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Nächste Aufholjagd der Sportfreunde
Wieder Schlussphasen-Drama im Leimbachstadion

Der Ausgleich zum zwischenzeitlichen 2:2. Siegens Innenverteidiger Tobias Filipzik steigt am höchsten und erzielt per Kopf seinen zweiten Treffer des Tages.
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  • Der Ausgleich zum zwischenzeitlichen 2:2. Siegens Innenverteidiger Tobias Filipzik steigt am höchsten und erzielt per Kopf seinen zweiten Treffer des Tages.
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pm Siegen. Oberliga-Heimspiele der Sportfreunde Siegen sind dieser Tage nichts für schwache Nerven. „Ich bin irgendwann reif für den Kardiologen“, sagte Trainer Tobias Cramer nach der abermals dramatischen zweiten Halbzeit im Leimbachstadion, die vor 398 Zuschauern in einem 3:3 (0:2) gegen den TuS Ennepetal resultierte. Medizinisches Personal hätte allerdings auch schon im ersten Durchgang seine Daseinsberechtigung gehabt – um den Puls der SFS-Mannschaft zu fühlen, die sich ziemlich blutleer präsentierte.

„Wir waren in der ersten Halbzeit gar nicht auf dem Platz“, monierte Cramer, der die Anweisungen an seine Schützlinge vom Anpfiff weg über den Haufen geworfen sah. Der SFS-Coach hatte sich nämlich noch gar nicht hingesetzt, da lag der Ball schon im Netz der Gastgeber.

pm Siegen. Oberliga-Heimspiele der Sportfreunde Siegen sind dieser Tage nichts für schwache Nerven. „Ich bin irgendwann reif für den Kardiologen“, sagte Trainer Tobias Cramer nach der abermals dramatischen zweiten Halbzeit im Leimbachstadion, die vor 398 Zuschauern in einem 3:3 (0:2) gegen den TuS Ennepetal resultierte. Medizinisches Personal hätte allerdings auch schon im ersten Durchgang seine Daseinsberechtigung gehabt – um den Puls der SFS-Mannschaft zu fühlen, die sich ziemlich blutleer präsentierte.

„Wir waren in der ersten Halbzeit gar nicht auf dem Platz“, monierte Cramer, der die Anweisungen an seine Schützlinge vom Anpfiff weg über den Haufen geworfen sah. Der SFS-Coach hatte sich nämlich noch gar nicht hingesetzt, da lag der Ball schon im Netz der Gastgeber. Nils Nettersheim köpfte unbedrängt zum 0:1 ein, keine halbe Minute war da gespielt. „Als Fehlentscheidung vom Trainerteam“, bewertete Cramer nach dem Spiel die Idee, neben den Innenverteidigern Till Hilchenbach und Tobias Filipzik im Mittelfeld zusätzlich mit Patrick Jöcks, Moritz Brato und Andreas Busik ausschließlich auf Kampfkraft und Körpergröße zu setzen. Das half jedoch auch in Minute 19 wenig, als ein langer Freistoß im Strafraum per Kopf auf den Schädel von Marius Müller abgelegt wurde, der auf 2:0 für die Gäste erhöhte.

Wechsel bringen Struktu

rNichts, gar nichts deutete auch in den verbleibenden gut 25 Minuten der ersten Halbzeit auf eine neuerliche Aufholjagd der Derbysieger hin. Mit der Hereinnahme von Marcel Mosch und Michél Harrer, durch die Kapitän Björn Jost aus dem Sturmzentrum ins Mittelfeld zurückrücken durfte, erhielt aber bei Wiederanpfiff endlich mehr Struktur Einzug ins Sportfreunde-Spiel.

Ohne sich große Torchancen zu erarbeiten hatten die Hausherren nun deutliche Feldvorteile – und wie gegen den 1. FC Kaan-Marienborn brachten Standards sie wieder ran. Innenverteidiger Tobias Filipzik war in Minute 65 nach einem Freistoß von Mosch per Fuß zur Stelle und glich zehn Minuten später per Kopf nach Jost-Ecke aus. Der Innenverteidiger war auf dem Weg zu kurzfristigem Heldenstatus, doch sein Fast-Hattrick wurde plötzlich zum Bumerang.

Auf und ab für Arda Nebi

Den nächsten Filipzik-Kopfball parierte Ennepetals Keeper Marvin Weusthoff stark und leitete damit einen Konter ein. Siegens „Absicherer“ Eli Pinner und Furkan Yilmaz waren sich an der Mittellinie uneinig und ließen Cedrick Hupka ziehen, der Torwart Oliver Schnitzler umkurvte und zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden 3:2 für die Gäste einschob (7.).

In der Schlussphase rückte schließlich Schiedsrichter Philip Dräger in den Mittelpunkt, der zuvor schon mit zahlreichen kleinen Fehlentscheidungen den Unmut beider Mannschaften auf sich gezogen hatte. In Minute 87 waren die Gäste berechtigterweise außer sich, als der Referee nach einem vermeintlichen Foulspiel an Arda Nebi einen Strafstoß verhängte. Siegens Flügelspieler erlebte nun sein persönliches auf und ab, als er erst mit dem Schuss aus elf Metern am gut reagierenden Weusthoff scheiterte (87.), drei Minuten später aber nach cleverer Vorlage von Jost zum 3:3 einschoss (90.).

"Ein Spiel hat für mich nicht stattgefunden"

Nach einer Kopfverletzung von Ennepetals Nettersheim gab es zehn Minuten Nachspielzeit, in denen die Sportfreunde sogar noch auf den Siegtreffer drängten. Nach zwei Distanz-Versuchen von Mosch und Jöcks hatte der eingewechselte Jannik Krämer das 4:3 auf dem Fuß, sein Schuss wurde aber abgeblockt. „Es war wichtig, zumindest das Unentschieden mitzunehmen. Zu sagen, dass ein Siegtor verdient gewesen wäre, wäre vermessen“, befand SFS-Coach Tobias Cramer.

Dessen Kollege Alexander Thamm verzichtete auf eine Analyse der Partie und übte stattdessen deutliche Kritik am Schiedsrichtergespann um Dräger: „Das Spiel wurde ab Minute eins von den so genannten Unparteiischen nicht geleitet, sondern entschieden. Ein Spiel hat für mich leider nicht stattgefunden.“ Dafür war aber eine Menge geboten.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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