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Trainer Cramer nach 0:3 gegen Rhynern sauer
Vernichtende Kritik für SFS-Team

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pm Siegen. Tobias Cramer war stinksauer. „Ich bin komplett enttäuscht“, begann der Trainer der Sportfreunde Siegen seine Zusammenfassung der verdienten wie ernüchternden 0:3 (0:1)-Heimniederlage gegen Westfalia Rhynern und teilte danach richtig aus. Während er und das gesamte Trainerteam eine „überragende Spielvorbereitung“ geliefert habe, sei bei den Spielern eine gewisse „Ignoranz“ dessen erkennbar gewesen, was im Vorfeld explizit angesprochen worden war.

Konkret meinte der A-

pm Siegen. Tobias Cramer war stinksauer. „Ich bin komplett enttäuscht“, begann der Trainer der Sportfreunde Siegen seine Zusammenfassung der verdienten wie ernüchternden 0:3 (0:1)-Heimniederlage gegen Westfalia Rhynern und teilte danach richtig aus. Während er und das gesamte Trainerteam eine „überragende Spielvorbereitung“ geliefert habe, sei bei den Spielern eine gewisse „Ignoranz“ dessen erkennbar gewesen, was im Vorfeld explizit angesprochen worden war.

Konkret meinte der A-Lizenzinhaber bei seiner harschen Kritik eine Szene aus der 8. Minute, die für den Rest der Partie prägend sein sollte. Die Siegener hatten vor 675 Zuschauern im Leimbachstadion gut begonnen und das Geschehen weitgehend in die Hälfte der Gäste verlagert, als schon der dritte Eckball in den Strafraum flog und dort geklärt wurde. So weit, so normal, doch was danach passierte, erzürnte Cramer. Zwei Mal verpassten es seine Schützlinge, den Abpraller aus der zweiten Reihe notfalls aus dem Stadion zu dreschen.

"Darf so nicht passieren"

„Genau das hatten wir besprochen, weil in Herne aus der gleichen Situation der Konter entstand, durch den Christoph Thies im Eins-gegen-Eins halten musste“, so Cramer, der sein Team nun abermals in einen schnellen Gegenangriff laufen sah. Der neunfache Torschütze Murat Sezer flankte schließlich in die Mitte, Till Hichenbach brachte bei seinem Klärungsversuch per Kopf zu wenig Druck hinter den Ball und legte unfreiwillig auf für Jan Kleine, der die Kugel unter die Latte zimmerte. „Das erste Gegentor darf so nicht passieren“, wusste auch Hilchenbach.

Mit der Führung im Rücken machte es sich Rhynern in der eigenen Hälfte gemütlich und überließ den Sportfreunden den Ball, die mit dem Plus an Spielanteilen aber überhaupt nichts anzufangen wussten. Umständlich, ungenau, ungefährlich, das beschrieb das Angriffsspiel der Hausherren treffend, weshalb Gäste-Keeper Maximilian Eul sich im gesamten Spiel nicht ein einziges Mal wirklich strecken musste. Abschlüsse gab es für Siegen abgesehen von einem Abseits-Tor von Joshua Walter (28.) nur aus der Distanz, doch der beste Versuch von Björn Jost strich einen Meter am Kasten vorbei (32.).

Geradlinige Gäste setzen sich ab

Ganz anders die Gäste, die schon im ersten Durchgang mit ihren wenigen Vorstößen meist gefährlich wurden und nach der Pause schnell für die Vorentscheidung sorgten. Geradlinig, vertikal und mit wenigen Kontakten schaltete Rhynern um, so auch nach einem weiteren Fehlpass in der Vorwärtsbewegung der Siegener. Zwei Pässe vom Ballgewinn im Mittelfeld an waren nötig, um Eduard Probst freizuspielen, der aus ungünstigem Winkel flach zum 2:0 für die Gäste abschloss (54.).

Cramer versuchte zu reagieren, brachte gleich im Anschluss mit Michél Harrer für Andreas Busik seinen einzigen echten Mittelstürmer. Eine verständliche Maßnahme, die von Teilen der ansonsten fast komplett verstummten Fans mit Pfiffen, Beleidigungen und Buhrufen beantwortet wurde. Es passte ins Bild eines trostlosen Sportfreunde-Auftritts, der auf dem Rasen sogar noch bitterer hätte enden können. Jonas Michler erhöhte in der 65. Minute nach einem abgewehrten Eckstoß aus der Distanz auf 3:0, wenig später verhinderte Verteidiger Hilchenbach auf der Linie für den geschlagenen Christoph Thies das vierte Gegentor.

"Vielleicht fehlende Qualität"

Selbst die wahrscheinlich beste SFS-Chance, bei der Michél Harrer gerade noch geblockt wurde, wäre beinahe zum Boomerang geworden, doch der frei durchgestartete Akhim Seber lupfte den Ball allein vor Thies in dessen Arme. Auch drei Einschläge reichten allerdings, um Tobias Cramers Laune in den Keller sinken zu lassen. „Ich kann mich heute nicht vor meine Mannschaft stellen“, betonte der Coach nach Abpfiff gleich zwei Mal und legte nach: „Wenn die Spieler solche Fehler nicht abstellen, dann ist das vielleicht fehlende Qualität oder sie hören dem Trainer nicht zu. Dann wird es in den kommenden Wochen aber schwer.“

Von der vor dem Spiel erhofften Augenhöhe mit einem gestandenen Oberliga-Gegner waren die Sportfreunde in dieser Form weit entfernt. Das 0:3 gegen Rhynern wird in den kommenden Tagen noch nachhallen – so wie die deutlichen Worte von Trainer Tobias Cramer. Denn der war wirklich stinksauer.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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