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PK der Sportfreunde Siegen zu "Ehe" mit Kaan
Vereinsname ist der Schlüssel

Auf 120 Jahre Tradition verweist die Choreographie der Sportfreunde-Fans auf dem Fernseher im Hintergrund. Der Vereinsname soll als Marke auch bei einer „Ehe“ mit dem 1. FC Kaan-Marienborn bestehen bleiben – das stellte der SFS-Vorstand um den Vorsitzenden Roland Schöler (Mitte), seinen Stellvertreter Frank Weber (r.) und den für Marketing und Vertrieb zuständigen Dr. Dieter Schmitz (l.) auf einer Pressekonferenz klar.
  • Auf 120 Jahre Tradition verweist die Choreographie der Sportfreunde-Fans auf dem Fernseher im Hintergrund. Der Vereinsname soll als Marke auch bei einer „Ehe“ mit dem 1. FC Kaan-Marienborn bestehen bleiben – das stellte der SFS-Vorstand um den Vorsitzenden Roland Schöler (Mitte), seinen Stellvertreter Frank Weber (r.) und den für Marketing und Vertrieb zuständigen Dr. Dieter Schmitz (l.) auf einer Pressekonferenz klar.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Siegen. Die nächste Runde der durch die Siegener Zeitung öffentlich gewordenen Diskussion um eine mögliche „Fußball-Ehe“ zwischen den Sportfreunden Siegen und dem 1. FC Kaan-Marienborn brachte das erwartete Ergebnis. Der SFS-Vorstand um den Vorsitzenden Roland Schöler unterstrich am Mittwoch-Nachmittag in der Geschäftsstelle des Vereins sein Interesse an einer zukünftigen engen Zusammenarbeit mit dem bisherigen Rivalen – aber eben nicht um jeden Preis. Als „Suche nach der besten Lösung für die Region“ hatte Schöler das Thema der Veranstaltung um kurz nach 16 Uhr beschrieben. In den folgenden eineinhalb Stunden wurde deutlich, wie diese in Augen des Vorsitzenden und seiner anwesenden Vorstandskollegen Frank Weber und Dr. Dieter Schmitz aussehen könnte.

pm Siegen. Die nächste Runde der durch die Siegener Zeitung öffentlich gewordenen Diskussion um eine mögliche „Fußball-Ehe“ zwischen den Sportfreunden Siegen und dem 1. FC Kaan-Marienborn brachte das erwartete Ergebnis. Der SFS-Vorstand um den Vorsitzenden Roland Schöler unterstrich am Mittwoch-Nachmittag in der Geschäftsstelle des Vereins sein Interesse an einer zukünftigen engen Zusammenarbeit mit dem bisherigen Rivalen – aber eben nicht um jeden Preis. Als „Suche nach der besten Lösung für die Region“ hatte Schöler das Thema der Veranstaltung um kurz nach 16 Uhr beschrieben. In den folgenden eineinhalb Stunden wurde deutlich, wie diese in Augen des Vorsitzenden und seiner anwesenden Vorstandskollegen Frank Weber und Dr. Dieter Schmitz aussehen könnte.

Erste Gespräche schon 2016

„Der Wunsch ist, eine starke Fußball-Herren-Mannschaft an den Start zu bringen. Dafür braucht es eine Bündelung der Kräfte bezogen auf das Personal, die Sponsoren und damit die Finanzen“, so Schöler, der gleich zu Beginn klarstellte, dass diese Idee schon vor längerer Zeit entstanden sei. Schon im Dezember 2016 wurden dem SFS-Vorsitzenden zufolge erste Gespräche mit seinem mittlerweile verstorbenen Käner Amtskollegen Manfred Leipold geführt. Seither habe es einen „konstruktiven Austausch“ zwischen beiden Vereinen gegeben, der allerdings „in den letzten eineinhalb Jahren etwas eingeschlafen“ sei, wie Schöler zugab.
Im September 2019, rund um das Oberliga-Stadtderby, seien schließlich abermals Gespräche angestoßen worden. Im März 2020 saßen Manfred Utsch und Christoph Thoma wieder zusammen an einem Tisch und räumten lange bestehende Differenzen aus. Die in der SZ verkündete Einigung der beiden Mäzene auf ein gemeinsames Konzept kam für den SFS-Vorstand dennoch überraschend. „Wir haben durch die Presse erfahren, dass Bewegung in der Sache ist“, räumte Schöler ein und ergänzte: „Ich gehe damit davon aus, dass man in den offenen Punkten auf uns zugehen wird.“

Drei zu klärende Punkte

Das sind deren drei, die noch zu einer finalen Einigung fehlen. „Zwei davon treffen uns aber ins Mark“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Frank Weber. So war von Christoph Thoma Kaan-Marienborn als zukünftiger Spielort einer gemeinsamen, in eine eine Spielbetriebs-GmbH ausgelagerten Mannschaft gefordert worden. „Hier im Leimbachstadion schlägt unser Herz seit 50 Jahren. Das werden wir nicht ohne weiteres aufgeben“, stellt Weber klar. In diesem Punkt scheint eine Einigung allerdings möglich, denn angesichts der infrastrukturellen Begebenheiten scheidet die Käner Herkules-Arena bei einem steigenden Zuschaueraufkommen als sportliche Heimat aus.

