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Jacqueline Lölling Zweite bei Skeleton-DM
Weltcup-Ticket gelöst

Am Start verpasste Jacqueline Lölling ihre persönliche Bestzeit im zweiten Lauf nur knapp. Auch die weitere Fahrt der Brachbacherin passte und so verdiente sich „Jacka“ am Ende ihren Platz im Weltcup-Kader des anstehenden Winters.
  • Am Start verpasste Jacqueline Lölling ihre persönliche Bestzeit im zweiten Lauf nur knapp. Auch die weitere Fahrt der Brachbacherin passte und so verdiente sich „Jacka“ am Ende ihren Platz im Weltcup-Kader des anstehenden Winters.
  • Foto: BSD/Sportpresse Reker
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Winterberg. Als Jacqueline Lölling am Samstag bei den Deutschen Skeleton-Meisterschaften in Winterberg um kurz vor 11 Uhr ihren zweiten Lauf beendet hatte und im Zielbereich ihrer Heimbahn zwischenzeitlich auf Rang 1 lag, fiel eine große Last von den Schultern der ehemaligen Weltmeisterin ab. „Im ersten Moment war es, als wäre mir ein Stecker gezogen worden. Ich konnte mich gar nicht richtig freuen, sondern habe in dem Moment erst richtig gemerkt, wie groß der Druck eigentlich war“, sagte Lölling. Am Ende gab es die Silbermedaille für die Brachbacherin, weil Tina Hermann um zwei Zehntelsekunden schneller war. Viel wichtiger aber: „Jacka“ löste ihr Ticket für den Weltcup-Kader.

pm Winterberg. Als Jacqueline Lölling am Samstag bei den Deutschen Skeleton-Meisterschaften in Winterberg um kurz vor 11 Uhr ihren zweiten Lauf beendet hatte und im Zielbereich ihrer Heimbahn zwischenzeitlich auf Rang 1 lag, fiel eine große Last von den Schultern der ehemaligen Weltmeisterin ab. „Im ersten Moment war es, als wäre mir ein Stecker gezogen worden. Ich konnte mich gar nicht richtig freuen, sondern habe in dem Moment erst richtig gemerkt, wie groß der Druck eigentlich war“, sagte Lölling. Am Ende gab es die Silbermedaille für die Brachbacherin, weil Tina Hermann um zwei Zehntelsekunden schneller war. Viel wichtiger aber: „Jacka“ löste ihr Ticket für den Weltcup-Kader.
Vor dem vierten und finalen Selektionsrennen hatte die Gesamtsiegerin des vergangenen Winters noch um ihre Nominierung für den Weltcup bangen müssen. Neben der gesetzten Tina Hermann besaß Hannah Neise nach starken Auftritten in Altenberg und Sigulda die besten Karten für das zweite Ticket. Gemeinsam mit Sophia Griebel, immerhin WM-Sechste Anfang des Jahres in Altenberg, stritt Lölling um den letzten freien Platz. „Es war für Sophia und mich kein einfacher Tag. Wir sind natürlich Konkurrentinnen, aber wir kennen uns jetzt auch schon lange. Dann zu wissen, dass es für eine von uns nicht reicht, war keine schöne Situation. Am Ende hatte ich das bessere Ende für mich“, erklärte Lölling im SZ-Gespräch.

Zweiter Lauf ein "Befreiungsschlag"

Im ersten Lauf der nationalen Titelkämpfe, die wie alle Rennen des anstehenden Winters ohne Zuschauer ausgetragen wurden, legte Sophia Griebel gleich die zweitbeste Startzeit vor. Schon 16 Hundertstelsekunden lag Lölling nach den ersten Metern hinter ihrer Rivalin, doch je weiter es auf der 1330 Meter langen Strecke der Veltins-EisArena nach unten ging, desto besser kam die Brachbacherin in Fahrt. In 57,30 Sekunden war die zweitplatzierte Lölling nach dem ersten Lauf 37 Hundertstelsekunden schneller als Griebel auf Rang 5. „Da war noch etwas mehr drin, weil ich zwei kleine Fehler eingebaut habe“, meinte „Jacka“.
Im zweiten Durchgang lief es noch etwas besser. „Oben“ blieb Lölling lediglich sechs Hundertstel über ihrer persönlichen Bestzeit und war damit nur unwesentlich langsamer als Sophia Griebel, die sogar die Startschnellste war. In den folgenden 15 Kurven bewies die Brachbacherin ihr außergewöhnliches Fahrgefühl, baute ihren Vorsprung auf Griebel auf letztlich 1,11 Sekunden aus und musste sich damit nur Tina Hermann geschlagen geben. „Mit dem zweiten Lauf bin ich sehr zufrieden. Das war ein kleiner Befreiungsschlag, da habe ich gemerkt, dass es noch da ist und dass ich es nur abrufen muss“, so die entsprechend gelöst wirkende Lölling.

Erster Weltcup am 20. November

Gleich nach der etwas kuriosen Siegerehrung, bei der sich „Jacka“, Siegerin Hermann und die drittplatzierte Hannah Neise ihr Medaillen aus Corona-Schutzgründen selbst um den Hals hängten, machte Bundestrainer Christian Baude die Weltcup-Nominierung des Trios in einer Besprechung offiziell.
Schon am kommenden Freitag bricht das deutsche Team nun auf nach Lettland, wo in Sigulda am 20. und 27. November die ersten beiden Rennen ausgetragen werden. „Das geht jetzt zügig, viel kann man vorher nicht mehr machen“, so Lölling, die vor eineinhalb Wochen beim dritten Selektionsrennen in Sigulda mit gehörigem Rückstand nur Vierte geworden war und deshalb weiß: „Auf der Bahn muss ich noch etwas drauflegen.“
Nach zwei weiteren Rennen im Dezember in Innsbruck-Igls steht für Jacqueline Lölling am 8. Januar der Heim-Weltcup in Winterberg auf dem Programm. Auf weitere Stationen in St. Moritz und am Königssee finden dann die Weltmeisterschaften als Saison-Höhepunkt abermals in Altenberg statt, wo Bahnrekord-Halterin „Jacka“ im Februar Vierte geworden war.

"Nur wenige Fehler" erlaubt

Über konkrete Ziele wollte die 25-jährige zunächst noch nicht sprechen, weiter zur internationalen Spitze zu gehören muss aber der Anspruch sein. „Wir wissen jetzt, wo wir national stehen, aber international ist noch vieles unklar. Man hat aber gerade letztes Jahr gesehen, dass das Feld immer enger zusammenrückt und dass bis zum letzten Rennen alles offen war. Ich gehe davon aus, dass sich diese Tendenz fortsetzt und man sich wenige Fehler erlauben darf“, erklärte Lölling.
Für Kampfansagen an die Konkurrenz ist die Brachbacherin ohnehin nicht bekannt. Eine Portion Optimismus schwang bei den Äußerungen aber trotzdem mit. „Der große Druck ist jetzt raus, jetzt kann ich mich auf den Weltcup konzentrieren. Jetzt kommt Lauf für Lauf das Fahrgefühl zurück“, hofft Lölling nach dem Wettkampf in Winterberg, den sie als „auf einmal wichtigstes Rennen der Saison“ bezeichnete. Dieses liegt jetzt hinter „Jacka“, die ihrer Karriere im Winter 2020/21 in den eigentlich wichtigen Rennen weitere Erfolge hinzufügen kann. Die Silbermedaille auf ihrer Heimbahn war ein essenzieller Schritt – und nahm eine große Last von ihren Schultern.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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