung zog Ferndorf den Gästen einen Zahn nach dem anderen. Lucas Puhl parierte in der 1. Halbzeit sieben Bälle, Marin Durica legte in Durchgang 2 mit zehn Paraden noch einen drauf. Beide parierten zudem Siebenmeter.
Bei Ferndorf wirkten alle Akteure spritziger und fitter als der Gegner. So wie Julian Schneider, der nach seiner Wiederhereinnahme in den letzten zwölf Minuten der 2. Halbzeit fünf blitzsaubere Treffer im 1:1 markierte. Oder der auch in der Abwehr höchst auffällige Bosnier Josip Eres, der neun Tore erzielte und dabei vier Siebenmeter verwandelte.

"Fauli" sprühte vor Tatendrang

Aber ein gutes Beispiel aktuell ist auch Routinier Jonas Faulenbach, der in der letzten Saison fast eine komplette Halbserie Anlauf nahm, um zurück zu Topform zu gelangen. Nun ist es noch gar nicht losgegangen, und „Fauli“ sprüht schon wieder vor Tatendrang und zeigte bei seinen vier Krachern, wo der Hammer liegt.

Zwei Fanclubs mit je 20 Zuschauern dabei

Irgendwann war dann natürlich auch der Coach zufrieden, löste sich die Stimmung auf der Abwehrbank, und es wurde gewitzelt und gelächelt. Das konnte man in der Kreuztaler Zweifach-Halle hautnah miterleben, weil Spiele in der „großen“ Stählerwiese noch nicht möglich sind, und aufgrund der Corona-Bestimmungen nur die beiden Fanclubs mit je 20 Zuschauern, dazu noch einige ganz wenige Offizielle, die Partie verfolgten. Schon eine komische Stimmung ohne Getrommel, ohne Geschrei und die üblichen Jubelorgien. Hinzu kam die drückende Hitze in der Halle, die Ferndorfs Betreuer Michael Becker und die Physiotherapeutin Lina Büdenbender Schwerstarbeit aufzwang: mangels jugendlicher „Wischer“ mussten die beiden die Schweißperlen auf dem Hallenboden im Minutentakt aufwischen.

Neun Tore Vorsprung ab der 51. Minute

Geht natürlich bei so einem Spiel schon leichter von der Hand. Schnell führte Ferndorf 4:1, weil Lucas Puhl Österreichs Nationalspieler Robert Weber abrupt den Zahn zog und gleich zweimal gegen den Ex-Magdeburger parierte. Die Truppe des früheren Emsdettener Trainers Daniel Kubes glich dann zwar zum ersten und einzigen Mal aus (4:4), aber dann zog Ferndorf auf 8:4 davon und konservierte den Vorsprung bis zur Pause (14:11). Zehn Minuten lang war danach Marin Durica nur durch einen einzigen Siebenmeter zu überwinden - der Slowake hielt einfach alles, so dass Faulenbachs dritter Treffer zum 20:12 erstmals einen Acht-Tore-Vorsprung zementierte. Julian Schneiders erster Streich in der 51. Minute ließ den Vorsprung gar auf neun Treffer anwachsen (27:18).

Die Spielstatistik

TuS Ferndorf: Puhl, Durica - Eres (9/4), J. Schneider (5), Bornemann (4), Faulenbach (4), Sario (2), L. Schneider (2), Matzken, M. Michel, Rink, Rüdiger (je 1).
HSG Nordhorn/Lingen: Buhrmester, Ravensbergen - Mickal (4/1), Pöhler (4/2), Vorlicek (4), Miedema (3), Terwolbeck (2), Zare (2), Leenders, de Boer, Visser (je 1)

Ab durch die Mitte: Luca de Boer und sein Nordhorner Teamkollege Georg Pöhle (94) stoppten hier mit vereinten Kräften den Ferndorfer Mittelmann Torben Matzken, der aufgrund einer leichten Blessur später nicht mehr eingesetzt wurde.
Fanclub-Zuschauer ohne Trommeln, aber mit "MNB" - beim Handball-Testspiel in der Kreuztaler Zweifachhalle führte das Corona-Virus unsichtbare Regie.
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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