Name Sportfreunde Siegen "steht nicht zur Disposition"

Der größte Knackpunkt dürfte weiterhin der Name sein – die Sportfreunde-Verantwortlichen signalisieren aber bis zu einem gewissen Maß Gesprächsbereitschaft. „Sportfreunde Siegen ist eine Marke und ein so prägendes Merkmal, hat eine solche Schubkraft, dass es nicht zur Disposition steht“, erklärte der für Marketing und Vertrieb zuständige Dr. Dieter Schmitz. So müsse sowohl der Begriff „Sportfreunde“ als auch der Name der Stadt Siegen in der Bezeichnung enthalten sein. „Für mögliche Kürzel, die davor stehen, wären wir offen“, sagte Schmitz und brachte selbst den Namen „1. FC Sportfreunde Siegen“ ins Spiel. Auch als „FCKM Sportfreunde Siegen“ könnte eine gemeinsame Mannschaft wohl antreten.

"Es geht darum, wer den letzten Schritt macht"

„Dieser Punkt wurde von beiden Seiten brutal unterschiedlich gesehen, Die Meinungen waren völlig konträr“, konstatierte Frank Weber, während sich Dr. Dieter Schmitz „überrascht“ zeigte, „dass jetzt der letzte Schritt gegangen werden soll“. Bildlich gesprochen, befänden sich beide Vereine in einem 100-Meter-Sprint bei 99 Metern. „Wir laufen mit ausgestreckter Hand. Jetzt geht es darum, wer den letzten Schritt macht“, so Schmitz.
Eher zu vernachlässigen sei die dritte offene Frage, wie denn eine mögliche Spielbetriebs-GmbH geführt werden solle. Als „nicht paritätisch“, als nicht gleichgestellt, bezeichnete Frank Weber den bisherigen Vorschlag aus Kaan-Marienborn, ohne sich zu diesem Thema weiter äußern zu wollen. Der stellvertretende Vorsitzende: „Da wird sich schon eine Lösung finden. Sehr wichtig ist uns ein externer Berater, der den weiteren Verlauf moderiert. Wir müssen alle mitnehmen, denn wir gehen nicht über eine Brücke, die auf zwei wackeligen Pfeilern und auf Sand gebaut ist.“ Erst die nächsten Gespräche zwischen beiden Parteien werden zeigen, wie nah eine Einigung tatsächlich ist. Er befinde sich „im regen Austausch“ mit Kaans Vorsitzendem Florian Leipold, habe erst gestern mit ihm gesprochen, sagte Roland Schöler.

"Am Ende des Tages reden wir über Geld"

Aus dem eigentlichen Grund für die einst für undenkbar gehaltenen „Sondierungsgespräche“ machte der SFS-Vorsitzende dann auch keinen Hehl mehr. „Am Ende des Tages reden wir über Geld, sonst säßen wir nicht hier. Wir wissen, es geht um unsere Zukunft“, so Schöler vor dem Hintergrund der bekanntlich klammen Kassen im Leimbachtal.
Der Druck, eine gemeinsame Lösung zu finden, liegt damit mehr auf Seiten der Sportfreunde. „Wir sind in keiner einfachen Situation und keiner weiß, wo wir, auch durch die Corona-Pandemie, 2021 stehen werden. Viele Unternehmer, die uns jetzt treu sind, müssen selbst sehen, wie es weitergeht“, erläuterte Dr. Schmitz die Problematik.
„Da sind Florian Leipold und ich auch einer Meinung“, sagte Schöler einhakend und ergänzte: „In meinen Augen gibt es keine unüberbrückbaren Fragen mehr. Für die beste Lösung für die Region müssen auch Kompromisse gemacht werden.“ Die Eingangsfrage scheint damit beantwortet: Die beste Lösung liegt auch für die SFS-Verantwortlichen in einer „Ehe“ mit dem Käner Nachbarn. Es fehlt der letzte Schritt – bleibt abzuwarten, wie schwer dieser fallen wird…

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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