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TuS Erndtebrücks Trainer Rubio Doblas
„Wir sind kein Kanonenfutter“

„Die Mannschaft lebt“: TuS Erndtebrücks Trainer Alfonso Rubio Doblas sieht sein Team auf dem richtigen Weg, fordert allerdings weiter Geduld ein.
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ubau Erndtebrück. Der Bann ist gebrochen, die ersten Punkte sind eingefahren: Die Erleichterung bei Spielern, Fans und Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten TuS Erndtebrück nach dem ersten Saisonsieg (4:3 gegen ASC Dortmund) am vergangenen Sonntag war riesengroß. Die SZ nahm das zum Anlass, um mit Trainer Alfonso Rubio Doblas zu sprechen – über die Achterbahnfahrt der Gefühle während des ersehnten Heimsieges, die zehrenden Wochen der Erfolglosigkeit und den Facebook-Daumen von Manfredas Ruzgis, der für Aufregung sorgte. – Das Interview im Wortlaut:

SZ: Herr Rubio Doblas, geht es jetzt endlich aufwärts beim TuS Erndtebrück?
Alfonso Rubio Doblas: „Bei aller Freude muss man die Situation realistisch einschätzen.

ubau Erndtebrück. Der Bann ist gebrochen, die ersten Punkte sind eingefahren: Die Erleichterung bei Spielern, Fans und Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten TuS Erndtebrück nach dem ersten Saisonsieg (4:3 gegen ASC Dortmund) am vergangenen Sonntag war riesengroß. Die SZ nahm das zum Anlass, um mit Trainer Alfonso Rubio Doblas zu sprechen – über die Achterbahnfahrt der Gefühle während des ersehnten Heimsieges, die zehrenden Wochen der Erfolglosigkeit und den Facebook-Daumen von Manfredas Ruzgis, der für Aufregung sorgte. – Das Interview im Wortlaut:

SZ: Herr Rubio Doblas, geht es jetzt endlich aufwärts beim TuS Erndtebrück?
Alfonso Rubio Doblas: „Bei aller Freude muss man die Situation realistisch einschätzen. Natürlich war die Erleichterung riesengroß, aber wir sind nicht in Jubelarien verfallen. Ich hoffe natürlich, dass der Sieg gegen den ASC Dortmund der finale Hallo-wach-Effekt war und dass die Mannschaft nun begriffen hat, dass man erst die Basics auf den Platz bringen muss und dann erst das Fußball spielen kommt.“
SZ: Der 4:3-Heimerfolg war nichts für schwache Nerven. Der Siegtreffer fiel erst kurz vor Schluss. Was ging da in Ihnen vor?
Rubio Doblas: „Das Spiel war in der Tat ein Wechselbad der Gefühle. Wir haben 2:0 geführt, dann den Anschlusstreffer kassiert, aber mit dem 3:1 eine super Antwort gegeben. Als wir dann das 3:3 kassiert haben, habe ich mir schon gedacht: Hoffentlich geht das hier nicht total den Bach runter. Das wäre demoralisierend gewesen. Das 4:3 war dann natürlich eine Erlösung – für die Spieler, das Trainerteam und den gesamten Verein. Die Nachspielzeit dauerte dann eine gefühlte Ewigkeit, aber wir haben den Vorsprung zum Glück über die Zeit gebracht. Mit einigen Tagen Abstand sage ich sogar: Wenn man so ein Spiel gewinnt, dann ist das für die Moral und den Zusammenhalt der Mannschaft schöner als wenn man 5:0 gewinnt. Ich freue mich ganz besonders für meine Jungs. Sie haben sich diesen Erfolg hart erarbeitet und daher auch verdient.“

"Die Mannschaft lebt!"

SZ: Was waren die Schlüssel zum Erfolg?
Rubio Doblas: „In erster Linie der Zusammenhalt sowie die Lauf- und Kampfbereitschaft. Wir haben die Grundtugenden des Fußballs überragend umgesetzt. Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Sekunde Gas gegeben – auch diejenigen, die draußen saßen, haben verbal Gas gegeben und das Team unterstützt. Man hat gemerkt: Die Mannschaft lebt! Es gibt aber trotzdem noch genügend Baustellen. Wir haben erneut drei Gegentore bekommen – daran müssen wir arbeiten. Schließlich kann man nicht jedes Mal vier Tore erzielen, um ein Spiel zu gewinnen. Andererseits zähle ich Dortmund zu den besseren Teams der Liga mit einer besonders hohen Qualität im letzten Drittel. Das wertet unseren Sieg noch ein Stück weit auf. Und es ist auch ein Zeichen an alle, dass wir kein Kanonenfutter sind.“
SZ: Den Saisonstart hatte Ihr Team komplett in den Sand gesetzt. Wie zehrend waren die letzten Wochen für Sie persönlich?
Rubio Doblas: „Natürlich nagt das an einem, wenn man keinen Erfolg hat. Wenn man so ehrgeizig ist wie ich und so viel investiert, dann will man auch einen Ertrag haben. Daher ist die Erleichterung natürlich auch bei mir sehr groß gewesen.“

Aufregung um "Mannis" Facebook-Daumen

SZ: Nach den Misserfolgen machte sich im Umfeld bereits eine gewisse Skepsis hinsichtlich Ihrer Fähigkeit als Oberliga-Trainer breit. Welche Botschaft haben Sie für Ihre Kritiker?
Rubio Doblas: „Eines vorweg: Ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch. Ich hinterfrage mich und meine Arbeit permanent. Die Fehlersuche beginnt immer bei mir selbst. Natürlich stelle ich mich auch der Kritik, wenn sie denn sachlich und inhaltlich ist. Ich kann aber immer wieder nur um Geduld werben. Der Verein hat sich für einen Weg entschieden, der im übrigen alternativlos ist. Und wer A sagt, der muss auch B sagen. Die Mannschaft befindet sich in einem Entwicklungsprozess – und der wird auch noch weiter andauern. Alles braucht seine Zeit. Dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer intakt ist, hat das Spiel gegen den ASC Dortmund gezeigt. Da haben sich die Jungs förmlich zerrissen. Was meine Arbeit anbelangt: Ich werde meinen Weg jedenfalls konsequent weitergehen.“
SZ: Um Manfredas Ruzgis, den Matchwinner des Dortmund-Spiels, gab es intern Aufregung, nachdem er auf Facebook einen kritischen Beitrag über Sie „gelikt“ hatte. Andere Trainer hätten den Spieler suspendiert . . .
Rubio Doblas: „Im ersten Moment war ich natürlich sehr irritiert. In einem Gespräch haben wir ihm unmissverständlich deutlich gemacht, dass so etwas nicht geht. Für das Vergehen haben wir ihn auch intern abgestraft. Manni war aber sehr einsichtig. Er weiß, dass er Bockmist gemacht hat. Daher hat er sich auch entschuldigt und die Strafe ohne Murren akzeptiert. Andererseits: Er ist ein junger Kerl, der sehr ambitioniert ist und durch die Misserfolge frustriert war. Aber nochmal: So etwas ist ein No-Go – und das weiß er auch. Wichtig für mich war seine Reaktion im Training und im Spiel – und da hat er Vollgas gegeben und nicht die beleidigte Leberwurst gespielt. Damit ist das Thema für mich auch erledigt.“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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