Epirus: Griechenland - grün und bergig
Im Land der steinernen Raupe

Die dreibogige Steinbrücke Plakidas wurde 1814 erbaut, steht am Ortsrand von Kipi und führt über den Fluss Bagiotiko in der Provinz Epiros im Nordwesten Griechenlands. Sie ist eine von vielen Steinbogenbrücken in Zagori und wird auch liebevoll „Raupe in Bewegung“ genannt. Eingebettet in eine waldreiche Gebirgslandschaft, erschließt Zagori weithin unbekannte, wunderbare Seiten von Hellas.
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  • Die dreibogige Steinbrücke Plakidas wurde 1814 erbaut, steht am Ortsrand von Kipi und führt über den Fluss Bagiotiko in der Provinz Epiros im Nordwesten Griechenlands. Sie ist eine von vielen Steinbogenbrücken in Zagori und wird auch liebevoll „Raupe in Bewegung“ genannt. Eingebettet in eine waldreiche Gebirgslandschaft, erschließt Zagori weithin unbekannte, wunderbare Seiten von Hellas.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Epirus. Übung macht den Meister! Diese Volksweisheit erwies sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte als wahr, als sich die Bewohner der damals weitgehend unerschlossenen Zagorochória – auch Zagori genannt – daran begaben, ihre alten, verfallenden Holzbrücken durch monumentale Steinbauwerke zu ersetzen. Von beiden Seiten der Flussufer oder Schluchten wurde zugleich begonnen – in der Absicht, sich passgenau in der Mitte zu treffen. Mehrfach mussten sie hier und da von vorne beginnen, weil sich Konzeption und Realisation als nicht tragfähig erwiesen.

Wunderschöne Steinbogenbrücken

Die Mühen haben sich gelohnt: Wurden die Steinbogenbrücken – ganz unterschiedlich in Form, Größe und Stil – doch damals dringend benötigt, um von einem Dorf zum anderen zu gelangen. Sie galten auch als Statussympol der Dörfer – man stellte sozusagen unter Beweis, steinreich zu sein.
Und heute? Heute sind die Bauwerke – im Verbund mit den 46 ebenfalls steinernen Dörfern sowie mit Klöstern und Kirchen und einer weitgehend unberührten, aber atemberaubenden, waldreichen Gebirgslandschaft ein touristischer Geheimtipp: Epirus im Nordwesten von Hellas darf man sicherlich mit gutem Gewissen als eines der am besten gehüteten Geheimnisse Griechenlands bezeichnen. Dass die Region als solches auch vermarktet wird, dürfte diesem Zustand einerseits natürlich nicht zuträglich sein – andererseits ist die Gegend zu schön, um nicht wahrgenommen zu werden.

Noch ein Geheimtipp

Rund zwei Stunden von der Küste und eine überschaubare Autofahrt vom Flughafen Ioannina entfernt, entfaltet Zagori einen Gebirgs-Zauber, der eine gänzlich andere Seite Griechenlands zeigt als die touristisch erschlossenen Inseln, die Hauptstadt Athen oder der Peleponnes, wo der Massentourismus zu Hause ist. George Soukouvelos, der Bürgermeister von Zagori, der flächengrößten und einwohnerärmsten Gemeinde Griechenlands, hofft allerdings, dass die Isolation seiner Heimat nun auch dank besserer Internetverbindung ein Ende findet. Bei der spontanen Stippvisite in seinem unscheinbaren Rathaus – die Flaggen Griechenlands und der EU sind die einzigen Hinweise auf den öffentlichen Charakter des Gebäudes, das der Brite Cottage nennen würde – schwärmt er von den Besonderheiten der Region, die sich über mehr als 1000 Quadratkilometer erstreckt und deren höchster Punkt, das Pindosgebirge, rund 2640 Meter hoch gipfelt: Zagori gehört zum Vikos-Aoos-Nationalpark und ist eines der am strengsten geschützten Gebiete des Landes. „Wir unterliegen dem Schutz der Unesco“, verrät das Gemeindeoberhaupt und freut sich, dass die Landflucht der Vergangenheit nicht nur ins Stocken geraten ist: Immer mehr junge Menschen kehren mittlerweile in ihre Heimat „hinter den Bergen“ – so wird der slawische Namen der Region übersetzt – zurück.

