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Anmeldeverfahren ziemlich aufwendig
Elektronische Patientenakte: Das müssen Sie wissen

Die Patienten sollen ihre Gesundheitsdaten in der Hand haben, obwohl diese nicht auf ihrer Gesundheitskarte, sondern in der Cloud gespeichert sind.
  • Die Patienten sollen ihre Gesundheitsdaten in der Hand haben, obwohl diese nicht auf ihrer Gesundheitskarte, sondern in der Cloud gespeichert sind.
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ihm Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Die drei Buchstaben EPA sind nicht mehr nur die Abkürzung für die „Ein-Mann-Packung“, die bei der Bundeswehr als „EPa“ so manchem Soldaten über den schlimmsten Hunger im Manöver hinweghalf, sondern jetzt – in Form von „ePA“ – das Kürzel für die „elektronische Patientenakte“, mit der sich in Kürze dann wohl alle Deutschen wohl oder übel beschäftigen müssen.

Zum 1. Januar ging die ePA an den Start. Allerdings zunächst im Rahmen eines Modellversuchs, der nur in Westfalen-Lippe und in Berlin stattfindet. Aber der Versuch mündet schon im zweiten Quartal in die flächendeckende Einführung der ePA. Es geht also im Galopp voran ins digitale Gesundheitszeitalter. Der Informationsstand der Bevölkerung hinkt allerdings noch kräftig hinterher.

Wozu dient die ePA?

ihm Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Die drei Buchstaben EPA sind nicht mehr nur die Abkürzung für die „Ein-Mann-Packung“, die bei der Bundeswehr als „EPa“ so manchem Soldaten über den schlimmsten Hunger im Manöver hinweghalf, sondern jetzt – in Form von „ePA“ – das Kürzel für die „elektronische Patientenakte“, mit der sich in Kürze dann wohl alle Deutschen wohl oder übel beschäftigen müssen.

Zum 1. Januar ging die ePA an den Start. Allerdings zunächst im Rahmen eines Modellversuchs, der nur in Westfalen-Lippe und in Berlin stattfindet. Aber der Versuch mündet schon im zweiten Quartal in die flächendeckende Einführung der ePA. Es geht also im Galopp voran ins digitale Gesundheitszeitalter. Der Informationsstand der Bevölkerung hinkt allerdings noch kräftig hinterher.

Wozu dient die ePA? Die Idee: Die Gesundheitsdaten eines Patienten sollen gebündelt zur Verfügung stehen. Ärzte, Therapeuten und Kliniken sollen alle Informationen zum Gesundheitszustand überblicken. Unnötige Doppeluntersuchungen und Informationslücken sollen damit vermieden werden.

Wo werden die Daten gespeichert? Die Diagnosen, Befunde, Röntgenbilder, Blutwerte und vieles andere werden zentral in Systemen zugelassener Anbieter gespeichert, die ihrerseits vermutlich die Daten in Clouds lagern. Die Firma Gematik, die die ePA technisch entwickelt hat und die Anbieter zulässt, spricht von einer „kleineren zweistelligen Zahl“ zugelassener Aktenbetreiber.

Wichtig: Die Daten sind nicht auf dem Chip des Versichertenkärtchens gespeichert. Das war in einer frühen Entwicklungsphase im Gespräch, aber man hat sich für eine zentrale Speicherung entschieden.
Welche Ärzte nehmen teil? Im ersten Quartal 2021 nehmen für den Modellversuch ausgewählte niedergelassene Kassenärzte in Westfalen-Lippe und in Berlin teil. Ab dem zweiten Quartal müssen sich alle Ärzte (auch Zahnärzte) anschließen. Verbunden mit dem System werden auch Apotheken und Krankenhäuser. Zur Teilnahme brauchen die Ärzte ein Gerät, den sogenannten Konnektor, der bereits flächendeckend vorhanden ist.

Muss man als Patient mitmachen? Nein. Die Teilnahme an ePA ist für Patienten freiwillig.
Wie funktioniert die Teilnahme? Voraussetzung für die Nutzung der ePA ist im Augenblick noch ein Smartphone oder Tablet. Nur auf diesen mobilen Endgeräten können Patienten die ePA-App

Wie funktioniert die Teilnahme? Voraussetzung für die Nutzung der ePA ist im Augenblick noch ein Smartphone oder Tablet. Nur auf diesen mobilen Endgeräten können Patienten die ePA-App ihrer Krankenkasse herunterladen (s. Kasten). Alle 103 gesetzlichen Krankenkassen haben inzwischen eine solche zugelassene App. Bei der Barmer haben sich bis gestern 1763 Personen in der App registriert. Später sollen auch Laptops oder Desktop-Computer genutzt werden können. Ab Juli 2021 soll auch eine Nutzung ohne App möglich sein. Dann erfolgt der Zugang zur ePA über die Versichertenkarte und eine PIN.

Wie kommen die Daten in die ePA? Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Patient selbst befüllt seine elektronische Akte mit Informationen, die ihm vorliegen. Man kann zum Beispiel Arztbriefe einscannen und dort ablegen, aber auch digitale Befunde direkt einspeisen oder eigene Beobachtungen eingeben. Zweite Möglichkeit: Arzt oder Krankenhaus füttern die Akte mit Daten. Ob und was sie in der Akte ablegen, bestimmt aber der Patient.

Wie sicher sind die Daten? Das Bundesgesundheitsministerium sagt: „Die Daten werden in der ePA verschlüsselt abgelegt. Niemand außer der oder die Versicherte und diejenigen, die dazu berechtigt wurden, können die Inhalte lesen – auch nicht die Krankenkasse. Der Zugriff auf die ePA erfolgt über die Telematikinfrastruktur, ein sicheres, in sich geschlossenes Netz.“

Welche Daten werden auf der ePA gespeichert? „Im ersten Schritt können zum Beispiel Arztbefunde, der Medikationsplan oder auch Blutwerte in der ePA gespeichert werden, ab 2022 sollen darüber hinaus auch der Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder sowie das Zahnbonusheft digital abrufbar sein“, heißt es beim Gesundheitsministerium.

Kann man als Patient selbst bestimmen, wer die gespeicherten Daten sieht? Ja. Nur wenn der Patient den Zugriff erlaubt, kann der Arzt die Akte lesen. Dafür ist eine technische Freigabe des Patienten in der Praxis nötig. Der Gesundheitsminister sagt: „Im Einführungsjahr können Patienten die Zugriffsfreigabe auf die medizinischen Informationen, die von Ärzten und weiteren Leistungserbringern mit seiner Einwilligung in die ePA übermittelt worden sind, beschränken oder auch nur auf die von ihnen selbst hochgeladenen Dokumente. Ab 2022 soll der Patient die Zugriffsfreigabe über seine App für jedes Dokument einzeln festlegen können, zum Beispiel für eine Untersuchung bei einem Facharzt.“

Kann man Daten in der ePA auch wieder löschen? Ja. Das gilt für beliebige Dateien. Auch eine Kündigung des kompletten EPA-Zugangs ist jederzeit möglich. Dann werden sämtliche Daten gelöscht.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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