Helga Dellori auf den Spuren unserer Reiseberichte
Müsenerin als SZ-Botin auf Kreta

Kreta ist inzwischen für sie zu einem zweiten Zuhause geworden: Helga Dellori.
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  • Kreta ist inzwischen für sie zu einem zweiten Zuhause geworden: Helga Dellori.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

sz Müsen/Litsarda. Eine schöne Überraschung fand sich kürzlich im Posteingang der SZ-Redaktion. Helga Dellori, Leserin aus  Müsen und profunde Kennerin der Insel Kreta, hat sich von Berichten auf den SZ-Reiseseite inspirieren lassen, einer Olivenfarm und einer Olivenmühle im Norden der griechischen Insel  einen Besuch abzustatten - und kurzerhand die Rolle einer Zeitungsbotin weit ab von unserem Verbreitungsgebiet übernommen. Hier folgt ihr Bericht:
 

Inspiriert durch die SZ-Serie im November 2020 und April 2021 zur Region Apokoronas im Nordwesten von Kreta von Jan Schäfer, habe ich mich gezielt auf den Weg gemacht, um „The Olive Farm“ in Litsarda zu finden und die Olivenmühle Melissakis in Tsivaras und jeweils dort eine Kopie der wunderbaren Artikel aus der Siegener Zeitung von Jan Schäfer zu überbringen. Die Überschrift „Verliebt ins Leben mit Land und Leuten“ als Beschreibung und Gefühl zugleich für die unglaublich grüne und vielseitige Provinz Apokoronas am Fuße der Weißen Berge und die dort lebenden Menschen am Rande der wilden Sfakia, trifft es genau. Seit vielen Jahren ist Kreta, speziell der Nord- und Südwesten für mich zur zweiten Heimat geworden, meine erste ist seit fast 30 Jahren in Müsen und meine allererste war Erndtebrück im „Wittiland“.

Verliebt in das Leben mit Land und Leuten

So habe ich mich gleich, nachdem dies coronabedingt Mitte Mai möglich war, auf den Weg gemacht in „mein Dorf Vryses in der Provinz Apokoronas“. Blitzeblauer Himmel, Wärme jeden Tag und das Meer waren mein Begrüßungskomitee. Da der Bustakt noch nicht auf stündlichem Normalbetrieb war, wusste ich einmal mehr mein ständig dort deponiertes Mountainbike zu schätzen; denn immerhin ist der Weg zum Meer ca. 45 Minuten per Pedes; one way. Mit noch nahezu null Trainingskilometern in den Beinen, dem Borkenkäfer geschuldet, startete ich nach ein paar Tagen Richtung LItsarda, um „The Olive-Farm“ zu finden. Das war zunächst nicht schwierig, geht es doch erst mal über „meine dortige Hausstrecke“ empor zum wunderschönen Dorf Kalamitsi Alexandrou mit traumhaftem Blick auf die Weißen Berge. Dann weiter Richtung Vamos und irgendwo rechts ab, das wusste ich. Wie steil es bis Litsarda weiter ging, das wusste ich nicht mehr, aber der Weg ist bekanntlich das Ziel und wer sein Fahrrad liebt, der schiebt gelegentlich. Aus Erfahrung bot es sich an erst einmal im Dorf-Cafénion anzuhalten, ein bisschen Small-Talk zu machen und dann mit dem Anliegen heraus zu rücken. Deutsche Frauen auf Mountainbikes sind nicht so ganz alltäglich in dieser Gegend, außer in geführten Touri-Gruppen, üblicher sind Wandersleute. 

Der junge Mann war sehr stolz auf das Cafénion welches sein Urgroßvater 1933 gegründet hatte und  nun seit Kurzem von ihm weiter geführt wird. Der Opa kam kurz vorbei um Essen abzuholen und die Eltern brausten im Auto vor und begrüßten mich so als sei ich jeden Tag hier. Die Wegbeschreibung fiel denkbar einfach aus zur Olivenfarm, einfach durchs Dorf runter, am Kartoffelfeld vorbei und dann rechts ab bis zu dem rosa-roten Haus. Ich war begeistert, sah das Haus doch genauso aus wie auf dem Foto in Jan Schäfers Artikel. Ich war richtig. Das mehrfache Läuten an der Glocke, die an einem Stock am Eingangstor hing, brachte nicht das von mir erhoffte Erfolgserlebnis … es war nur der Hund zu Hause, zum Glück, wie in Kreta üblich, an der Leine. Nähere Bekanntschaft wollte ich mit ihm nicht machen.

Auch das ist ganz wichtig: Wenn du in Kreta unterwegs bist, du brauchst fast immer einen Plan B. So schrieb ich auf die Rückseite des kopierten Artikels in englisch, wer ich bin und dass ich mit dem Artikel Grüße von der Siegener Zeitung überbringe und in den nächsten Tagen noch mal vorbei käme. Das Ganze in den Briefkasten mit einem kleinen Olivenzweig als Marker, damit die Neuigkeit sichtbar war und noch ein paar Beweisfotos. Die Rückfahrt mit Stopp beim Kloster Karidi durch die üppig grüne Landschaft von Apokoronas war einfach nur schön.

Chania: Charmant, charismatisch und charakterstark

Aber meine Mission war noch nicht erfüllt. So fuhr ich ein paar Tage später mit dem Mietauto los, um einen zweiten Versuch zu machen. Und da war sie die menschliche Begrüßung nach der Glocke am Tor und dem Hund an der Leine, kam Giannis strahlend aus der Olivenplantage. Ich bekam die Mühen zu sehen, wie aus Flächen unter den Olivenbäumen langsam und mit viel Ausdauer sehr unterschiedliche Gemüseflächen entstehen und zunehmend kultiviert werden; was zu Neudeutsch als Diversität beschrieben wird. Dabei ist es die natürlichste Methode die es gibt, Vielfalt statt Monokulturen. Und ich sah viele Ähnlichkeiten aber auch große Unterschiede zu unserer heimischen SOLAWI (Solidarischen Landwirtschaft), die Andrea Junk in Krombach seit vielen Jahren betreibt und in der ich regelmäßige mitarbeite. Und natürlich wäre ich von Julien angetan gewesen, aber sie war unterwegs im Nachbardorf Gavalohori als Lehrerin für einen Yogakurs. Es ist schön, dass auf Kreta immer noch was offen bleibt, immer noch was zu entdecken bleibt, selbst im kleinsten Umkreis, den man schon lange zu kennen glaubt. Ich freue mich drauf, beim nächsten Mal.

Das grüne Gold des ewigen Baumes

Die Olivenmühle der Familie Melissakis am Ende des Dorfes von Tsivaras war schnell gefunden. Ein großer Vorplatz mit historischen Mühlsteinen und allerlei Gerät machen auf die Ölmühle und ihre lange Tradition aufmerksam. Auch hier gebe ich die Geschichte zum Besten von der Siegener Zeitung, und dass ich aus dieser Region komme, um ihnen den Artikel zu bringen. Auch hier war die Überraschung gelungen, die Freude groß und natürlich gab es auch Beweisfotos und eine feine Flasche Olivenöl.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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