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Siegener Rathaus steht in der Kritik
Politiker prangern Party-Strategie an

Ansprache: In der Regel genügt eine höfliche Aufforderung, damit die Sperrstunde in Siegens Oberstadt eingehalten wird. Manchmal aber eskaliert die Situation.
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ch Siegen. Erst sommerliche Ausgelassenheit, dann krasse Aussetzer: Der nächtliche Lärmterror samt Müllbergen und Schlägereien rund ums Siegener Rathaus und Nikolaikirche, der Polizei, Ordnungskräfte und städtische Reinigungskräfte an den vergangenen Wochenenden auf Trab hielt, wird erneut zum Politikum. Politiker der Krönchenstadt prangern die Party-Strategie des Rathauses an.

Die Fraktionen von Volt und UWG im Stadtrat des Oberzentrums beklagen, dass die Situation in der Oberstadt nicht nur für die Anwohner „untragbar” sei. Jetzt soll das Treiben auf dem Siegberg auf die politische Tagesordnung.
Situation am Kornmarkt aus dem Ruder gelaufenWieder einmal.

ch Siegen. Erst sommerliche Ausgelassenheit, dann krasse Aussetzer: Der nächtliche Lärmterror samt Müllbergen und Schlägereien rund ums Siegener Rathaus und Nikolaikirche, der Polizei, Ordnungskräfte und städtische Reinigungskräfte an den vergangenen Wochenenden auf Trab hielt, wird erneut zum Politikum. Politiker der Krönchenstadt prangern die Party-Strategie des Rathauses an.

Die Fraktionen von Volt und UWG im Stadtrat des Oberzentrums beklagen, dass die Situation in der Oberstadt nicht nur für die Anwohner „untragbar” sei. Jetzt soll das Treiben auf dem Siegberg auf die politische Tagesordnung.

Situation am Kornmarkt aus dem Ruder gelaufen

Wieder einmal. „Es ist kein Geheimnis, dass die Situation am Kornmarkt in den vergangenen Wochen aus dem Ruder gelaufen ist“, so Jacob Kamann, Volt-Fraktionsgeschäftsführer. Und: Es sei auch kein Geheimnis, dass die Situation am Kornmarkt „vorhersehbar” gewesen sei. Kamanns Fraktion und die UWG weisen auf ihre Initiativen der Vergangenheit hin, die in den politischen Gremien jedoch gescheitert sind.

"Wir haben mit gutem Grund moderate Spielregeln
und eine moderate Sperrstunde."

Steffen Mues
Bürgermeister

Das Duo wollte einen Arbeitskreis und ein Handlungskonzept, gegen die sich nicht nur der zuständige Dezernent Arne Fries aussprach: Bei den auf dem Kornmarkt Feiernden mache er persönlich oftmals „fehlende Bildung, Erziehung sowie fehlendes soziales Verantwortungsbewusstsein” aus, die nicht mitten in der Nacht von Ordnungskräften vermittelt werden könnten.

Law-and-Order-Strategie gescheitert

Gescheitert sei auch die „Law-and-Order-Strategie” der Stadtverwaltung. Die jüngst verhängte Allgemeinverfügung – Sperrung des Areals ab 23 Uhr – „ist ein Segen für Anwohnerinnen und Anwohner der Oberstadt, keine Frage”, so die beiden Fraktionen in einem offenen Brief. Doch sie stören sich zugleich am „kollektiven Charakter” der Maßnahme. Und zudem am „stoischen und ausschließlichen Festhalten an Ordnungsmaßnahmen sowie der lückenhaften konzeptuellen Herangehensweise der Stadt” sowie an ganz konkreten Dingen, wie verschlossene oder heruntergekommen WC-Anlagen bzw. fehlende Alternativen für Jugendliche und junge Menschen nach der Sperrstunde. Ein neu zu gründender Arbeitskreis, den der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung ins Leben rufen soll, soll nun neue Möglichkeiten aufzeigen.

Moderate Spielregeln und moderate Sperrstunde

„Der ist überflüssig, jeder, egal ob Bürger oder Politiker, kann seine Vorschläge schon immer im Rathaus platzieren”, verteidigt Bürgermeister Steffen Mues (CDU) das bisherige Vorgehen von Politik und Verwaltung und verweist auf andere Großstädte: „Wir haben mit gutem Grund moderate Spielregeln und eine moderate Sperrstunde, die eine Stunde später als sonst üblich greift. Ansonsten wird durchgegriffen.”

An den Wochenenden treffen sich die Feiernden regelmäßig am Siegener Kornmarkt.
  • An den Wochenenden treffen sich die Feiernden regelmäßig am Siegener Kornmarkt.
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Er wolle nichts beschönigen, er verurteile Lärmterror und Müllberge, „jede Flasche, die fliegt, eine Rathaus-Scheibe oder ein Fenster der Martinikirche zerstört und im schlimmsten Fall an einem Kopf zerschellt, ist eine zu viel”, doch im großen und ganzen müsse man immer noch von Einzelfällen und Einzeltaten „innerhalb einer Menge Menschen, die einfach nur Spaß haben wollen”, ausgehen.

Siegens Oberstadt cooler Ort für Feiernde

Siegens Oberstadt sei schlicht und einfach „ein cooler Ort” für Feiernde geworden, die am Wochenende zum Teil von weither anreisen. Mues: „Es gibt genug Möglichkeiten für alle, vom Park des Oberen Schlosses über die Partymeile auf dem Platz des Unteren Schlosses bis hin zu den Siegstufen, wo es übrigens an den vergangenen Wochenenden immer ruhig zugegangen ist. Wer nach 23 Uhr weiterfeiern möchte, kann in die Kneipen gehen, die Wirte freuen sich.” Und: Wer glaube, dass Streetworker vor Aussetzern beim Partyvolk schütze, der irre sich; und wer die kontinuierliche Kontrolle und engmaschige Überwachung des Kornmarkt-Areals fordere, “verabschiedet sich von der Idee der lebendigen Innenstadt!”

Redet miteinander und verbannt das Glas
Ansprache: In der Regel genügt eine höfliche Aufforderung, damit die Sperrstunde in Siegens Oberstadt eingehalten wird. Manchmal aber eskaliert die Situation.
An den Wochenenden treffen sich die Feiernden regelmäßig am Siegener Kornmarkt.
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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