Sterneküche inmitten der Natur
Ganz Schweden wird zum Restaurant

"Ein Land wird Restaurant" lautet ein schönes Projekt, das ab Mai wieder in die Landschaft lockt.  Dann wird   in Schweden aber nicht nur  in der Natur gespeist, sondern vorher auch gemeinsam gebrutzelt. Die Rezepte dazu stammen von Sterneköchen.
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  • "Ein Land wird Restaurant" lautet ein schönes Projekt, das ab Mai wieder in die Landschaft lockt. Dann wird in Schweden aber nicht nur in der Natur gespeist, sondern vorher auch gemeinsam gebrutzelt. Die Rezepte dazu stammen von Sterneköchen.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Värmland.  „Betreten verboten“ – dieses Schild ist in Schweden eine Rarität, denn: Landesweit gilt das in der Verfassung verankerte Jedermannsrecht. Es erlaubt jedem Menschen, sich frei in der Natur zu bewegen, wild zu campen, Beeren und Pilze zu sammeln – vorausgesetzt, man garantiert einen respektvollen Umgang mit der Umwelt. Schweden hat viel zu bieten – von einer Zutat, die einen erholsamen Urlaub garantiert, aber besitzt dieses Land ganz besonders viel: Natur. Schweden ist schließlich zu 97 Prozent unbewohnt.

Zutatensuche in der Natur

Diese leicht zugängliche Natur diente im vergangenen und dient aufgrund des schönen Erfolgs auch noch in diesem Jahr als Kulisse für ein außergewöhnliches Projekt. Dessen Name: „Ein Land wird Restaurant“. Wer einen Tisch bucht, dem wird aber kein fertiges Menü serviert. „Do it yourself“, lautet vielmehr das Motto, denn, so lautet das Credo von Mai bis September: „In Schweden findest du gesunde Leckerbissen gleich um die Ecke, in der Natur. Willkommen in Schweden – jetzt für Reservierungen geöffnet.“ Mit im Boot: schwedische Köche mit Michelin-Stern.
Das Projekt ist natürlich nicht nur für Touristen gedacht. Ziel ist es, den Zugang zu gesundem Essen, kombiniert mit Aktivitäten in der Natur, zu erleichtern. Vier Sterneköche haben dafür Gerichte konzipiert, die jedermann relativ einfach inmitten der Natur nachkochen kann: angelehnt an die jeweiligen Regionen und natürlich an die Jahreszeiten. Viele Zutaten gibt es je nach Saison direkt vor Ort. Heringe stehen z. B. auf der Fangliste, Haselnüsse, Blaubeeren, Kräuter und Pilze. Gegebenenfalls gilt es, ergänzende Beilagen, die nicht unmittelbar „um die Ecke“ wachsen, mitzubringen. Das Freiluft-Mahl soll ja schließlich munden und sättigen. So verwandelt sich Schweden laut Tourismusförderer Visit Sweden „in das größte Gourmet-Restaurant der Welt“.

13 Tische landauf, landab

An 13 Standorten landauf, landab laden handgefertigte Holztische an besonders schönen, idyllischen Plätzen zu diesem Koch- und Schmausvergnügen ein. Sie können zwischen Mai und September über visitsweden.com gebucht werden. Dabei erhalten die Besucher Zugang zu einem Kochset, das alles enthält, um das Menü zu kochen und zu kredenzen.
Auch die Region Värmland ist mit im Boot. Der Tisch im Naturschutzgebiet Kittelfältet in Brattforsheden vor den Toren von Filipstad ist ausnahmsweise bereits gedeckt, als die Gruppe Journalisten auf Einladung von Visit Sweden in den Genuss eines ebenso bodenständigen wie nahrhaften Mittagessens kommt. Ein langer Holztisch inmitten von Blaubeersträuchern, links und rechts davon jeweils hölzerne Bänke mit Sitzkissen und Decken ausgestattet, lädt zu geselligen Stunden ein. Scheinbar edel-geschliffene Weingläser entpuppten sich als picknicktaugliche Behältnisse aus Kunststoff, mehrere Gaskocher warteten darauf, den Speisen einzuheizen. Auf dem Koch- und Speiseplan stehen frisch gebratener Zander aus einem der vielen Seen, Sellerie-Kartoffel-Püree aus jungen Värmland-Kartoffeln und abgeschmeckt mit frischen Kräutern, sowie Gurkensalat. Der Durst wird mit frischem Wasser und Holunderblütensirup gelöscht. Es zeigt sich: Visit Sweden verheißt nicht zu Unrecht ein gesunden Essen in atemberaubender Natur, das überhaupt gar nicht kompliziert sein muss (www.visitsweden.de/einlandwirdrestaurant/).

Naturführungen lohnen sich

Brutzelanleitung gibt es bei der SZ-Visite von Max Monsler. Er ist zertifizierter Outdoor-Guide, der weiß, wann und wo die natürliche Speisekammer Schwedens geöffnet und gut bestückt ist. Er erweist sich als der perfekte Begleiter auch während der anschließenden Wanderung durch das Naturschutzgebiet Kittelfältet. Max hat einen deutschen Vater und eine schwedische Mutter, ist daher zweisprachig aufgewachsen – und versteht es blendend, auf leicht verständliche und unterhaltsame Weise z. B. über Vitaminbömbchen am Wegesrand oder die Entwicklung des Naturschutzgebietes im Laufe der Zeitalter zu informieren. Welchen Ursprungs ist die hügelige Landschaft? Hier seien einst Eisblöcke auf ihrer „Wanderung“ hängengeblieben, erzählt er. Seen in der Umgebung seien durchaus 65 Meter tief: „Die Berge sind hier so klein, weil sie so alt sind.“

"Schweden vertrauen auf die Natur"

„Superfood wächst in Schweden gleich um die Ecke“, weiß er und plaudert versiert über die entzündungshemmende Wirkung von acetylsäurehaltigem Elchgras, das müden Beinen beim Mittsommertanz auf die Sprünge helfe und auch als Gewürz diene, von Tannenzapfen als Vitamin-C-Lieferanten oder der Terpentinbildung in Kiefern. Ein Tipp für Mehrtageswanderer: Junge Birkenblätter, mit Wasser in einer Plastiktüte vermengt, dienen aufgrund der darin enthaltenen Sapione hervorragend als Waschmittel. „Die Schweden vertrauen auf die Natur“, sagt Max Monsler – und geht mit gutem Beispiel voran. Anja Bieler-Barth

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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