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Gedächtnistraining im Selbstversuch
Das Gehirn auf Joggingtour

Das ist tatsächlich eine harte Nuss. Die Anweisung: „Durch das Einfügen eines Rechenzeichens findet man den faulen Apfel.“ Hier ist Kreativität gefragt. Tipp: Es geht um eine der vier Grundrechenarten, und außerdem braucht man auch noch das Gleichheitszeichen. Wer es schafft, schickt eine E-Mail an i.hermann-sobotka@siegener-zeitung.de
  • Das ist tatsächlich eine harte Nuss. Die Anweisung: „Durch das Einfügen eines Rechenzeichens findet man den faulen Apfel.“ Hier ist Kreativität gefragt. Tipp: Es geht um eine der vier Grundrechenarten, und außerdem braucht man auch noch das Gleichheitszeichen. Wer es schafft, schickt eine E-Mail an i.hermann-sobotka@siegener-zeitung.de
  • Foto: Rokita
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

ihm Burbach/Wilnsdorf/Neunkirchen. Gedächtnistraining für Senioren? Das wird für eine Frau, die voll im Berufsleben steht und jeden Tag geistig gefordert ist, doch ein Häppchen sein. Quasi eben mal im Vorgehen zu erledigen. So dachte ich. Wie man sich täuschen kann!Weil die Kurse zum Gedächtnistraining, die Renate Rokitta im Auftrag der Seniorenberatungsstellen Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf seit Jahren im südlichen Siegerland anbietet, wegen Corona nicht stattfinden können, gibt es die Kurse sozusagen fürs Wohnzimmer. Per E-Mail oder per Post bekommen die Teilnehmer – angemeldet sich fast 100 – ihr „Aufgabenpaket jeden Monat zugeschickt. Vier Wochen später treffen mit den neuen Kopfnüssen die Lösungen der alten ein.
Mit 62 Jahren bin ich mittendrin in der Zielgruppe 55plus.

ihm Burbach/Wilnsdorf/Neunkirchen. Gedächtnistraining für Senioren? Das wird für eine Frau, die voll im Berufsleben steht und jeden Tag geistig gefordert ist, doch ein Häppchen sein. Quasi eben mal im Vorgehen zu erledigen. So dachte ich. Wie man sich täuschen kann!Weil die Kurse zum Gedächtnistraining, die Renate Rokitta im Auftrag der Seniorenberatungsstellen Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf seit Jahren im südlichen Siegerland anbietet, wegen Corona nicht stattfinden können, gibt es die Kurse sozusagen fürs Wohnzimmer. Per E-Mail oder per Post bekommen die Teilnehmer – angemeldet sich fast 100 – ihr „Aufgabenpaket jeden Monat zugeschickt. Vier Wochen später treffen mit den neuen Kopfnüssen die Lösungen der alten ein.
Mit 62 Jahren bin ich mittendrin in der Zielgruppe 55plus. 17 Seiten lang ist das PDF, das in mein E-Mail-Postfach flattert. Eingestreut in die Aufgaben sind Hinweise, wie man die Konzentration stärkt und seinen Wortschatz vergrößert. Interessant, aber ich bin begierig auf praktische Herausforderungen.

Vertrackte Wortsuche im Quadrat

Die erste ist ein Satz, der rückwärts zu lesen ist:
         SETUTNAMRESSUA,
         SETUGSTHCINTBIGSE

Nach den ersten drei Wörtern „Es gibt nichts …“ kann ich mir denken, wie es weitergeht.
Die folgende Aufgabe ist simpel. Jedem Buchstaben des Alphabets ist eine Zahl zugeordnet, ich muss Zahlenfolgen zurück in Wörter verwandeln. Kann jedes Kind. Aber Konzentration braucht es schon. Sonst kommt Unsinn raus, zumal die Buchstabenliste nicht von A bis Z geht, sondern hinterhältigerweise die fünf Vokale nach vorne gezogen wurden. Die Sätze, die ich dechiffriere, sind außerdem nicht so banal, dass man sie nach der Hälfte freihändig ergänzen könnte.
Auf einem Bild zu erkennen, wie viele Quadrate dargestellt sind – das kenne ich. Aber ob ich wirklich alle entdeckt habe?Die „Wortsuche im Quadrat“ ist für eine Frau, die sich den ganzen Tag mit Sprache beschäftigt, doch wohl ein Heimspiel. Ich glaube, in dieser Disziplin bin ich fit. Zehn Wörter muss ich aus dem Buchstabenquadrat (12 mal 12 Buchstaben) extrahieren – es läuft wie geschmiert. Nur leider: Am Ende komme ich nur auf neun Wörter.
Mir kommt der Verdacht, dass es um Gegenstände aus dem Haushalt geht. Solche wie Kanne, Backofen, Quirl und Brotkorb. Aber was machen dann „Ohr“ und „Heer“ in meiner Liste? Ich bin verunsichert. Finde aber ein weiteres Wort. Zehn Stück! Aber jetzt entdecke ich, dass die Worte „taub“ und „Auge“ noch ergänzungsfähig sind: „Staubsauger“! Das ist gut, weil es ein Haushaltsgerät ist, aber schlecht, weil mir nun schon wieder ein Wort fehlt. Inzwischen frage ich mich, ob ich nur von links nach rechts oder auch von rechts nach links Wörter suchen soll. Kurz: Es ist vertrackt.

