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IHK-Umfrage zu Vorschlag von Hubertus Heil
Homeoffice kommt für viele Unternehmen nicht in Frage

Zu Hause arbeiten können in der Regel nur Menschen mit einem Bürojob. Wer an der Maschine steht oder im Einzelhandel bedient, hat diese Option nicht.
  • Zu Hause arbeiten können in der Regel nur Menschen mit einem Bürojob. Wer an der Maschine steht oder im Einzelhandel bedient, hat diese Option nicht.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

ihm Siegen. Die Wirtschaft kämpft an der Corona-Front, aber die Politik ist in der Krise nicht auf allen Feldern der erhoffte Helfer in der Not. Das ist das Ergebnis einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen zum Thema „Homeoffice“. Die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), den Anspruch auf 24 Tage Homeoffice pro Jahr für die Arbeitnehmer gesetzlich zu zementieren, lehnt die große Mehrheit der heimischen Firmen kategorisch ab.
Nur 11 Prozent der befragten Firmen – geantwortet haben bei der Umfrage 435 Unternehmen – finden, dass der Heil-Vorschlag richtig ist und mit der Zeit geht. 78 Prozent lehnen die Idee ab. Als Gründe dafür werden am häufigsten genannt:
Nicht jedes Tätigkeitsfeld bietet sich für Homeoffice an.

ihm Siegen. Die Wirtschaft kämpft an der Corona-Front, aber die Politik ist in der Krise nicht auf allen Feldern der erhoffte Helfer in der Not. Das ist das Ergebnis einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen zum Thema „Homeoffice“. Die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), den Anspruch auf 24 Tage Homeoffice pro Jahr für die Arbeitnehmer gesetzlich zu zementieren, lehnt die große Mehrheit der heimischen Firmen kategorisch ab.
Nur 11 Prozent der befragten Firmen – geantwortet haben bei der Umfrage 435 Unternehmen – finden, dass der Heil-Vorschlag richtig ist und mit der Zeit geht. 78 Prozent lehnen die Idee ab. Als Gründe dafür werden am häufigsten genannt:

  • Nicht jedes Tätigkeitsfeld bietet sich für Homeoffice an. Daher sollte weiter auf Freiwilligkeit gesetzt werden.
  • Eingriff in die unternehmerischen Freiheiten. 
  • Zu erwartender bürokratischer Aufwand. 
  • Sorge um das Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen. 

Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit führen rund ein Fünftel der Kritiker ins Feld, 14 Prozent fürchten gerichtliche Auseinandersetzungen.

Homeoffice kommt für viele Unternehmen nicht in Frage

Während das Homeoffice landauf, landab als das Modell der Zukunft gepriesen wird, zeigt die IHK-Umfrage die wahre Bedeutung dieses arbeitsorganisatorischen Kunstgriffs in der produzierenden Wirtschaft. 64 Prozent der Firmen erklärten nämlich: „Homeoffice kommt in unserem Tätigkeitsfeld wenig bis gar nicht in Frage.“ 23 Prozent arbeiten seit Corona verstärkt im Homeoffice, 13 Prozent haben schon vor der Krise darauf gesetzt.
Interessant, wie viele Menschen von zu Hause aus arbeiten. Von den Firmen mit nennenswertem Homeoffice-Anteil schickt die Hälfte weniger als ein Viertel der Mitarbeiter an den heimischen Schreibtisch. Je ein Viertel ordnet 25 bis 50 Prozent bzw. mehr als 50 Prozent der Angestellten ins Homeoffice ab.
Nur 16 Prozent der Befragten gaben an, in Zukunft mehr auf Homeoffice setzen zu wollen. Gleichwohl glauben 85 Prozent der Firmenchefs, dass das Homeoffice als Arbeitsform für die gesamte Wirtschaft innerhalb der nächsten fünf Jahre wichtiger werden wird.

Klaus Gräbener sieht Homeoffice-Vorschlag von Hubertus Heil kritisch

Ihre Umfrageergebnisse hat die IHK den Bundestagsabgeordneten aus Südwestfalen zugeschickt – mit einem Anschreiben, das keine Zweifel an den Vorbehalten der Wirtschaft gegen einen Anspruch auf das Arbeiten zu Hause lässt. Die Initiative aus dem Arbeitsministerium reihe sich ein in die Versuche, die Freiheit unternehmerischen Handelns immer mehr in bürokratische Fesseln zu legen, mahnt Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. Er nennt als Beispiele das Brückenteilzeitgesetz, den Gesetzentwurf zur Stärkung der Integrität der Wirtschaft, das Lieferkettengesetz und eben jetzt den Vorstoß zum Homeoffice. Gräbener: „Keines dieser Vorhaben bringt für sich genommen ein Unternehmen zum Verzweifeln. In der Summe jedoch verursachen sie allesamt einen ,Rattenschwanz an Bürokratie’ und verstärken zudem das Gefühl der Wirtschaft, dass diese Bundesregierung immer stärker den Wettbewerb durch staatliche Regulierung ersetzen will.“Einerseits versuche die Politik, mit milliardenschweren Hilfspaketen die Wirtschaft in der beispiellosen Corona-Krise zu unterstützen. Andererseits würden denselben Unternehmen beinahe im Wochenrhythmus neue Knüppel zwischen die Beine geworfen. Wie schlecht es tatsächlich um die Umsätze der Industrie unserer Region bestellt ist, macht der Geschäftsführer an zwei Zahlen fest: Bis Ende August fielen in Siegen-Wittgenstein und Olpe diese Umsätze gegenüber dem Vorjahreswert um knapp 14 Prozent oder um 1,36 Milliarden Euro.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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