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"Sterne des Sports"
Zanshin Siegerland in Berlin auf Platz 2

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geo Berlin/Siegen. Was für ein grandioser Erfolg für einen kleinen Karateverein aus Hilchenbach mit gerade einmal 65 Mitgliedern: Bei der feierlichen Preisverleihung des bundesweiten Vereinswettbewerbs um die „Goldenen Sterne des Sports“ landete Zanshin Siegerland am Montag deutschlandweit auf dem 2. Platz!
Wehren, wenn es "nicht richtig" istDer Verein Zanshin Siegerland engagiert sich seit acht Jahren mit seinem Projekt „Zanshin Kidz sind clever und mutig“ gegen sexuelle Gewalt und Kindesmissbrauch. In Workshops in den Schulen vor allem des...

geo Berlin/Siegen. Was für ein grandioser Erfolg für einen kleinen Karateverein aus Hilchenbach mit gerade einmal 65 Mitgliedern: Bei der feierlichen Preisverleihung des bundesweiten Vereinswettbewerbs um die „Goldenen Sterne des Sports“ landete Zanshin Siegerland am Montag deutschlandweit auf dem 2. Platz!

Wehren, wenn es "nicht richtig" ist

Der Verein Zanshin Siegerland engagiert sich seit acht Jahren mit seinem Projekt „Zanshin Kidz sind clever und mutig“ gegen sexuelle Gewalt und Kindesmissbrauch. In Workshops in den Schulen vor allem des nördlichen Siegerlandes, in Kitas, aber auch in anderen Vereinen und Organisationen lernen Kinder und ihre Bezugspersonen die „entspannte Wachsamkeit“ („Zanshin“), um auf ihre Gefühle zu achten und sich zu wehren, wenn ihnen etwas im Umgang mit anderen, vor allem Erwachsenen“, „nicht richtig“ erscheint. Dieses Thema sei hochaktuell und nicht in vielen Vereinen beliebt, so Oliver Lütz, 1. Vorsitzender des Vereins.

Kamera- und Technikteams im Siegerland unterwegs

Da die live im Internet gestreamte Preisverleihung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in diesem Jahr Corona-bedingt nur virtuell stattfinden konnte, waren auch die Vereinsvertreter aus Hilchenbach am Montagvormittag nicht vor Ort am Pariser Platz in Berlin, sondern aus dem Konferenzraum der Volksbank in Südwestfalen an „Koch’s Ecke“ live zugeschaltet.Dass sich bei diesem seit 17 Jahren vom Deutschen Olympischen Sportbund und den Volks- und Raiffeisenbanken gemeinsam veranstalteten Wettbewerb Großes anbahnen würde, hatten die heimischen Vertreter der Genossenschaftsbank, vor allem aber auch der 1. Vorsitzende von Zanshin Siegerland, Oliver Lütz, und seine Mannschaft schon in den letzten Tagen und Wochen geahnt.
Nach den Siegen in den Vorausscheidungen Ende August in Südwestfalen (Bronzener Stern) und dann im November in Düsseldorf auf Landesebene (Silberner Stern) hatten TV-Teams des DOSB bereits im Dezember neue Aufnahmen in Hilchenbach gedreht. Und letzte Woche legten Techniker des ARD-Produktionsteams im Volksbank-Gebäude in Siegen letzte Hand an, um die Zuschaltung der „Südwestfalen“ während der Sendung sicher zu stellen.

Brinkmann grüßte den Bundespräsidenten

Volksbank-Vorstandssprecher Jens Brinkmann ließ es sich dann auch nicht nehmen, persönlich „besonders herzliche Grüßen an Sie, Herr Bundespräsident“ zu richten, der sich ja „im Siegerland ganz gut auskenne“, was dem dann eingeblendeten Frank-Walter Steinmeier, dessen Gattin Elke Büdenbender bekanntlich aus dem Johannland stammt, ein charmantes Lächeln entlockte. Spürbar aufgeregt war Oliver Lütz, der vor Anspannung die Hand seiner Gattin Katja ergriff: „Heute morgen auf der Fahrt nach Siegen war ich schon mega-aufgeregt. Als der Stream begann, hatte ich richtig Herzklopfen. Natürlich hofft man immer als Sportler, so weit wie möglich oben auf dem Treppchen zu landen. Aber in den letzten Wochen waren wir im Verein hin- und hergerissen. Zwischen dem Platz unter vielen und dem Hauptpreis erschien uns im Verein wirklich alles möglich.“

Prominent besetzte Jury

Bekanntlich hatten sich für den Bundesentscheid 17 Landessieger qualifiziert. Der elfköpfigen Bundesjury gehörten neben hochrangigen Medienvertretern sowie Repräsentanten des DOSB und des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken auch Spitzensportler wie die ehemalige Olympia-Schwimmerin Dorothea Brandt und Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Kirsten Bruhn an.
Bei der gestrigen Preisverleihung in der Zentrale der DZ Bank mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein war zunächst Jana Glindmeyer vom VfL Pinneberg für ihr persönliches Engagement mit dem Publikumspreis ausgezeichnet worden. Auch sie setzt sich für Kinderschutz durch den Sport ein – eine Auszeichnung, die nicht ohne Folgen bleibt, denn Oliver Lütz bestätigte gestern: „Wir haben bereits Kontakt zu Jana und den Pinnebergern aufgenommen und wollen uns über unsere Arbeit in Zukunft eng austauschen!“

Viele reagierten auf Corona

Danach wurden beim „Sternenflug“ die 14 Vereine mit Standbildern vorgestellt, die sich letztlich mit dem mit 1000 Euro dotierten 4. Platz begnügen mussten. Darunter waren Fußballvereine, Hockey-Clubs, eine „Zirkusschule“ oder auch ein Ruderverein. Mehrere der prämierten Engagements hatte sich schnell und kreativ mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie befasst und alternative Vereinsangebote entwickelt.Auf dem Siegertreppchen landeten jedoch zunächst andere Vereinsthemen. Dritter wurde der Duvenstedter Sportverein (5000 Euro) aus Hamburg, der es mit seinem breiten Vereinsangebot schafft, dass 95 Prozent (!) aller in dem nördlichen Stadtteil geborenen Kinder irgendwann einmal Mitglied im Duvenstedter SV werden und dort eine sportliche Heimat finden.
Der Sieg ging indes nach Hannover, wo der Verein IcanDo im vergangenen Frühjahr gleich zu Beginn der Corona-Pandemie ein Lern- und Spielangebot entwickelte, bei dem Kinder den Umgang mit Nähe und Distanz lernten und so auch spielerisch an die Einhaltung der Abstandregeln in Corona-Zeiten herangeführt wurden.

Auch Trainer anderer Vereine ausbilden

Der Hauptpreis war mit 10 000 Euro ausgelobt, während es für die Siegerländer den mit 7500 dotierten Silberplatz gab. Nach dem Bronze-Sieg im Spätsommer (1000 Euro) und dem mit 2500 Euro dotierten NRW-Triumph hat die Teilnahme an den Vereinswettbewerb letztlich 11 000 Euro und außerdem viele wertvolle Kontakte in die Vereinskasse gespült. Oliver Lütz möchte mit dem Geld die eigene Trainer-Ausbildung speziell im Präventionsbereich forcieren und möglichst – in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund Siegen-Wittgenstein – auch Trainer und Übungsleiter anderer Vereine für die Thematik sensibilisieren und ihnen praktische Hilfen und Anleitungen an die Hand geben. Jost-Rainer Georg

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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