Hallenfußballturniere in der Region
Vorbei der Budenzauber

„David“ gegen „Goliath“: Das Anti-Drogen-Turnier des FC Eiserfeld lockt Jahr für Jahr mit sehr interessanten Duellen wie diesem von 2018 zwischen dem 1. FC Dautenbach (gelbe Trikots) und dem FSV Frankfurt. Freunde des gepflegten Hallenfußballs müssen aber weiter auf die 30. Ausgabe der Veranstaltung warten.
  • „David“ gegen „Goliath“: Das Anti-Drogen-Turnier des FC Eiserfeld lockt Jahr für Jahr mit sehr interessanten Duellen wie diesem von 2018 zwischen dem 1. FC Dautenbach (gelbe Trikots) und dem FSV Frankfurt. Freunde des gepflegten Hallenfußballs müssen aber weiter auf die 30. Ausgabe der Veranstaltung warten.
  • Foto: Pascal Mlyniec
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

pm Siegen/Wilnsdorf. Für die einen ist es die schönste Art, die lange Winterpause zu überbrücken. Für andere eine willkommene Möglichkeit, ein bisschen Geld in die Vereinskasse zu spülen. Fußball-Hallenturniere gehören von Dezember bis Februar einfach dazu, bringen Kinder von den Bambinis an in Bewegung, garantieren immer wieder Derby-Atmosphäre auf den Rängen und lassen bei gut besetzten Teilnehmerfeldern auch die Herzen von Ball-Ästheten höher schlagen. Doch für Liebhaber des „Budenzaubers“ kommt hier die schlechte Nachricht: Die Fußball-Hallensaison fällt im Winter 2021/22 der Corona-Pandemie zum Opfer. Schon wieder.

„Wir werden keine Hallenturniere durchführen“, bestätigt Maik Otto, 2. Vorsitzender des FC Eiserfeld, das, was Realisten ohnehin schon schwante und im Kreis Olpe schon vielfach publik gemacht wurde. Kein Steiner-Cup, kein Eiserfelder Hallencup, kein Anti-Drogen-Turnier – allein mit dem Veranstaltungstrio des Bezirksligisten fallen einige der beliebtesten Events weg. „Bei aller Liebe, ich bin ja zu vielen Schandtaten bereit, aber unter diesen Bedingungen ein Turnier auszurichten, ist kaum umsetzbar“, sagt Otto, neben seiner Funktion im FCE auch Vorsitzender des Siegener Stadtsportverbands, mit Blick auf die ab Mittwoch für alle Sportveranstaltungen geltenden 2-G-Regeln für Zuschauer und Aktive.

„Allein dafür brauchen wir noch mehr Ehrenamtler, um das irgendwie zu kontrollieren. Auch eine Genehmigung für so viele Leute, wie wir sonst in der Halle haben, würden wir nicht kriegen. Man muss zusammenfassend sagen, dass es in diesem Winter keinen Sinn macht“, so Otto, dessen Verein durch die Absage in zwei aufeinanderfolgenden Jahren wohl ein fünfstelliger Betrag durch die Lappen geht. Immerhin: Die 30. Ausgabe des stets besonders hochkarätig besetzten Anti-Drogen-Turniers für C-Junioren könnte im kommenden Jahr auf dem Feld nachgeholt werden.

Die „Teppich-Verhältnisse“ von draußen mit der besonderen Stimmung von drinnen kombinierten in den vergangenen Jahren die vielen Turniere von Fortuna Freudenberg, die mit dem extra verlegten Kunstrasen ein Alleinstellungsmerkmal in der Region mitbrachten. Doch auch im Schulzentrum Büschergrund rollt in der anstehenden Winterpause kein Ball. „Wir haben unsere Turniere früh gecancelt. Mit dem Kunstrasen brauchen wir mindestens ein halbes Jahr Vorlaufzeit um alles zu organisieren und das war bei der Corona-Situation schon im September schwer planbar. Die aktuelle Entwicklung gibt uns da recht“, erklärt der Fortuna-Vorsitzende Christian Janusch.

Eine „Light-Variante“, ein „normales“ Turnier auf Hallenboden und mit Handballtoren, wurde in Freudenberg kurzzeitig diskutiert, dann aber schnell verworfen. „Spieler und Zuschauer hätten das Spektakel, das sie gewohnt sind, nicht bekommen. Dann haben wir gesagt, wir machen lieber gar nichts“, so Janusch.
Gleich klingende Stimmen sind auch aus den Richtungen der übrigen Vereine zu hören, für die (mindestens) ein eigens ausgerichtetes Turnier in jedem Jahr fest im Kalender eingeplant ist. „Normalerweise haben wir zu diesem Zeitpunkt Einladungen ohne Ende im Posteingang. In diesem Jahr habe ich noch keine einzige gesehen, nur für Pfingstturniere im nächsten Jahr“, bringt es Maik Otto auf den Punkt.

Die Wettbewerbe für Vereinsmannschaften fallen flach, wenig überraschend sind die Hobby-Teams nicht besser dran. „Die aktuelle Corona-Lage lässt ein sinnvolles und verantwortungsvolles Ausrichten des bundesweit größten Hallenturniers in der gewohnten Form aktuell nicht zu“, erklärte am Dienstag Organisator Ralf Kocher die Absage der für 22. und 23. Januar vorgesehenen 32. Auflage des Krombacher-Freizeit-Cups. „Die Entscheidung ist uns allen äußerst schwer gefallen, schließlich hat der Krombacher-Freizeit-Cup eine über 30-jährige Tradition. Wir betrachten den Schritt jedoch als alternativlos“, so Kocher.

Der Organisator des Wohltätigkeitsturniers formuliert abschließend eine Hoffnung, die vielerorts geteilt werden dürfte. „Wir sind optimistisch, dass sich das Jahr 2022 wieder zum relativen Normalzustand entwickeln kann“, so Kocher. Dann dürften auch Fans des „Budenzaubers“ endlich wieder auf ihre Kosten kommen.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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