Wörter aus einem Wort bilden

Dafür folgt jetzt ein Highlight. Aus dem Wort „Herbstkostbarkeiten“ sind möglichst viele neue Wörter zu bilden, so wie Trost oder Rost oder Streit. Ich schreibe eine Stenoblockseite voll; 60 Wörter und mehr sind kein Problem, da zahlt sich die Übung durch das geniale Wortfindungsspiel „Boggle“ doch endlich mal aus!Harmlos klingt die Überschrift „Eine moderne Fabel“. Aber was soll das ?

    „Eswa? Rein Male, in eg läser Nemur! Meld lelag d‘r ecki
    Gunte rein embu schim gar Tennle mand Beach! Tet edle
    semur mel, nurm anch: mal sties seini gelsi ebe ise itew
    enn si ei! Hm, auf! Dersch neck enjag dim Weg ewa. R“ 
Ich habe das Gefühl, die Anforderungen steigen. Ich lese dreimal, dann dämmert es mir. Hier sind nicht nur die Leerzeichen willkürlich gesetzt, sondern auch Satzzeichen eingestreut, wo sie nichts zu suchen haben. Dazu kommt noch die völlig beliebige Verteilung von Groß- und Kleinbuchstaben. Ich staune, wie der Text verfremdet wird, obwohl die Buchstaben doch in der richtigen Reihenfolge da stehen.Inzwischen habe ich eineinhalb Stunden geackert. Zeit für eine Pause. Renate Rokitta empfiehlt ein paar Minuten Bewegung.

Rechenrätsel bleibt ungelöst

„Wortergänzung“ : Das fängt ganz leicht an. Den fehlenden Anfangsbuchstaben finden, der aus vier Wortteilen jeweils einen sinnvollen Begriff macht.
         _ber, _fen, _men, _pal
Wenn ein Buchstabe fehlt, springt einem die Lösung gleich ins Auge. Aber bei fünf fehlenden Buchstaben am Wortanfang? Das ist echt schwer! Ich schaffe alles bis auf die letzte Zeile:
         _t, _erieren, _sburg, _erativ
Zum Glück kommt Hilfe. Der beste Ehemann von allen weiß Rat. Die Lösung wird hier noch nicht verraten.Bisher ist es ganz gut gelaufen, finde ich, aber nun muss ich die Waffen strecken. Das Bild mit dem Apfelkorb und den Zahlen überfordert mich. „Durch das Einfügen eines Rechenzeichens findet man den faulen Apfel.“ Wo soll ich ein Rechenzeichen einfügen? Soll das Ergebnis dann die Zahl auf einem der Äpfel sein? Ich habe keine Ahnung, und alle, die ich befrage, zucken ebenfalls die Schultern.

Dafür liebe ich die Aufgabe „Rechnen einmal anders“. Hier müssen Wörter vervollständigt werden, in denen Zahlen vorkommen. Und dann wird gerechnet. Beispiel:
         … käsehoch x … rad = … malklug.
Die Addition der Lösungszahlen ergibt den ersten Teil eines Künstlernamens. Nur so viel: Ich vertue mich im Eifer des Gefechts zweimal und stutze erst, als der Künstlername mit „Achtundneunzig“ beginnen soll. Ich ahne, dass hier irgendwas schiefgelaufen ist.

Ein "Elfchen" zum Abschluss

Zum Abschluss die Kür: Ein „Elfchen“ soll gedichtet werden. Die Kursteilnehmer kennen das schon und lesen sich ihre Elfchen gerne gegenseitig vor. Nun sind sie aufgerufen, sie an Renate Rokitta zu schicken, damit alle etwas davon haben. Das erste Wort des poetischen Kabinettstückchens aus elf Wörtern in fünf Zeilen (erste Zeile ein Wort, zweite zwei, dritte drei, vierte vier und fünfte eins) ist vorgegeben und heißt diesmal „Advent“. Hier muss sich nichts reimen, aber es macht Spaß, an diesen paar Wörtern ein bisschen zu feilen. Mein Ergebnis:
         Advent:
         Er kommt
             Tag für Tag
          und Schritt für Schritt
            näher.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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