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"Fußball-Ehe" zwischen Siegen und Kaan?
Widerstand der Sportfreunde-Fans

Klares Statement: Während sich die Spieler der Sportfreunde Siegen im Vordergrund auf das Heimspiel gegen den RSV Meinerzhagen einschwören, bringen die Fans im Hintergrund auf zwei Bannern ihre Ablehnung gegen eine Zusammenarbeit mit dem Stadtrivalen 1. FC Kaan-Marienborn zum Ausdruck.
  • Klares Statement: Während sich die Spieler der Sportfreunde Siegen im Vordergrund auf das Heimspiel gegen den RSV Meinerzhagen einschwören, bringen die Fans im Hintergrund auf zwei Bannern ihre Ablehnung gegen eine Zusammenarbeit mit dem Stadtrivalen 1. FC Kaan-Marienborn zum Ausdruck.
  • Foto: Pascal Mlyniec
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Siegen. Der Optimismus hielt nicht lange an. Unmittelbar nachdem am Mittwochnachmittag der Vorstand der Sportfreunde Siegen seine Bereitschaft für eine „Fußball-Ehe“ mit dem 1. FC Kaan-Marienborn signalisiert und sich bezüglich einer Einigung in den drei offenen Fragen (die SZ berichtete) zuversichtlich gezeigt hatte, geriet dieses Bild wieder ins Wanken. Bei der direkt anschließenden Zusammenkunft mit sieben Vertretern verschiedener Fan-Gruppierungen wehte den SFS-Verantwortlichen ein Sturm der Ablehnung entgegen. Auch beim Oberliga-Spiel gegen den RSV Meinerzhagen (1:0) am Donnerstag drückte ein Teil der Anhänger seinen Widerstand verbal und mit Plakaten aus.

pm Siegen. Der Optimismus hielt nicht lange an. Unmittelbar nachdem am Mittwochnachmittag der Vorstand der Sportfreunde Siegen seine Bereitschaft für eine „Fußball-Ehe“ mit dem 1. FC Kaan-Marienborn signalisiert und sich bezüglich einer Einigung in den drei offenen Fragen (die SZ berichtete) zuversichtlich gezeigt hatte, geriet dieses Bild wieder ins Wanken. Bei der direkt anschließenden Zusammenkunft mit sieben Vertretern verschiedener Fan-Gruppierungen wehte den SFS-Verantwortlichen ein Sturm der Ablehnung entgegen. Auch beim Oberliga-Spiel gegen den RSV Meinerzhagen (1:0) am Donnerstag drückte ein Teil der Anhänger seinen Widerstand verbal und mit Plakaten aus.

"Wir wollen die Sportfreunde als Sportfreunde behalten"

„Sie haben eine eindeutige Meinung formuliert, dass für sie eine Kooperation mit Kaan nicht in Frage kommt, sondern dass es so wäre, als würden Dortmund und Schalke gemeinsame Sache machen. Das hat schon für Unruhe gesorgt“, erzählte der stellvertretende Vorsitzende Frank Weber auf SZ-Anfrage.
Die klare Position der treuesten Sportfreunde-Anhänger unterstrich der Fan-Beauftragte Uwe Kölsch, der seit zwölf Jahren in dieser Funktion tätig ist. „Wir sind als Fans ganz klar gegen das, was auf Vorstandsebene diskutiert wird. Wir wollen weder eine Spielbetriebs-GmbH noch einen neu gegründeten Verein. Wir wollen die Sportfreunde als Sportfreunde behalten“, so Kölsch.
Die Ablehnung lässt sich dabei auch nicht durch Namensvorschläge umkehren, die den Namen „Sportfreunde Siegen“ enthalten. Vielmehr gehe es ihm und seinen Mitstreitern um die vorgeschlagenen Strukturen. „Wir wollen eine solide Basis und einen Verein, der sich selbst trägt, anstatt sich in die stabilen Arme von Einzelpersonen zu werfen“, stellte Kölsch mit Blick auf eine mögliche Abhängigkeit von den Geldgebern Manfred Utsch und Christoph Thoma klar.

Frank Weber sieht nötige Mehrheit skeptisch

Weiterhin sagte der Fan-Beauftragte der Sportfreunde: „Siegen war viele Jahre von einem Mäzen abhängig und ist in zwei Insolvenzen gelandet. Die angedachten Pläne wären aus unserer Sicht ein klarer Rückschritt für den Gesamtverein.“
Die Vehemenz der vorgebrachten Argumente hat auch bei Frank Weber die Skepsis befeuert. „Für viele Fans ist Kaan in Anführungszeichen der erste Feind“, so der stellvertretende Vorsitzende, der glaubt, dass die sieben Fan-Vertreter weite Kreise der bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Stimmberechtigten hinter sich vereinen werden. „Ich sehe nach derzeitigem Stand ehrlich gesagt keine große Chance für eine Zwei-Drittel-Mehrheit“, gestand Weber im SZ-Gespräch.
Genau das ist das Ziel der aktiven Anhängerschaft, wie Uwe Kölsch verdeutlichte: „Wir wollen uns bei einer möglichen Versammlung so stark aufstellen, dass wir einen Vorschlag der Ausgliederung der ersten Mannschaft ablehnen können.“ So seien viele Mitglieder der Fanclubs und Fanorganisationen eingeschriebene SFS-Mitglieder, die auch formal ihre Stimme gegen eine Kooperation erheben könnten. „Ich gehe davon aus, dass wir genug wären, um eine Mehrheit zu verhindern.“

Viel Überzeugungsarbeit nötig

Soll die vom Sportfreunde-Vorsitzenden Roland Schöler und seinen Mitstreitern erhoffte „beste Lösung für die Region“ (Schöler) möglich gemacht werden, müssen die Verantwortlichen noch eine Menge Überzeugungsarbeit leisten – nicht nur in den offenen Fragen gegenüber den Verantwortlichen des 1. FC Kaan-Marienborn, sondern auch und vor allem in den eigenen Reihen.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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