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Vereinsleben zum Erliegen gekommen
"Wandern muss digitaler werden"

Mit dem Smartphone auf dem Wanderweg – das ist für Aktiv-Touristen dank passender Apps längst keine Utopie mehr. Dem will sich auch der SGV nicht verschließen
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howe Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Als Thomas Gemke im Juni 2018 – pünktlich zum 800-jährigen Jubiläum – von über 100 Delegierten in der Feudinger Volkshalle zum neuen SGV-Präsidenten gewählt wurde, da hatte sich der ehemalige Landrat des Märkischen Kreises viel vorgenommen. „Unsere gemeinsame Aufgabe in den nächsten Jahren muss es sein, neue attraktive Freizeitangebote zu entwickeln, um weiterhin unsere Mitglieder zu begeistern und neue Mitglieder zu gewinnen“, sagte er damals. Nur anderthalb Jahre bot sich ihm die Möglichkeit, aktiv zu gestalten und den Sauerländischen Gebirgsverein in die Zukunft zu führen. Bis die Pandemie hereinbrach und die Vereinsarbeit überall lahmlegte.

howe Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Als Thomas Gemke im Juni 2018 – pünktlich zum 800-jährigen Jubiläum – von über 100 Delegierten in der Feudinger Volkshalle zum neuen SGV-Präsidenten gewählt wurde, da hatte sich der ehemalige Landrat des Märkischen Kreises viel vorgenommen. „Unsere gemeinsame Aufgabe in den nächsten Jahren muss es sein, neue attraktive Freizeitangebote zu entwickeln, um weiterhin unsere Mitglieder zu begeistern und neue Mitglieder zu gewinnen“, sagte er damals. Nur anderthalb Jahre bot sich ihm die Möglichkeit, aktiv zu gestalten und den Sauerländischen Gebirgsverein in die Zukunft zu führen. Bis die Pandemie hereinbrach und die Vereinsarbeit überall lahmlegte. „Das Vereinsleben in 200 Abteilungen ist völlig zum Erliegen gekommen“, stellt Thomas Gemke im Gespräch mit der Siegener Zeitung fest. „Wanderungen mit mehreren Menschen sind ausgefallen. Nur vereinzelt können sich Familien allein auf den Weg machen.“

Viel ist nicht geblieben von den Aktivitäten des SGV in 2020. Der Jugendhof mit seinen 110 Betten in Arnsberg ist aktuell geschlossen, Übernachtungen finden nicht statt. Die Folge: Es fehlen Einnahmen, die wieder Geld in die Kassen spülen, nachdem das Haus ja von 2017 bis 2018 umfangreich saniert und umgebaut worden war. Wobei Thomas Gemke hier Entwarnung gibt. „Wir sind beim Jugendhof mit einem blauen Auge davongekommen.“ Weitsichtig waren die Verantwortlichen nämlich. Im Vorfeld hatten sie sich um Fördermittel gekümmert. „Es gibt Förderprogramme für Jugendherbergen und Jugendgästehäuser“, erläutert Thomas Gemke. Um eine entsprechende Landesförderung habe sich Geschäftsführer Christian Schmidt gekümmert. „Wir haben eine engagierte, tolle Teamleitung“, weiß der Präsident. „Wir kommen über die Runden, weil wir Fördermittel erhalten haben. Jetzt hoffen wir, dass das Land NRW auch weiterhin ein Auge auf uns hat. Sonst könnte es wirtschaftlich in 2021 düster aussehen.“

Keine Schulungen und Seminare

Was „Corona“ betrifft, so hat die SGV-Familie die gleichen Probleme und Sorgen wie andere Vereine auch. In der Wanderakademie werden aktuell keine Schulungen und Seminare angeboten, in den Abteilungen ist es still geworden. „Was wir vermissen“, so Thomas Gemke, „ist die menschliche Begegnung. Das fehlt uns sehr.“ Und da helfen auch keine regelmäßigen Video-Konferenzen, das Vereinsleben funktioniert schlicht und einfach nicht – wegen „Corona“. Die üblichen Rund-Mails kommen bei den Aktiven an, ersetzen aber nicht die Wanderungen in der Natur. Lichtblicke gibt es bei alledem dennoch: „Das Jahr 2020 ist jetzt ausgefallen. Wir sind aber stets bemüht und legen Wert darauf, moderne SGV-Abteilungen zu haben.“

Das ist nicht nur so ein Satz, den Thomas Gemke sagt. Immerhin verzeichnet der SGV 1500 Neuaufnahmen pro Jahr. Würde es die nicht geben, sähe es bei Gegenüberstellung der „Abgänge“ nicht mehr ganz so rosig aus. „Wir verlieren Mitglieder. Und es zeigt sich, dass wir jünger werden müssen.“ Immer noch geistert in der Öffentlichkeit das klischeehafte Bild von älteren Herrschaften mit Hut und Spazierstock herum. Der SGV arbeitet intensiv daran, sein modernes Image mit bunten Angeboten für die ganze Familie beizubehalten. „Unser Kompetenzteam arbeitet da sehr gut“, lobt Thomas Gemke seine Führungsriege. Das Kompetenzteam unterstützt örtliche SGV-Abteilungen und hilft in Problemsituationen. Das hat allerdings noch reichlich Arbeit vor der Brust. „Bei einem Drittel der Abteilungen müssen wir uns um nichts kümmern, ein Drittel geht die neuen Wege mit und bei einem Drittel machen wir uns Sorgen“, so der SGV-Präsident.

Angebote online buchbar

Neue Lösungen und Maßnahmen, um mehr junge Leute für ein Ehrenamt zu begeistern, sucht der SGV aktuell in seinem Digital-Projekt zur Zukunftssicherung des Ehrenamts im Rahmen der Regionale 2025. Der zuständige Ausschuss zeichnete den SGV unlängst sogar mit dem ersten Stern aus. „Wir müssen digitaler werden.“ In vielen Bereichen innerhalb der Abteilungen laufe noch vieles per Post, andere hätten längst Whats-App-Gruppen gegründet oder kommunizieren per Mail. „Wenn wir mehr Digitalität hinbekommen, können wir unsere Zukunft sichern.“ Die Angebote der Wanderakademie wären online buchbar, ebenso die Kursangebote. Viele Möglichkeiten würden sich eröffnen. Damit einher geht aber auch eine Forderung von Thomas Gemke an die Politik: „Wir sehen immer mehr Bürokratie für die Vereine, was Steuern, Datenschutz oder bestimmte Regeln betrifft. Da muss die Politik den kleinen, ganz normalen Vereinen mehr helfen.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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