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50 Jahre "Tatort"
Die SZ-Redaktion im Kreuzverhör

50 Jahre „Tatort“: Morgen feiert die Kult-Krimireihe Jubiläum.
Schimanski, Borowski, Thiel, Odenthal & Co.: Was sind die
Lieblingsermittler der SZ-Redaktion?
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    Schimanski, Borowski, Thiel, Odenthal & Co.: Was sind die
    Lieblingsermittler der SZ-Redaktion?
  • Foto: Foto: ARD/SF DRS/ORF
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ap/sabe Siegen. Der „Tatort“ hat seinen eigenen Jubiläumsfall - er wird 50! Der Kult-Krimi im Ersten gehört zu den beliebtesten TV-Reihen der Deutschen und vereint seitdem Zuschauermehrerer Generationen vor den heimischen Fernsehern. Netflix und Co. machen der Produktion allerdings mächtig Konkurrenz. In unseren Meinungsumfragen auf Facebook, Instagram und Co. standen die Ermittler im Fadenkreuz: Ist die Sendung für die einen Kult (45 Prozent), haben 30 Prozent nur Folgen mit bestimmten Kommissaren und Drehorten im Visier. 25 Prozent haben die Akte „Tatort“ geschlossen. Und was sagt die Redaktion?

Peter Helmes, stellv. Leiter Kultur: Ich gestehe, dass ich mir den „Tatort“ unregelmäßig bis selten anschaue. Was ich in jüngerer Zeit gesehen habe, gefiel mir von grottig bis bombig.

ap/sabe Siegen. Der „Tatort“ hat seinen eigenen Jubiläumsfall - er wird 50! Der Kult-Krimi im Ersten gehört zu den beliebtesten TV-Reihen der Deutschen und vereint seitdem Zuschauermehrerer Generationen vor den heimischen Fernsehern. Netflix und Co. machen der Produktion allerdings mächtig Konkurrenz. In unseren Meinungsumfragen auf Facebook, Instagram und Co. standen die Ermittler im Fadenkreuz: Ist die Sendung für die einen Kult (45 Prozent), haben 30 Prozent nur Folgen mit bestimmten Kommissaren und Drehorten im Visier. 25 Prozent haben die Akte „Tatort“ geschlossen. Und was sagt die Redaktion?

„Hände hoch, Nastassja Kinski!“ Würde Peter Helmes gerne mal sagen.

Peter Helmes, stellv. Leiter Kultur: Ich gestehe, dass ich mir den „Tatort“ unregelmäßig bis selten anschaue. Was ich in jüngerer Zeit gesehen habe, gefiel mir von grottig bis bombig. Am lebhaftesten in Erinnerung geblieben ist mir Folge 73 mit Nastassja Kinski vom 27. März 1977: Ich war 17 und sie noch keine 32. Was für eine Schauspielerin – selbst unbekleidet wirkt sie anziehend...

Tim Lehmann , Redakteur Lokales Siegen: Fast zehn Jahre Münster konnten mich nicht bekehren. Die Kult-Ermittler Frank Thiel (Axel Prahl) und Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) sind weniger schrullig als nervig – vor allem der pseudo-witzige Rechtsmediziner. Überhaupt kann ich dem nationalen Krimi-Hype nichts abgewinnen. Spannung suchen auch professionelle Spurensicherer auf der kaum noch weiße Flecken enthaltenden „Tatort“-Karte vergebens, mit Ausnahme von Kiel vielleicht. Von Action ganz zu schweige(r)n. Das Duo Lessing und Dorn alias Christian Ulmen und Nora Tschirmer (Weimar) verspricht wenigstens ein bisschen spröde Unterhaltung. Hier sind meine GEZ-Gebühren für das Prime-Time-Programm fast so gut angelegt wie zuletzt für die Übertragung der Spiele der deutschen Nationalmannschaft: 0:6 für die Öffentlich-Rechtlichen!

Julian Kaiser, Volontär Lokales Siegen: In den vergangenen Jahren ist das Interesse immer geringer geworden. Das hat zum einen mit vielen Sonntagsdiensten im Sport zu tun, wodurch man statt auf der Couch eben auf dem Bürostuhl saß, zum anderen mit Alternativen wie Netflix oder Amazon Prime.

Gelegenheitsagentinnen aus der Lokalredaktion: Sarah Benscheidt und Alexandra Pfeifer.

Alexandra Pfeifer, Volontärin Lokales Siegen: Beim „Tatort“ werden Erinnerungen wach... Was in meiner späten Kindheit allsonntäglicher Kult war, ist aber heute leider kaum mehr als das. Vielleicht auch, weil meine Generation einfach zu abgestumpft ist. Uns schockt so leicht nichts mehr. Es muss krasser sein als eine Leiche irgendwo in Münster. Und wo findet man Filme über und mit Serienkiller(n) von Ted Bundy bis Dexter Morgan? Bei Netflix.