In der  Zagori gibt es keine Bausünden

Bausünden findet man in Zagori nicht, denn: Alleine Stein und Schiefer dürfen hier verwendet werden. Die meisten der 46 Zagoria-Dörfer entstanden in den Jahrhunderten der osmanischen Herrschaft. Spannend und abwechslungsreich ist die Geschichte zu lesen, die mit jener der Türken verknüpft ist.
Epirus und Zagori bieten mannigfaltige Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren, zu Erkundungen im Auto. Wer die Natur vom Wasser aus hautnah erleben möchte und Lust auf Abenteuer hat, der kann z. B. eine Raftingtour auf dem Fluss Voidomatis unternehmen – ein in mehrfacher Sicht erfrischendes Erlebnis...(Trekking Hellas – ioannina@trekking.gr). In den Bergdörfern gibt es familiäre Unterkünfte, die zum Innehalten einladen. Ein Beispiel: Kipoi-Suites in Kipi – putzige, individuell gestaltete Appartements – ruhig am Berghang gelegen mit grandioser Aussicht (www.ariahotels.gr/en/kipi-suites). Eine Einkehrmöglichkeit der nicht alltäglichen Art: Das Kanela & Garyfallo Restaurant in einem 100 Jahre alten Steingebäude im Dorf Vitsa hat sich auf Pilzgerichte spezialisiert – von der Vorsuppe bis zum Nachtisch (www.kanela-garyfallo.gr).

Die Vikos-Schlucht: ein Rekordhalter

Ganz in der Nähe befindet sich ein Naturspektakel der besonderen Art: Die rund 10 Kilometer lange Vikos-Schlucht im Pindos-Gebirge ist eine der tiefsten und längsten Schluchten Europas, die es aufgrund des Verhältnisses von Tiefe und Breite auch ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat. Zwischen den Dörfern Monodendri und Vikos gelegen, ist sie ein beeindruckendes Naturschauspiel, das man durchwandern oder aber ganz unangestrengt vom Aussichtspunkt Oxia nahe Monodendri aus bestaunen kann.

Grün statt weiß-blau

Das gemeinhin mit der Farbkombination Blau-Weiß in Verbindung gebrachte Griechenland zeigt sich in Epirus von seiner üppig grünen – im herbstlichen „Indian Summer“ gar von einer fröhlich-bunten – Seite: Ein Geheimtipp für Naturliebhaber und Individualurlauber. Noch...

Nützliche Tipps

Für allgemeine Informationen über Griechenland: Discover Greece – www.discovergreece.com.
Epirus liegt im Nordwesten Griechenlands, umfasst die südliche Hälfte der antiken Landschaft Epirus, deren Nordteil heute zu Albanien gehört. Epirus grenzt im Süden an den Ambrakischen Golf und Ätolien-Akarnanien, im Osten an Thessalien und Westmakedonien, von denen es durch das Pindosgebirge getrennt wird, und im Westen an das Ionische Meer.
Ein Anreiseweg: Aegean Airlines bietet u. a. Direktflüge aus Deutschland nach Griechenland; von Düsseldorf z. B. geht es nach Athen – mit Anschluss nach Ioannina (https://de.aegeanair.com).
Ioannina ist die Hauptstadt von Epirus und eine lebhafte Universitätsstadt am westlichen Ufer des Pamvotida-Sees gelegen – geprägt von der osmanischen Zeit. 
Weingut Zoini: info@zoinos.gr
Kipoi Suites : https://www.ariahotels.gr/en/kipi-suites, Kipi, Zagori, E-Mail: kipisuites@ariahotels.gr
    Anja Bieler-Barth

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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