Covid-19-Infektionen
Wann kommt Coronatest für den Hausgebrauch?

Die Methode entspricht derjenigen der bisherigen Schnelltests: Anhand bestimmter Virusproteine wird über einen Teststreifen wie bei einem Schwangerschaftstest eine Infektion nachgewiesen.
  • Die Methode entspricht derjenigen der bisherigen Schnelltests: Anhand bestimmter Virusproteine wird über einen Teststreifen wie bei einem Schwangerschaftstest eine Infektion nachgewiesen.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

ch/sz Siegen/Olpe. Eine neue Verordnung des Gesundheitsministeriums erlaubt seit dieser Woche den Verkauf von Corona-Schnelltests an Privatpersonen – bisher war das verboten. Also dürfen auch Apotheken die Selbsttests an den Mann oder an die Frau bringen.
„Das ist gut so“, sagt Dr. Christof Werner, Chef der Bezirksgruppe Siegen-Wittgenstein im Apothekerverband Westfalen-Lippe. „Schnelltests, die Laien zu Hause selbst durchführen, können eine niedrigschwellige Ergänzung der Teststrategie im Kampf gegen die Pandemie sein und den Menschen ein Stück Sicherheit geben“, ergänzt Ulf Ullenboom, Vorsitzender der Olper Bezirksgruppe.

Der Haken an dieser Sache (noch): Es gibt noch keinen Test, der in Deutschland dafür zugelassen ist. Daher bittet Ullenboom um Geduld.
„Sobald die Zulassungen vorliegen, werden wir die Tests auch anbieten – und jeden dazu beraten, damit die Tests korrekt angewendet werden“, so Werner weiter.
Hier eine Zusammenfassung der Antworten zu den wichtigsten Fragen zu den neuen Tests und deren Anwendung in den eigenen vier Wänden:

> Um welche Tests geht es konkret?
Um neue Antigen-Schnelltests. Die Methode entspricht derjenigen der bisherigen Schnelltests: Anhand bestimmter Virusproteine wird über einen Teststreifen wie bei einem Schwangerschaftstest eine Infektion nachgewiesen. Dazu braucht es einen Abstrich aus der Nase oder Speichel.

> Was ist dann das Neue?
Die bisherigen Schnelltests verlangen einen Abstrich mit langem Stäbchen tief in der Nase oder im Rachen. Für viele ist das unangenehm. Diese Tests sollen von geschultem Personal gemacht werden. Bei den Selbsttests sind verschiedene Produkte in Vorbereitung, beispielsweise Gurgel- und Spucktests – die werden in Österreich schon eingesetzt – oder auch Tests, bei denen Abstriche in der Nase viel weiter vorn entnommen werden.

> Wie aussagekräftig sind die Tests?

Die Berliner Charité hatte im Herbst zusammen mit der Uniklinik Heidelberg untersucht, wie sich rund 150 Corona-Verdachtspatienten beim Umgang mit einem noch nicht auf dem Markt erhältlichen Selbsttest samt Anleitung geschlagen haben. Der Tupfer musste im vorderen Nasenbereich in 2 bis 3 Zentimetern Tiefe für 15 Sekunden an den Innenwänden der Nase entlanggeführt werden. Beobachtet wurden laut Charité-Professor Frank Mockenhaupt nur minimale Unterschiede zwischen Selbsttest und Test mit tiefem Nasenabstrich durch einen Profi. Beim Selbsttest wurden laut Studie 33 von 40 Infizierten erkannt, beim Einsatz von Fachpersonal waren es 34.

> Was ist mit dem Spuck- und Gurgeltest?

Noch mal der Blick nach Österreich: Beschäftigte an Wiener Schulen und Kitas können den Test einmal pro Woche zu Hause machen. Die Testkits werden über die Einrichtungen verteilt. Die Proben werden dann abgeholt und im Labor untersucht. Die Teilnehmer bekommen das Ergebnis auf ihr Handy. Beim Gurgeltest wird mit einer speziellen Flüssigkeit eine halbe bis eine Minute gegurgelt, um Partikel aus dem Rachen zu lösen. Danach kommt alles in ein Proberöhrchen, und die Probe wird untersucht. In einer Pilotstudie mit mehr als 5000 Schülern und Lehrern in Wien hatte das Gurgeln vergleichbare Ergebnisse wie der Rachenabstrich geliefert.

> Welche Hürden gibt es bei uns noch?

Eigentests, zum Beispiel auch Blutzuckertests für Diabetiker, müssen in Deutschland ein spezielles Prüfverfahren etwa mithilfe des Tüv oder der Dekra durchlaufen. Das soll garantieren, dass sie wirklich für jeden Laien leicht anwendbar sind. Außerdem müssen die Testergebnisse aussagekräftig sein.

> Wie viel Sicherheit könnten die Selbsttests geben?
Experten weisen auch bei den herkömmlichen Schnelltests darauf hin, dass sie immer nur eine Momentaufnahme sein können und vor allem bei Menschen mit hoher Viruslast gut anschlagen. Ein negativer Test muss nicht heißen, dass man das Virus nicht schon in sich trägt. Mit Blick auf die künftigen Selbsttests heißt es vom Apothekerverband, auf jeden positiven Test zu Hause solle ein sofortiger Anruf beim Hausarzt oder Gesundheitsamt erfolgen. „Nur ein PCR-Test vom Labor kann das Ergebnis des Schnelltests sicher bestätigen und damit das Infektionsgeschehen präzise abbilden“, so Dr. Christof Werner und Ulf Ullenboom.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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