Regine Wenzel, Redakteurin Kultur: Alle finden ja die lustigen Herren Boerne und Thiel (Jan Josef Liefers und Axel Prahl) aus Münster gut. Allerdings ist der Allerbeste doch Ulrich Tukur als LKA-Mann Felix Murot aus Wiesbaden. Ich glaube, ich habe seit 2010 alle seine Folgen gesehen. Der Hessische Rundfunk inszeniert die Murot-„Tatorte“ immer so besonders, manchmal grüßt Tarantino („Im Schmerz geboren“, was für ein Geballer!), manchmal das Murmeltier. Murot hat Stil, ist zum Glück seinen Hirntumor los und immer gut angezogen. Letzteres gilt auch für seine Assistentin Wächter (Barbara Philipp), die, wiewohl deutlich kleiner, mit dem Kommissar auf Augenhöhe agiert. Das ist mehr Film-Kunst als Krimi – und genau was für mich.

Christian Hoffmann, Leiter Lokalredaktion Siegen-Wittgenstein/Olpe: Immer wieder sonntags? Nein, ich habe es aufgegeben. Nach Jahren guter Unterhaltung zur besten Sendezeit habe ich mich vom Format zwischen Abendnachrichten und Talkshow verabschiedet. Mal gab es einen Horrorfilm statt eines soliden Krimis, mal einen durchgeknallten Devid Striesow alias Hauptkommissar Jens Stellbrink. Comedy pur aus Saarbrücken, aber keine ordentlichen Verbrechen mehr. Thiel und Boerne aus Münster allein konnten mich nicht halten, also habe ich das Knöpfchen auf der Fernbedienung gedrückt. Auf Netflix und Amazon finde ich seither den beinahe perfekten Mord und viele Krimi-Neuentdeckungen auf allen sieben Kontinenten dieser Welt. Und Tschüss...

„Plastikpistolen hoch für Schimanski“, meint Kalle Schlabach.

Kalle Schlabach, Redakteur Lokales Siegen: Für den „Tatort“ im Ersten hat sich die Zwangsabgabe der Öffentlich-Rechtlichen gelohnt. Manchen Sonntagabend habe ich mich bestens unterhalten gefühlt. Schimanski war für mich die Nummer 1 der „Tatort“-Kommissare. Ich habe ihn bei Dreharbeiten in Duisburg erlebt. Er hatte zu Journalisten keinen gut Draht.

Dr. Friedrich Weber, Archivar: 50 Jahre „Tatort“ – überwiegend ohne mich, als Kind der 70er schon mal Kommissar Haverkamp (Hansjörg Felmy), wahrscheinlich mal eher zufällig reingeraten. Später mal Schimanski („Das war jetzt dein 20. ,Scheiße´ in diesem Fall“). Mittlerweile durchaus öfter mal „Tatort“ Münster mit Börne, Thiel und „Alberich“ – schön schräg, intelligent skurril, einfach gut. Bei den meisten momentanen Teams reicht ein Blick in die TV-Zeitschrift, um es nicht zu schauen, manches zu hart oder zu verquast. Münster bietet hingegen schräg-lustig Intelligentes, für einige vielleicht zu albern und klamaukig – ich sage: Genau der richtige Wochenend-Rausschmeißer.

Martin Völkel, stellv. Leiter Lokales Siegen-Wittgenstein/Olpe: Zu Zeiten von Horst Schimanski und Christian Thanner, die in Duisburg ermittelten, war ich sogar Fan. Mittlerweile schaue ich „Tatort“ nur noch sporadisch, weil mir die Handlung oft zu weit weg von der Realität ist. Etwas weniger Plot könnte nach meiner Meinung etwas mehr sein.

Björn Weyand, Redakteur Lokales Wittgenstein: Krimis sind klasse. Und „Tatort“-Folgen sind um Längen besser als die meisten Blockbuster-Serien aus Amerika. Der beste „Tatort“? Da kann ich mich gar nicht entscheiden. Es steht und fällt mit den Kommissaren und ihren Charakteren. Schimanski ist Kult, Thiel und Boerne gehen immer. Stark sind viele Folgen mit Borowski aus Kiel. Mein Favorit ist im Moment aber der Dortmund-„Tatort“ mit dem kaputten Faber. Realistisch? Wohl kaum. Aber immer spannend. Und wenn es mal absurd sein soll, dann empfehle ich den Weimar-„Tatort“.

Eberhard Eichmann, Pförtner: Ich schaue keinen Tatort, weil er mir nicht gefällt. Die Deutschen können keine Krimis machen, die Action-Szenen sind Kinderkram. Dann lieber einen guten Amerikaner!

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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